Care-Markt

"Patientenessen muss lecker sein"

Klaus Richter, Geschäftsführer Rebional.
Rebional
Klaus Richter, Geschäftsführer Rebional.

Geschmacklos, undefinierbar, zu wenig, keine Abwechslung – so wird hierzulande das Essen in Krankenhäusern oft bewertet. Wir sprachen mit Klaus Richter, Geschäftsführer des Herdecker Bio-Caterers Rebional, über die Kritik am Krankenhausessen.

Dieser Text erschien zuerst in der Februarausgabe der gv-praxis. Jetzt im E-Paper lesen

Wo liegt Rebional warenkostenmäßig bei Patient und Tag für ein frisch gekochtes Essen in Bio-Qualität?

Klaus Richter: Wir liegen pro Kopf und Tag mit einem 30-prozentigen Bio-Anteil bei rund 4,50 Euro. Pro Woche arbeiten wir bei drei Menülinien mit 21 Gerichten. Wenn davon sieben Gerichte fleischhaltig sind, kann man diesen Preis halten.

Wie sehen Sie die aktuelle Debatte?
Ich wünsche mir eine ehrliche Qualität der Speisenversorgung. Damit meine ich Qualität, die man riechen, schmecken, sehen und nachvollziehen kann. Es geht nicht um teure Drei-Sterne-Menüs oder schicke Rezepte. Ja, die Nährstoffe müssen stimmen. Letztendlich geht es aber darum, dass der Mensch im Krankenhaus zufrieden ist und schnell gesund wird.

Wie wird gekocht? Worin unterscheidet sich das Rebional-Essen von anderen Kliniken?
Wir kochen ausschließlich frisch. Fertige Tiefkühl- oder Tütenprodukte gibt es nicht. Wir ziehen zum Beispiel Soßen und Brühen selbst, Desserts wie Pudding oder Fruchtjoghurts werden eigenhändig zubereitet. Convenience-Produkte kommen nur bis Stufe zwei von fünf zum Einsatz, also ungewürzte, kochfertige, aber nicht gegarte Lebensmittel. Gemüse, Salat und Obst werden täglich frisch geputzt, geschnitten und verarbeitet. Regionale und saisonale sowie frische Lebensmittel sind für uns das zentrale Handlungsmotiv beim Kochen. Mit unserer Unternehmensphilosophie leben wir schon immer Nachhaltigkeit, die für unsere nachfolgenden Generationennotwendig ist.

Wie geht das Unternehmen mit dem Preiskampf bei Caterern um?
Wir machen da schlicht und einfach nicht mit. Unsere Kunden bekommen eine sehr transparente Kostenaufstellung. An der kann dann gefeilt werden. Soll es günstiger werden, passen wir die Speisenpläne an: weniger Fleisch oder Fisch, keine Vorspeise, kleinere Dessertportionen. Wer es billiger will, bekommt einfach weniger Leistung bei gleichbleibender Qualität. Nur darf der Patient nicht darunter leiden.



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