Kantine Zukunft

Kampagne "Wir kochen für Berlin"

Erika kocht täglich für die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe BVG.
Joanna Nottebrock
Erika kocht täglich für die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe BVG.

"Wir kochen für Berlin. Aus guten Händen für die Kantinen der Stadt". So heißt die Kampagne der Bildungsorganisation Kantine Zukunft der Stadt Berlin. Zusammen mit Berliner Großküchen arbeitet sie seit 2019 an einem nachhaltigen Wandel der Gemeinschaftsgastronomie. Mit Plakaten im öffentlichen Raum würdigt die Kampagne nun die Menschen, die täglich für tausende Berliner in der Küche stehen.

Sie sind die Wirtinnen und Wirte, Gastgeber und Gastgeberinnen der Stadt. Sie kochen für Berlin, spülen, schnippeln oder arrangieren tagtäglich Mahlzeiten auf die Teller von Kitakindern, Schülern, Angestellten, Beamten und Arbeitern, Patienten und Senioren.

Im Rahmen der Kampagne "Wir kochen für Berlin" zeigen Porträts in der ganzen Stadt Berlinerinnen und Berlinern aus der Gemeinschaftsgastronomie. Stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen kommen sie so zu Wort und berichten von ihrer Arbeit. Mit dabei sind Mitglieder der Küchenteams der Berliner Verkehrsbetriebe, Wasserbetriebe, der Freien Waldorfschule am Prenzlauer Berg, der KiTa Kleine Traber, der Klinik Havelhöhe, dem Ina.Kinder.Garten SieKids und des Kulturcaterings Amalie.

Klasse auch in der Masse

"Wir wollen zeigen, dass in Kantinen gut gekocht wird, dass wir anders kochen können. Kochen für viele bedeutet für mich die Möglicheit zu haben, mehr Menschen zu erreichen und somit eine größere Gemeinschaft zu versorgen. Genau da können wir beweisen, dass auch Masse klasse ist!", sagt zum Beispiel Thomas Schultz, Koch der Berliner Wasserbetriebe.

 
In S- und U-Bahn-Stationen sowie in den Straßen der Hauptstadt stellen die Plakate die Helden der Küche ins wohlverdiente Rampenlicht. Aber auch digital sind Porträts, Zitate und Video-Clips präsent. "Es gibt viele Einrichtungen, die bereits zukunftsfähig arbeiten, aber gerade in Anbetracht seiner Wichtigkeit und Wirkung wird der Gemeinschaftsgastronomie viel zu wenig Aufmerksamkeit ud Wertschätzung entgegengebracht. Uns war es deshalb so wichtig, dieser sinnvollen Arbeit und den Menschen dahinter eine wohlverdiente Plattform zu bieten", sagt Dinah Hoffmann von der Kantine Zukunft.

Mehr frische Bio-Qualität für die Berliner

Wir kochen für Berlin. from Kantine Zukunft Berlin on Vimeo.Die Organisation mit Standort in der Markthalle Neun wurde im Oktober 2019 ins Leben gerufen. Praktische Beratung, Schulungen und Vernetzung begleiten teilnehmende Küchen kostenlos auf ihrem Weg hin zu einem frischeren, bioregionalen und leckeren Speiseangebot. In den Einrichtungen wirken zahlreiche motivierte Küchenpraktiker mit, um die Transformation der Gemeinschaftsverpflegung für ganz Berlin anzustoßen. 

Die Basis der Unterstützung der teilnehmenden Einrichtungen bildet die im August vorgestellte Berliner Methode. Diese 10 Grundsätze sind die Wegweiser für eine zukunftsfähige Gemeinschaftsgastronomie, die Gutes für viele ermöglicht. Für die (Berliner) Gesellschaft bedeutet dies gesünderes Essen, eine höhere regionale Wertschöpfung und neue Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft.
Über Kantine Zukunft
"Wir wollen mehr saisonales, regionales und biologisches Essen auf die Teller der Berlinerinnen und Berliner bringen." Mit diesem Ziel startete im Oktober 2019 die von Dr. Dirk Behrendt, Berliner Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, initiierte Kantine Zukunft in die erste Ausbildungsrunde für Köche der Gemeinschaftsgastronomie in der deutschen Hauptstadt als Teil der Berliner Ernährungsstrategie. Sie arbeitet im Rahmen der Kantinen-Werkstatt bereits mit mehr als 40 Küchen zusammen. Damit ist die höchstmögliche Teilnehmerzahl für das Jahr 2021 erreicht. In diesem Jahr wurde die Trainingsküche in der Markthalle Neun in Betrieb genommen, das öffentliche Seminarprogramm gestartet sowie digitale und Präsenzveranstaltungen inklusive drei Exkursionen zu regionalen Biohöfen organisiert. Konzeptionelles Vorbild ist das Kopenhagener House of Food, das dort einen Bio-Anteil von bis zu 90 Prozent in öffentlichen Kantinen umsetzen konnte.
stats