Maredo

Neue Details zum Regelinsolvenzverfahren

Ende März beantrage Maredo vorsorglich Insolvenz. Nun meldet sich der Insolvenzverwalter zu Wort.
Imago Images/ Sven Simon
Ende März beantrage Maredo vorsorglich Insolvenz. Nun meldet sich der Insolvenzverwalter zu Wort.

Die Steakhouse-Kette Maredo und ihr Geschäftsführer Klaus Farrenkopf arbeiten aktuell mit Hochdruck an der Sanierung des insolventen Unternehmens. Der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Nikolas Antoniadis erläutert nun die aktuellen Maßnahmen, mit denen die Marke wieder auf die Beine kommen will. 

Ende März meldete Maredo vorsorglich Insolvenz beim Amtsgericht Düsseldorf an. Mit Kurzarbeiter- und Insolvenzgeld, so ließ das Unternehmen verlauten, sollten die Entgeldzahlungen bis in den Juli hinein gesichert werden. Diese Angaben hat der Insolvenzverwalter Nikolas Antoniadis von der Sozietät Antoniadis & Ure nun leicht korrigiert und gleichzeitig neue Maßnahmen vorgestellt. 

So beziehen die rund 900 Mitarbeiter der Maredo-Restaurants seit der Schließung Anfang März 2020 Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit. Die Mitarbeiter in der Verwaltung in Düsseldorf hingegen erhalten seit März 2020 Insolvenzgeld, da sie bereits jetzt in Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter mit Hochdruck daran arbeiten, die Fortführung der Restaurantkette und den Verkaufsprozess zu ermöglichen. 

Auf Anraten des Insolvenzverwalters zog Geschäftsführer Klaus Farrenkopf zudem den Antrag auf Insolvenzgeld für die Restaurant-Mitarbeiter wieder zurück. Der Grund: Das Insolvenzgeld würde nur für die Dauer von drei Monaten - in diesem Fall März, April und Mai - bezahlt. Läuft das Insolvenzgeld dann voraussichtlich Ende Mai aus, müssten die Löhne und Gehälter anschließend von Maredo selbst bezahlt werden. Hier sei aber schon jetzt absehbar, dass dies nicht möglich sein werde. Das Kurzarbeitergeld hingegen verschafft der Geschäftsführung und dem vorläufigen Insolvenzverwalter deutlich mehr Zeit für den Erhalt und die Fortführung der Marke, da es bis spätestens 31. Juli 2020 gewährt wird.

Parallel arbeiten die Parteien gemeinsam daran, dass Sanierungskonzept für die Steakhouse-Kette umzusetzen. Dazu zählt auch die Suche nach einem neuen Investor, mit dem die Sanierung der Kette gemeinsam gestemmt werden soll. Ziel ist es, diesen Prozess so schnell wie möglich zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Ein wichtiges Zünglein an der Waage sind darüber hinaus die Vermieter der Restaurantflächen an den insgesamt 35 Standorten in Deutschland sowie den zwei Restaurants in Wien und Salzburg. Die Maredo-Geschäftsführung und der Insolvenzverwalter befinden sich zurzeit im regen Austausch mit den Parteien und haben von einigen Vermietern bereits Unterstützung im Sanierungsverfahren signalisiert bekommen.

Über Maredo
Maredo, 1973 von Manfred Holl, Karl-Heinz Reinheimer und Udo Schlote gegründet, ist eine Steakhauskette mit 35 Restaurants in Deutschland sowie je einem Restaurant in Salzburg und Wien. Ende Februar 2017 übernahm Perusa-Fonds die Maredo-Gruppe. WICHTIG: Die Maredo Handels GmbH und die Maredo Frische GmbH, Gemeinschaftsunternehmen mit dem Lebensmittelhandel für eigene Produktlinien sowie – wie bei Maredo üblicher Standard – zertifiziertes Fleisch, sind von den Verfahren nicht betroffen. Sie bleiben bei gut sortierten Händlern unverändert im Angebot.


"Die Insolvenzverwaltung wird gemeinsam mit dem Management sich für eine Zukunftssicherung von Maredo an der Seite eines neuen Investors und dem bestmöglichen Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen“, erklärt Nikolas Antoniadis. "Wir wissen, dass die Beschäftigten durch das Kurzarbeitergeld gegenüber dem Insolvenzausfallgeld weniger ausgezahlt bekommen. Aber wenn wir das Unternehmen und die Arbeitsplätze auf Dauer erhalten wollen, haben wir keine Alternative."


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