Lieferdienst-Deal

Takeaway.com und Just Eat wollen fusionieren


Takeaway.com und Just Eat sollen ein Unternehmen werden.
Takeaway.com/Just Eat
Takeaway.com und Just Eat sollen ein Unternehmen werden.

Grundsätzlich ist man sich einig: Die international tätigen Lieferanbieter Takeaway.com (in Deutschland Betreiber von Lieferando) und Just Eat wollen zu einem Unternehmen verschmelzen. Damit entstünde eine der weltgrößten Liefer-Plattformen: Im Jahr 2018 vermittelten die beiden Anbieter in allen Märkten gemeinsam 360 Mio. Bestellungen in Höhe von 7,3 Mrd. Euro, teilten die Unternehmen mit.

Die Aufsichtsräte der beiden börsennotierten Unternehmen sind sich im Prinzip einig, zum gemeinsamen Unternehmen Just Eat Takeaway.com N.V. zu fusionieren. Dazu sollen die Aktien von Just Eat in solche von Takeaway.com umgewandelt werden. Den bisherigen Just Eat-Aktionären sollen pro Aktie 0,09744 Takeaway.com-Aktien angeboten werden. Das Angebot entspräche einer Prämie von 15 Cent pro Aktie über dem Kurs vom 26. Juli 2019, dem letzten Börsentag vor dem Angebot. Rein rechnerisch hielten damit am neuen Unternehmen die Aktionäre von Just Eat etwa 52,2 Prozent, die von Takeaway.com 47,8 Prozent.

Im Falle der Fusion stünden auch schon erste Personalien fest. Der momentane Just Eat-Aufsichtsratsvorsitzende Mike Evans soll diesen Posten auch im fusionierten Unternehmen einnehmen, der aktuelle Takeaway.com-Aufsichtsratsvorsitzende Adriaan Nühm würde Vize-Vorsitzender. Takeaway.com-CEO Jitse Groen soll diesen Posten im Gesamtunternehmen übernehmen. Just Eat-CFO Paul Harrison übernähme den Plänen nach diesen Posten für das fusionierte Unternehmen, der momentane Takeaway.com-CFO Brent Wissink teilte sich mit Lieferando-Gründer und Takeaway.com-COO Jörg Gerbig die Stelle des Chief Operating Officers (COO). Der gemeinsame Firmen-Sitz soll Amsterdam sein, wichtige Teile des operativen Geschäfts sollen aber weiter in Großbritannien geführt werden.

Die Fusion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Vorstände beider Unternehmen. Nach britischem Recht muss Takeaway.com bis zum 24. August um 17 Uhr Just Eat ein verbindliches Angebot unterbreiten. Am Freitag, dem 26. Juli nach Börsenschluss, lag der Marktwert von Takeaway.com bei etwa 5,1 Mrd. Euro, der von Just Eat bei etwa 4,8 Mrd. Euro. Nach der Bekanntgabe der Fusionspläne stiegen die Kurse beider Unternehmen am  29. Juli: Takeaway.com legte am Morgen 4,5 Prozent zu, Just Eat sogar um mehr als 20 Prozent.
Über Takeaway.com
  • Heimatmarkt Niederlande
  • Länder mit Marktführerschaft Niederlande, Deutschland, Belgien, Österreich und Polen (eigene Angaben)
  • Weitere Ländermärkte  Schweiz, Portugal, Luxemburg, Rumänien, Bulgarien, Israel, Vietnam (Joint Venture)
  • Bestellungen 2018: Niederlande 32,69 Mio. (+19 % im Vergleich zu 2017), Deutschland 32,63 Mio. (+36 %), alle Ländermärkte 93,92 Mio. (+38 %)

Ergänzende Ländermärkte

Die beiden Unternehmen könnten sich erfolgreich ergänzen, da sie sich bislang in wenigen wichtigen Ländermärkten Konkurrenz machen. "Momentan sind beide Unternehmen nur in einem gemeinsamen Ländermarkt vertreten: der Schweiz", sagt Takeaway.com-Investor-Relations-Manager Joris Wilton. "Mit der Fusion wollen wir eines der weltweit führenden Food-Delivery-Unternehmen schaffen."

Takeaway.com ist seit der Übernahme der deutschen Delivery-Hero-Marken hierzulande klarer Marktführer, ebenso wie im Heimatmarkt Niederlande. Just Eat dagegen ist Marktführer in Großbritannien, bekommt dort aber immer stärkere Konkurrenz durch Uber Eats und Deliveroo. Just Eat ist außerdem unter anderem in Kanada und Frankreich vertreten.




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