Leaders Club

Vierte Auflage der Startup Sessions


Die 180 Tickets der Gastro Startup Sessions im Alten Mädchen in Hamburg waren in kurzer Zeit ausverkauft.
Leaders Club
Die 180 Tickets der Gastro Startup Sessions im Alten Mädchen in Hamburg waren in kurzer Zeit ausverkauft.

Beim erneuten Zusammentreffen in Hamburg vermitteln Experten aus der Gastro-Branche Wissen und zeigen neue Trends. Rund 200 Personen lauschten den Vorträgen.

Die Temperatur der angelieferten Ware dokumentieren, Hygieneprotokoll und Stundenzettel der Mitarbeiter führen, Buchhaltung, Steuer, Fortbildung, Einstellungsgespräche – der Arbeitsalltag eines Gastronomen hat heute kaum noch etwas mit dem Bild vom inspirierten Restaurantchef zu tun, der morgens über den Großmarkt schlendert und fröhlich mit Erzeugern plaudert. Es wird geschätzt, dass 9 von 10 Startups nicht überleben.

Und trotzdem waren die mehr als 180 Tickets der Gastro Startup Sessions im Alten Mädchen in Hamburg in kurzer Zeit ausverkauft. "Es ist und bleibt nun einmal der geilste Job der Welt", sagte Patrick Rüther, Vorstandsvorsitzender des Gastronomen-Netzwerkes Leaders Club in seinem Abschlussresümee der zweitägigen Veranstaltung.

"Die gesamte Persönlichkeit"

"In keinem Beruf kann man sich so mit seiner ganzen Persönlichkeit einbringen. Wenn Du Punk magst, spielst du den ganzen Tag Punk. Wenn du grün magst, streichst du alles grün. Nirgends trifft man so viele interessante Menschen. Und wenn der Laden brummt und die Bons laufen, rauscht das Adrenalin wie in keiner anderen Branche."

Dass es bis dahin jedoch meist ein steiniger und schmerzhafter Weg ist, konnten die Besucher mehr als einmal hören. Zum Beispiel von Burhan Schawich (Underdocks): "Ein Tag an dem es läuft, ist wie ein Rausch, aber einen Einbruch hat man einfach nicht im Business Plan. Und schon gar nicht – wie bei uns – gleich drei davon."

Von den Erfahrungen und Fehlern anderer lernen, das ist laut vieler Besucher einer der entscheidenden Gründe, die Startup Sessions zu besuchen. "Scheitern wird in Deutschland immer noch tabuisiert", so Moderator und Bobby&Fritz Chef Tim Koch beim Panel.  "We fucked up. So you don't have to": "Bei den Sessions leben wir bereits eine neue Kultur des Scheiterns. Hier ist Scheitern etwas Positives. Es ist wertvolles Wissen, das einen selbst und andere weiterbringt."

Personalakquise und Selbstmotivation

Nicht nur auf dem Podium, sondern auch am Tresen oder beim Kaffee waren die großen Themen Personalakquise und Selbstmotivation. "Es gibt genug Personal, nur nicht für uns alle", hieß es mit bitterem Beigeschmack bei der Session "Mitarbeiter – wo finde ich meine Leute?"

Patrick Rüther: "Wir beobachten zunehmend, dass auf der einen Seite gestandene Gastronomen erschöpft aufgeben und auf der anderen Seite junge Menschen von vornherein in Branchen gehen, die weniger anstrengend sind. Warum soll ich mich 16 Stunden mit Bürokratie und zunehmend anspruchsvollem Personal abmühen, während ich woanders mit ein paar Stunden Homeoffice genauso viel verdiene?" 

Instagram-taugliche Einrichtung

Neben allgemeinen Themen wie Trends oder Motivation sind es die ganz handfesten Tipps, die die Startup Sessions unter Gründern so beliebt machen. So zum Beispiel der Hinweis einer Influencerin, dass heutzutage die Einrichtung am besten gleich so geplant ist, dass sie "instagramable" sei.

Über den Leaders Club
Der Leaders Club ist ein Netzwerk von Gastronomie-begeisterten Menschen und Unternehmen, das 2001 gegründet wurde und aktuell über 320 Mitglieder aus 160 Unternehmen der Branche zählt. Das Credo: Netzwerken, Kompetenzen weitergeben, Startups und junge Gastronomen fördern und untereinander Hilfe anbieten.


stats