Marché-Restaurants

"Querdenken und dann erneuern"

"In Erfolgszeiten die Stellschrauben neu justieren": Marché-CEO Oliver Altherr.
Andreas Wiese / Marché International
"In Erfolgszeiten die Stellschrauben neu justieren": Marché-CEO Oliver Altherr.

Zur Jahrtausendwende endete der Höhenflug der Vorzeigemarke des Mövenpick Konzerns. 2003 startete Oliver Altherr, just zum Marché-CEO berufen, den konzeptionellen Turnaround: Rückbesinnung auf Markencredo, Standortkonsolidierung und Konzeptausbau. Das ungekürzte Interview lesen Abonnenten in der Septemberausgabe der foodservice.




Seit 2003 wirken Sie als leidenschaftlicher wie beharrlicher Impulsgeber und CEO bei Marché International. Was hat Sie an der Marke damals fasziniert?

Oliver Altherr: Die revolutionäre Grundidee des Marché-Konzepts– Fokus auf Frische und Frontcooking – und die Pionierleistung haben mich begeistert. Rückblickend wissen wir, dass dies der Eintritt in das heute als Fast Casual bezeichnete Marktsegment war, damals noch eine nicht erkannte Nische. Heute sieht man in diesem Genre kaum mehr ein Restaurant ohne offene Küche. Doch wer dies als Erster gewagt und salonfähig gemacht hat, war Marché Mövenpick. Das waren wir! Zum ersten Mal überhaupt agierte ein Restaurant ohne rückwärtige Küche und Vorbereitung. Vielmehr passierte alles vorne, vor den Augen der Gäste. Ein Aha-Erlebnis!

Ist das Markt-Konzept nicht langweilig geworden: durch Nachahmer, durch Fast-Casual-Formate, wohin man schaut?

Altherr: Das ist die große Gefahr. Viele Restaurant-Konzepte sind zu kurzfristig angelegt, gelten maximal drei bis fünf Jahre als trendy, dann sind sie im schlimmsten Fall wieder verschwunden. Das Hauptthema und -anliegen bei Marché ist jedoch: Solange Menschen auf Märkte gehen, solange die Basis-Idee begeistert, aus frischen Produkten frisches Essen zuzubereiten, ist unser Marktkonzept anhaltend „in“. Darum sage ich: Nein, es ist nicht langweilig geworden! Sondern wir erleben gegenwärtig, dass bei der gesundheits- und genussorientierten Gäste-Generation unsere Qualitäts-Botschaft mehr denn je ankommt. Allerdings keineswegs ein Selbstläufer, wir müssen das Vertrauen der Gäste immer wieder erarbeiten. Heißt: ehrliche Leistung liefern, das Konzept ständig modernisieren und den aktuellen Verbraucher-Ansprüchen anpassen, zudem Angebot und Design immer wieder updaten. Nein, das Marché-Konzept wird nicht müde, doch Mitarbeiter und Manager werden müde …

Sie arbeiten 2018 20 Jahre bei Mövenpick – die schönsten Erlebnisse?

Altherr: Wenn ich merke, dass Maßnahmen, Ideen und Konzepte erfolgreich sind, bin ich glücklich. Zum Beispiel motiviert es mich sehr, wenn ich in einen unserer Läden komme und dieser mittags und abends komplett besetzt ist, da treibt mich tatsächlich mein unternehmerisches Gen. Und wenn ich sehe, dass solche Erlebnisse auf meine Teams gleichermaßen positiv wirken, ist das umso schöner. Es macht einfach Spaß, erfolgreiche Konzepte zu positionieren.

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