Interview

"Wir haben beste Zukunftschancen"

Johannes Ulrich.
Schmid
Johannes Ulrich.

Nach 17 Jahren an der Spitze der Hofmann Menü-Manufaktur, Boxberg, hat Johannes Ulrich die Geschäftsführung des in Deutschland, Schweiz und Österreich erfolgreich agierenden Food-Spezialisten in neue Hände gegeben. Das Gespräch führte gv-praxis Chefredakteur Burkart Schmid.

Herr Ulrich, Sie treten zusammen mit Clemens Bettermann aus der Führungsebene zurück und überlassen die jetzt anderen. Wie sieht die Nachfolgeregelung aus?
Johannes Ulrich: Nach 17 Jahren ist es an der Zeit, die operative Führung des Unternehmens in neue Hände zu übergeben. Bereits zum 1. April ist Frank Hanses (47) als Geschäftsführer Vertrieb (CSO) in die Unternehmensleitung eingetreten. Der Diplom-Kaufmann war vor seinem Wechsel zur Hofmann Menü-Manufaktur rund neun Jahre lang Mitglied der Geschäftsführung des marktführenden Tankkartenanbieters. Und zum 4. Juni hat Joachim Reichelt (39) die Leitung der Geschäftsführung übernommen. Reichelt war zuletzt als Managing Director von Aryzta Deutschland und Mitglied des European Executive Committee der Aryzta Food Europe tätig. Beide bilden die operative Geschäftsführung und werden Gesellschafter.

Und was machen Sie jetzt?
Ulrich: Ich wechsele zusammen mit Clemens Bettermann als Gesellschafter in das Advisory Board. Damit sind Kontinuität und eine organische Weiterentwicklung des Unternehmens sichergestellt. Ich übernehme den Vorsitz des Beratungsgremiums und löse damit Jürgen Diegruber, Partner des Mehrheitseigentümers Partners Group, ab. Die Partners Group wird weiterhin durch Fredrik Henzler und Jürgen Diegruber im Advisory Board vertreten bleiben. Gleichzeitig wird das Advisory Board durch Antje Schubert, Geschäftsführerin von Iglo in Deutschland, und den Digital- und Contentexperten Dominik Wichmann, langähriger Chefredakteur von SZ-Magazin und Stern, verstärkt.

Wie bewerten Sie die Perspektiven am Markt?
Ulrich:
Wir haben ein durch und durch gesundes und profitables Unternehmen geschaffen, das die Wachstumsmöglichkeiten in der Vergangenheit konsequent wahrgenommen hat. Ich bin überzeugt, dass die demographische Entwicklung sowie der weiterhin stark fragmentierte Markt innovativen, auf Qualität und Service setzenden Unternehmen nachhaltige Wachstumsmöglichkeiten ermöglichen. Kurzum: Wir haben beste Zukunftschancen.

Sie waren vor Ihrer Hofmann-Ära im Cateringgeschäft bei Schubert unterwegs. Wie sehen Sie diesen Markt heute?
Ulrich:
Ich bin überzeugt, dass die Branche vom bisherigen Businessmodell abrücken muss, weil die immer dramatischere Arbeitsmarktsituation nichts anderes zulässt. Die Dienstleistung ist in ihrer jetzigen Form zu personalintensiv, der Kunde verlangt davon unabhängig stetig eine Top-Qualität.

Ihre Chance?
Ulrich: Ja, denn wir setzen seit 60 Jahren auf Handwerk und beschäftigen heute inklusive der eigenen Metzgereien 490 ausgebildete Köche und Metzger. Unser Vorteil ist, dass wir bei unserer Größenordnung einen wertvollen Skalenvorteil haben. Cook & Freeze hat deshalb eine große Zukunft.

Aber Hofmann ist Massenproduzent.
Ulrich:
Das ist ein großes emotionales Thema. Wir haben Stallungen um unsere Produktionsbetriebe herum. Wir kennen und suchen regionale Lieferanten und Anbauer. Wir verarbeiten nur beste Rohware aus der Region und legen großen Wert auf handwerkliche Verarbeitung. Unsere Produkte werden zu 80 Prozent gegart, dann schockgefrostet und vor Ort à la minute restgegart. Diese Art der Konservierung ist ein ganz normaler Prozess.

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