Kaffeebars in Deutschland

Der Markt wird neu gemischt

Kein Selbstläufer: Der deutsche Kaffeebarmarkt im Umbruch.
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Kein Selbstläufer: Der deutsche Kaffeebarmarkt im Umbruch.

Der deutsche Kaffeebar-Markt sortiert sich neu und bekommt es nicht nur aus den eigenen Reihen mit weiterem und starkem Wettbewerb zu tun. Marken aus dem Ausland drängen herein und kleine Independent Shops entwickeln sich nicht selten zu Mini-Ketten.

Dieser Text ist ein Exzerpt. Lesen Sie die ausführliche Marktanalyse zum deutschen Kaffeebarmarkt in der  Titelgeschichte der foodservice-Ausgabe Oktober.

Für bemerkenswerte Wachstumszahlen auf dem Gesamtmarkt sorgten ab Anfang der 2000er jahrelang neu gegründete Kaffeebar-Konzepte junger Unternehmer und später die schnelle Implementierung von McCafé in einem Großteil der McDonald’s-Restaurants.

2016 meldete McDonald’s erstmals ein Minus in puncto Shop-in-Shop-Lösung in Deutschland. Der Fast-Food-Spezialist ist an seine Grenzen gestoßen – nicht überall passt das Kaffeebar-Modul ins Restaurant und nicht überall performte es wie erhofft. Die Fast-Food-Kette hat sowohl die Expansion gedrosselt als auch alle Units auf den Prüfstand gestellt, aber dafür systemweit an der Kaffeequalität gearbeitet.

Bei zahlreichen Marken folgte auf den raschen Ausbau der Standorte eine Phase der Konsolidierung. Eigentümer- wie Geschäftsführerwechsel prägten das Geschehen. Neuorientierung ebenso auf den Flächen. Die Expansion scheint gebremst: 2018 stieg die Anzahl an Kaffeebars in Deutschland um 2 Prozent auf 2.361.

Kaffeebar-Konzepte: Top Player 2018

Quelle: foodservice, Anzahl der Standorte in D zum 31.12.2018
R'17Marke2018+/- '17
11McCafé*840-10
22Tchibo4992
33Coffee Fellows21732
45chicco di caffè16333
54Starbucks1571

Marktbewegung durch Aufkäufe

Mit dem Kauf der Campus Suite-Kette durch Coffee Fellows im September 2019 hat die Bereinigung des Marktes wieder Fahrt aufgenommen. Das Münchener Unternehmen will mit der Übernahme der im Norden der Republik präsenten Marke das Wachstum kräftig ankurbeln.

Doch anders als es Balzac erging und weiter ergeht, heißen die 30 Standorte auch künftig Campus Suite. Denn Coffee Fellows will mit einer Zweimarkenstrategie schneller wachsen. Zudem entfallen Investitionen in Rebranding und Umbau. Gründer und Eigentümer Frank Stebisch bleibt darüber hinaus als Geschäftsführer der Campus Suite GmbH an Bord und wird die weitere Expansion verantworten. "Wir glauben an ein riesiges Potenzial unserer Marke und haben mit dem Coffee Fellows-Team eine Plattform, dies auch außerhalb Norddeutschlands zu realisieren", ist Stebisch überzeugt.

Eine andere Markenstrategie als Campus Suite und Coffee Fellows verfolgt die JAB Holding, die 2017 43 Units von Balzac gekauft hat und die Kaffeebars in ihre schwedische Kette Espresso House integrieren wird. Nach und nach verschwindet die 1998 in Hamburg von Vanessa Kullmann gegründete Marke Balzac von der Bildfläche. Im ersten Quartal 2021 sollen alle Balzacs unter der Flagge Espresso House laufen. 

Welche Unternehmen auf dem auf- oder absteigenden Ast sind, wie sich der Markt sortiert und welche spannenden neuen Konzepte in den Startlöchern stehen, lesen Abonnenten in der  Titelgeschichte der foodservice-Ausgabe Oktober. Kein Abo? Hier geht es zum Probe-Abo.

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