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Mehr Wlan-Nutzer in der Gastro

Wlan-Nutzung im Restaurant ist in den Sommermonaten gestiegen.
Imago Images / Panthermedia
Wlan-Nutzung im Restaurant ist in den Sommermonaten gestiegen.

In den Sommermonaten 2020 ist die Zahl derjenigen Gäste, die sich im Restaurant oder Biergarten über den W-Lan-Dienst von Socialwave eingeloggt haben, deutlich gestiegen.

Nach dem Lockdown im Frühjahr haben die Verbraucher es sichtlich genossen, wieder essen zu gehen und wieder reisen zu können. Laut dem Hotspot- und Online-Marketing-Dienstleister Socialwave erlebte die Gastronomie hierzulande sogar, jedenfalls vor dem neuerlichen Lockdown im November, bessere Besuchszahlen als in den Vor-Corona-Monaten Januar und Februar. Socialwave macht das an den Zugriffszahlen der Gäste auf die von den Wirten zur Verfügung gestellten W-Lan-Hotspots fest.

In den Gastronomiebetrieben zählen Socialwave-Hotspots im Zeitraum zwischen Juli und Oktober durchschnittlich rund 33 Prozent mehr Login-Zahlen als in den Vor-Corona-Monaten Januar und Februar. Im gesamten Gastgewerbe liegen die Login-Zahlen im gleichen Zeitraum im Schnitt etwa 14 Prozent zurück. Socialwave begründet diesen Rückgang in der Gesamtbranche mit der andauernden Schließung von Clubs und Diskotheken, die ebenfalls zum Gastgewerbe zählen.

Hotellerie im Schnitt mit deutlich weniger Gästen

Auch in der Hotellerie wurde die Zahl der Logins aus dem Vorjahr im Corona-Jahr nicht erreicht. Der Tourismusboom in deutschen Feriengebieten an der Küste oder im Voralpenland konnte also offenbar die maue Nachfrage in der Stadt- und Businesshotellerie nicht ausgleichen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete Socialwave im Hotelgewerbe in den Sommermonaten 50 Prozent weniger Gäste-Logins.

Warum ist es dann in der Gastronomie so gut gelaufen? Laut Socialwave haben dazu vor allem die vergrößerten Außengastro- und Freischankflächen beigetragen. „Was aus der Not geboren wurde, hat der darbenden Gastronomie zumindest mit Blick auf die Besucherzahlen schlussendlich zu einer V-förmigen Erholung verholfen. Die Mini-Terrassen und Schankgärten konnten die fehlenden Umsätze des ersten Lockdowns dennoch nicht kompensieren, weil niemand aus Mitleid mehrere Portionen gegessen hat“, erklärt Felix Schönfelder, Geschäftsführer der Socialwave GmbH.

Corona als Beschleuniger der Digitalisierung

Könnte die Zunahme an Logins aber nicht auch daran liegen, dass im Jahr 2020 einfach mehr Restaurants einen solchen Hotspot angeboten hatten? Oder dass mehr Gäste vor Ort sich ins W-Lan einloggen wollten? Denn Corona hat ja nachweislich die Digitalisierung sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wirtschaft befeuert. 

Socialwave bestätigt zwar, dass im Jahr 2020 insgesamt mehr Lokale den Hotspot-Service genutzt haben. Allerdings sei diese Variable  in der zugrunde liegenden Auswertung berücksichtigt und entsprechend bereinigt worden. Und was die Digital-Affinität bzw. deren Anstieg in der Gesellschaft angeht, wird von Seiten der Firma Socialwave relativiert: "Zwar hat die Digitalisierung in allen Branchen massiv an Fahrt gewonnen, sodass wir etwa alle remote von zu Hause aus arbeiten können und uns in diversen Online-Konferenzen kurschließen und weiterbilden. Das Freizeit- und Ausgleichsverhalten verhalten spricht allerdings eher ein gesteigertes Digital-Detox-Bedürfnis als für eine gesteigerte Online-Affinität beim Restaurantbesuch."

Dieser Text erschien zuerst auf www.ahgz.de.

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