Kaffeebars in Europa

Internationale Ketten treiben Expansion an

McCafé gehört zu den größten Kaffeebar-Ketten in Europa.
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McCafé gehört zu den größten Kaffeebar-Ketten in Europa.

Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in der gesamten Region haben die Marktforscher von Allegra für Ende des Jahres ein Plus von 3,4 Prozent auf dem europäischen Kaffeebar-Markt errechnet. In den vergangenen zwölf Monaten stieg die Zahl der Standorte um 1.235 auf 37.598 Filialen.

In 13 der insgesamt 30 europäischen Länder registrierte Allegra ein Plus von mehr als 5 Prozent. Dabei stellt Rumänien den am schnellsten wachsenden Kaffeebar-Markt dar mit rund 28 Prozent Outlet-Wachstum. Während der britische Markt jahrelang gute Pluszahlen lieferte, verlangsamte sich die Expansion deutlich auf 0,9 Prozent inmitten der anhaltenden Brexit-Unsicherheit und des gedämpften Verbrauchervertrauens.

Die aktuelle Studie
  • Über 300 Umfragen mit Brancheninsidern, Entscheidungsträgern und wichtigen Mitarbeitern
  • Über 7.500 Online-Umfragen in vier westeuropäischen Schlüsselmärkten –Frankreich und Deutschland, Irland und die Niederlande, die sich an regelmäßige Kaffeetrinker richten.
  • Feldforschung einschließlich Besichtigungen vor Ort, Datenerfassung und Preisanalyse
  • Desk-Recherche über Unternehmenswebsites, veröffentlichte Bilanzen,  Branchenverbände, Handel
  • Presse- und Nachrichtenartikel


Das größte Minus erlebte die Türkei mit -2,9 Prozent weniger Kaffeebars. Die ungarischen, belgischen und schwedischen Märkte schrumpften um 1,9 Prozent, 1,8 Prozent bzw. 1,3 Prozent.

Internationale Ketten fördern das Wachstum

World Coffee Portal, die Allegra-Plattform, welche die gesamte Kaffeemarkt-Forschung des Unternehmens vereint, prognostiziert, dass der europäische Markt für Marken-Cafés bis 2025 bis zu 45.400 Standorte erreichen wird. Dies entspricht einem Fünfjahres-Wachstum von 3,9 Prozent.

Große internationale Kaffeebar-Ketten bauen ihre europäische Präsenz weiter aus, wobei 20 der größten Marken des Kontinents mittlerweile 45 Prozent des gesamten Marktes ausmachen. Starbucks, McCafé und Costa Coffee waren in den vergangenen zwölf Monaten für fast ein Drittel der neuen Netto-Neuzugänge verantwortlich und machten zusammen 23 Prozent des europäischen Segments aus. Die Sicherung der besten Standorte hat unter den befragten europäischen Marktführern an Bedeutung gewonnen. Als primäre Herausforderungen für Coffeeshops wurden jedoch die Komplexität der Standortsicherung, hohe Mieten und Immobilienkosten genannt.

Die Branchenführer bestätigten die anhaltende Rolle der Premiumisierung im europäischen Coffeeshop-Segment und identifizierten Spezialitätenkaffee als den wichtigsten Verbraucher-Trend. Cold Brew ist nach wie vor das am schnellsten wachsende Getränk, macht jedoch immer noch einen relativ kleinen Anteil am Gesamtumsatz aus.

Verbraucheranalyse in vier Ländern

Erstmals befragte das World Coffee Portal die Verbraucher in vier großen nationalen Märkten – Frankreich, Deutschland, Irland und den Niederlanden –, um das Kaffeekonsumverhalten zu analysieren. Irische Verbraucher haben demnach beispielsweise höchstwahrscheinlich eine Kaffeebar-App heruntergeladen, vor allem, um Treuepunkte zu sammeln und zu verwalten. Die Studie ergab auch einen deutlichen Unterschied in der Beliebtheit von Starbucks. In den Niederlanden gilt der Weltmarktführer als beliebtester Kaffeebar-Betreiber, während die Verbraucher in Deutschland viel stärker geteilt sind.

Zu den Forschungsergebnissen sagte Jeffrey Young, CEO und Gründer der Allegra Group: "Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und tiefer Verunsicherung der Verbraucher wachsen die Marken-Cafés in den meisten europäischen Ländern."
Projekt Café Europe 2020
  • 48 nationale Märkte
  • Preisgestaltung für die fünf größten Marken-Ketten in 24 wichtigen europäischen Märkten
  • Erste Einbeziehung von Verbrauchertrends, -verhaltensweisen und -einstellungen auf der Grundlage von 7.500 Umfragen für die Länder Irland, Frankreich, Deutschland und die Niederlande


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