Interview

"Es geht um Abgrenzung"


Hendrik Haase zählt zur Generation der sogenannten Millennials. Im Interview spricht er darüber, warum sich Gastronomen ein Beispiel an DJs nehmen sollten.
Daniela Haug
Hendrik Haase zählt zur Generation der sogenannten Millennials. Im Interview spricht er darüber, warum sich Gastronomen ein Beispiel an DJs nehmen sollten.

Hendrik Haase (34) ist Kommunikationsdesigner, Autor, Entrepreneur, Berater des Slow Food Youth Networks und wird häufig als Foodaktivist bezeichnet. Im Interview mit foodservice spricht er über die Anforderungen der sogenannten Millennials an die Gastronomie.

Dieser Text ist ein Exzerpt. Den gesamten Themenkomplex zu Anforderungen der Millennials an die Gastronomie lesen Sie im Mai-Heft der foodservice.

Als Millennials wird die Generation bezeichnet, die zwischen 1981 und 1998 geboren wurde und deren Durchschnittsalter 28 Jahre beträgt. Warum dient dieser Altersgruppe ein Restaurantbesuch als Distinktion?

Hendrik Haase: Es ist die einfachste Art, die eigene Identität auszudrücken. Wir leben in einer Welt, in der die Investition von freier Zeit in Erlebnisse attraktiver wird. Die digitalen Lebens- und Kommunikationsadern bieten den Millennials heute, die Möglichkeit, diese Erlebnisse im Internet zur Schau zu stellen.

Welches Essen bevorzugen die 20- bis 35-Jährigen?
Millennials sind auf der Suche nach Lebensmitteln, die sinnstiftend und authentisch sind. Lebensmittel, die Antworten auf Fragen liefern wie: Wo kommt‘s her? Was ist wirklich drin? Wer hat's gemacht? Für die Generation, die mit dem Netz und im Netz großgeworden ist, üben greifbare und limitierte Lebensmittel enorme Attraktivität aus.

Welche Kriterien müssen Restaurants erfüllen, um für Millennials attraktiv zu sein?
Restaurants müssen zu Erlebnisräumen werden – zu Räumen, in denen der Gast seine Identität gestalten kann. Millennials sind allergisch gegen gesichtslose Ketten. Gastronomen sollten sich klarmachen, dass sie in Teilen der Bevölkerung auf dem Niveau von Musikclubs rangieren. Sie sollten sich daher ihr Programm auf dem Teller genauso gut überlegen wie Clubs das Set des DJs.

Welche Rolle spielt der Preis des Essens für Millennials?
Der Preis spielt eine Rolle. Für ein Konzert, das mir ein Erlebnis bietet, gebe ich gerne Geld aus. Für einen Restaurantbesuch gebe ich ebenfalls gerne Geld aus, vorausgesetzt, es wird klar, was ich dafür bekomme und dass sich die Investition lohnt.

Warum spielen Lebensmittelunverträglichkeiten bei Millennials eine zunehmende Rolle und weshalb geben viele Menschen dieser Generation lediglich vor, eine Unverträglichkeit zu haben?
Es geht um Abgrenzung, Persönlichkeits- und Identitätsbildung. Paleo, Vegan oder glutenfrei sind da nur der Anfang. Die vermeintlichen Unverträglichkeiten sind gleichzeitig Ausdruck einer immensen Unsicherheit, was das Essen angeht. Wem und was kann ich noch vertrauen?

Empfehlen Sie Gastronomen, einen Social-Media-Manager zu beschäftigen?
Ein Social-Media-Manager ist Pflicht. Die digitale Kommunikation jedoch völlig an eine unbeteiligte Person zu delegieren, greift zu kurz. Vielmehr muss es darum gehen, die digitale Kommunikationskultur der Gegenwart im gesamten Unternehmen zu leben und zu integrieren.

Mehr über die Millennials und das vollständige Interview lesen Abonnenten in der Mai-foodservice oder im E-Paper.




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