Kommentar

Vegan ist gekommen, um zu bleiben

Volontärin Ann-Cathrin Witte über fleischfreien Genuss.
foodservice
Volontärin Ann-Cathrin Witte über fleischfreien Genuss.

Knapp zwei Prozent der Bundesbürger leben vegan, rund zehn Prozent bezeichnen sich als Vegetarier. Obwohl beide Gruppen nur einen kleinen, aber wachsenden Teil der deutschen Bevölkerung ausmachen, hat sich das vegan-vegetarische Angebot in Restaurants und im Einzelhandel seit Jahren stark vergrößert.

Dieser Kommentar erschien zunächst in der Dezemberausgabe der foodservice.


Verantwortlich dafür sind nicht nur die strikt fleisch- oder tierproduktfrei lebenden Konsumenten, sondern auch die große Gruppe der Flexitarier, die zwar nicht völlig, aber doch häufig auf Fleisch verzichten und dafür nach attraktiven Alternativen suchen. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos und der Lebensmittelzeitung (LZ) zur Wahrnehmung von Handelsmarken gaben rund 22 Prozent der Befragten an, sich für vegetarische Produkte zu interessieren. Bei den veganen Produkten waren es immerhin noch 13 Prozent.

Knapp zwei Drittel der Befragten wünschten sich zudem für die Zukunft eine noch größere Auswahl an pflanzlichen Alternativen. Der (temporäre) Verzicht auf Fleisch und weitere tierische Produkte ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird gleichzeitig nicht mehr ausschließlich als Manko wahrgenommen. Stattdessen steht der bewusste Genuss im Vordergrund. Wohl auch deshalb können viele nicht vegane Quickservice-Restaurants mit ihrem pflanzlichen Angebot punkten.

Junge Konzepte integrieren fleischfreie Optionen

Ob Burger-Expertise bei Hans im Glück und Peter Pane, individuell zusammenstellbare Salate und Bowls bei Dean & David oder der Rückgriff auf die ohnehin fleischärmere asiatische Küche bei Sushi Circle und Mosch Mosch - viele der jüngeren Ketten integrieren vegane Optionen ganz selbstverständlich in ihr Konzept. Dies hängt sicherlich auch mit dem Durchschnittsalter ihrer Gäste und den Standorten in Großstädten, traditionell ein experimentierfreudigeres kulinarisches Pflaster, zusammen.

Laut der vorliegenden Marktanalyse von ProVeg und foodservice können knapp ein Drittel der untersuchten Quickservice-Player ein sehr gutes pflanzen-basiertes Speisenangebot vorweisen. Gerade die internationalen Gastro-Ketten wie McDonald’s, Burger King und KFC, halten sich in Deutschland mit veganen oder vegetarischen Angeboten aber noch zurück. Als Marktführer im Quickservice-Bereich fehlt ihnen bisher die Notwendigkeit, sich auf die geänderten Konsumbedürfnisse einzustellen. Doch die Zeiten ändern sich und die Konkurrenz schläft nicht. Auf Dauer werden auch die großen Player nicht darum herum kommen, mehr als lediglich vegane Pommes Frites anzubieten.



stats