McDonald's 1. Quartal

Toller Jahresstart – dann kam Covid-19

McDonald's in New York: Weltweit sind Ende April 75 Prozent der Units in Betrieb, teils mit Einschränkungen.
Imago Images / Levine Roberts
McDonald's in New York: Weltweit sind Ende April 75 Prozent der Units in Betrieb, teils mit Einschränkungen.

Im Januar und Februar sah es noch nach einer Fortsetzung des McDonald's-Höhenfluges aus: 2019 weltweit erstmals System Sales von mehr als 100 Mrd. US-Dollar. Doch im März folgte der Corona-bedingte Einbruch. Unterm Strich steht ein Minus von 3,4 Prozent bei den Comparable Sales im ersten Quartal.

"McDonald's startete ins Jahr 2020 mit einem weltweiten außergewöhnlichen Momentum, was sich auch in den Verkaufszahlen des Januars und Februars spiegelte", sagte McDonald's CEO Chris Kempczinski bei der Vorstellung des Quartalsberichts. "Danach hat die globale Krise, verursacht durch die Covid-19-Pandemie, unser Geschäft deutlich betroffen. Wir arbeiten weiter in einem herausfordernden und unvohersehbaren Umfeld."
Comparable Sales, Like-for-Like etc.
Der Umsatz auf bestehenden Flächen, auch unter den Namen Same Store Sales, Comparable Sales oder Like-for-like Sales bekannt, gilt Experten als "harte Währung" der Branche. Hier werden Veränderungen des Systemumsatzes von allen Standorten betrachtet, die mindestens 13 Monate geöffnet sind. Bezugsgröße ist dabei der Vorjahreszeitraum.

Damit meldete McDonald's für den Zeitraum Januar bis März für wichtige Kennzahlen ein Minus im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Die weltweiten Systemumsätze sanken im ersten Quartal um 4 Prozent (2 % in constant currency). Bei den konsolidierten Umsätzen der Company (Eigenregie-Umsätze, Franchise-Fees, Mieteinnahmen) weist der Konzern 4,7 Mrd. US-Dollar aus, ein Minus von 6 Prozent (5 % in constant currency).

Comparable Sales – der März sorgt für das Minus

Wie sehr die Coronakrise McDonald's trifft, zeigt der Blick auf die Umsätze auf bestehenden Flächen (Comparable Sales) in den einzelnen Segmenten (USA, IOM, IDLM), nach denen das Unternehmen seine Zahlen ausweist.

McDonald's Comparable Sales – 1. Quartal 2020

Quelle: McDonald's Quartalsbericht
 MarktsegmentJan-FebMrzQ1
 USA8,1%-13,4%0,1%
 International Operated Markets8,5%-34,7%-6,9%
 International Developmental Licensed Markets & Corporate3,7%-19,4%-4,3%
 Total7,2%-22,2%-3,4%

Noch bis Ende Februar waren alle Segmente im Plus, teils über dem Marktschnitt. Lediglich in den International Developmental Licensed Markets & Corporate (IDLM), zu denen auch China gehört, kündigte sich der Einbruch an. Hohe zweistellige Rückgänge im März sorgten dann für das Gesamtminus im Quartal.
USA, IOM, IDLM: Die Markt-Segmente von McDonald's
Seit dem 1. Januar 2019 gliederte McDonald's sein internationales Geschäft neu und weist für drei Segmente wichtige Kennzahlen aus. Diese Segmente sind:
  • USA: McDonald's Heimatmarkt, weiterhin der bedeutenste Markt für das Unternehmen. I
  • International Operated Markets (IOM): Ländermärkte, in denen das Unternehmen selbst alle oder zumindest einen Teil der Restaurants betreibt. Dazu gehören unter anderem Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Russland, Spanien und Großbritannien.
  • International Developmental Licensed Markets & Corporate (IDLM): Märkte, in denen die McDonald's-Restaurants in erster Linie von Partnern mit Affiliate- oder Entwicklungslizensen betrieben werden.

Weltweit etwa 75 Prozent der Restaurants offen

Neben den Geschäftszahlen gab Kempczinski einen Überblick über die momentane operative Lage, Stand 30. April. Demnach seien weltweit rund 75 Prozent der McDonald's-Restaurants in Betrieb. Das schließt diejenigen Units ein, die derzeit etwa nur Drive-thru, Delivery oder Take-away anbieten.

In den USA seien sogar rund 99 Prozent der Units in irgendeiner Form geöffnet. Im Segment IOM, zu dem die vom Coronavirus stark betroffenen Ländermärkte Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien und auch Deutschland zählen, liegt die Quote der geöffneten Restaurants dagegen bei 45 Prozent.

Jahresprognose zurückgezogen

Wie sich die weltweite Krise weiter auf das Geschäft auswirken wird, darüber wagt McDonald's keine Prognose mehr. Am 8. April zog das Unternehmen seinen Ausblick für 2020 und darüber hinaus zurück. CEO Kempzcinski sprach Investoren und Mitarbeitern Mut zu: "McDonald's hat in seinen 65 Jahren viel erlebt. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Aktionen es uns ermöglichen, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen." 

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