Kita-Verpflegung

Bio-Qualität oft nur vorgetäuscht

Wo Bio drauf steht, sollte auch Bio drin sein. Laut der Untersuchung der Verbraucherzentrale klappt das nicht immer.
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Wo Bio drauf steht, sollte auch Bio drin sein. Laut der Untersuchung der Verbraucherzentrale klappt das nicht immer.

Fehlende Zertifizierungen und unklare Angaben zu Bio-Anteil und Zusatzstoffen - die Überprüfung der Websites und Speisepläne von 20 Kita-Caterern durch die Verbraucherzentrale Hamburg förderte Ernüchterndes zutage. Die kritisierten Unternehmen reagierten teilweise mit Nachbesserungen.

Bei rund 13 Anbietern deckten sich die Angaben im Internet und auf den Speiseplänen nicht mit dem tatsächlichen Angebot auf dem Teller. Diese Unternehmen priesen zwar auf großen Logos oder mit Schriftzügen und Hinweisen die Bio-Qualität ihrer Speisen an, würden jedoch real nicht liefern, bemängelte die Verbraucherzentrale nach ihren Stichproben.

Unklare Speisepläne

Häufig sind nur wenige Zutaten, wie etwa Nudeln und Reis aus biologischem Anbau, während die restlichen Komponenten des Essens aus konventioneller Erzeugung stammen. Dies sei jedoch für die Eltern anhand der Speisepläne nicht nachvollziehbar. Somit würden diese über den wahren Bio-Anteil im Essen ihrer Kinder getäuscht. Zusätzlich kritisierte die Verbraucherzentrale, dass in einigen Fällen Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Geschmacksverstärker und auch potenzielle Allergene nicht nachvollziebar aufgelistet sind.

Fehlende Zertifizierung

Sechs der überprüften Caterer konnten zudem nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Bio-Zertifizierung vorweisen. Das bedeutet, dass sie die erforderliche Prüfung ihres Angebot durch eine Öko-Kontrollstelle nicht durchgeführt haben. Ohne dieses Verfahren dürfen die Unternehmen die Begriffe "Bio" und "Öko" jedoch nicht auf ihrer Speisekarte verwenden.

Nachbessern ist angesagt

Doch es gibt auch positives zu vermelden. Immerhin sieben der stichprobenartig kontrollierten Unternehmen machten korrekte und leicht nachvollziehbare Angaben zur Bio-Qualität ihres Angebots. Einige der kritisierten Caterer haben zudem seit dem Bekanntwerden der Ergebnisse ihr Angebot nachgebessert. So wurden unter anderem Speisepläne verändert, ein prozentualer Bio-Anteil einzelner Speisen berechnet und veröffentlicht und Bio-Angebote noch stärker hervorgehoben. Zusätzlich haben sich mehrere Betriebe im Nachgang für die Zertifizierung bei der Öko-Kontrollstelle angemeldet.

Die kompletten Ergebnisse der Überprüfung sind auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg einsehbar.


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