Krankenhaus-Studie

Auch Klinikküchen in Gefahr


Wirklich noch frisch gekochtes Essen könnte eine Rarität werden.
krechel
Wirklich noch frisch gekochtes Essen könnte eine Rarität werden.

Die neue Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung sorgt für Unruhe in der Gemeinschaftsgastronomie, speziell im Healthcare-Markt. Danach fordern Experten eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser.

Das Großküchensterben in deutschen Kliniken könnte weiter gehen. Schon durch die Zentralisierung von Küchen wurde in den letzten Jahren die Anzahl der klassischen Frischküchen deutlich gesenkt. Eine drastische Reduzierung der Klinikanzahl würde zu  weiteren Schließungen von Küchen führen. In einem ohnehin kostengetriebenen Verpflegungsmarkt käme die Reduzierung von 800 Einrichtungen einem glatten Ausverkauf gleich. Schon heute ist der Markt zum Beispiel für Caterer hoch problematisch (Erlösplus 1,5 %). In den letzten zehn Jahren gingen den Care Caterern nach einer Berechnung der gv-praxis knapp 200 Mio. Euro an Umsatz verloren. Als Gründe werden die Mehrwertsteuerbelastung und Insourcing-Tendenzen genannt.

Viele Häuser zu klein

In der neuen Studie der Bertelsmann Stiftung weisen führende Krankenhausexperten darauf hin, dass viele Krankenhäuser in der Bundesrepublik Deutschland zu klein sind und oftmals nicht über die nötige Ausstattung und Erfahrung verfügen, um lebensbedrohliche Notfälle wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall angemessen zu behandeln. Ihre These: Viele Komplikationen und Todesfälle ließen sich durch eine Konzentration auf deutlich unter 600 statt heute knapp 1.400 Kliniken vermeiden. Ebenso gingen damit eine bessere Ausstattung, eine höhere Spezialisierung sowie eine bessere Betreuung durch Fachärzte und Pflegekräfte einher.

Von 38 auf 14 Häuser reduzieren

Für die Studie haben die führenden deutschen Krankenhausexperten in einem ersten Schritt ein Zielbild für Deutschland entwickelt, das sich an definierten Qualitätskriterien orientiert. Im Anschluss wurde in einer Simulation erstmals berechnet, wie sich eine verpflichtende Einhaltung dieser Vorgaben auf die Kliniklandschaft einer ganzen Region auswirken würde. Die Wahl fiel dabei auf den Großraum Köln/Leverkusen, der sowohl von städtischen als auch ländlichen Gebieten geprägt ist. Ergebnis: Die Modellregion Köln/Leverkusen bräuchte nur noch 14 statt heute 38 Krankenhäuser.



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