McDonald’s Deutschland

Premiere für veganen Burger

Big Vegan TS: Das Patty aus Soja und Weizen soll einem saftigen Fleisch-Patty in nichts nachstehen.
McDonald's
Big Vegan TS: Das Patty aus Soja und Weizen soll einem saftigen Fleisch-Patty in nichts nachstehen.

Mit der Einführung eines veganen Burgers übernimmt der Ländermarkt Deutschland eine Vorreiterrolle in puncto Veggie innerhalb des Weltkonzerns. Der Big Vegan TS mit Soja/Weizen-Patty steigt direkt in die Riege der Core-Produkte auf und ist damit auch in der McMenü-Kombi bestellbar.

 
Seit August vergangenen Jahres werde in der Testküche von McDonald’s Deutschland in München an dem neuen Produkt getüftelt, verriet Sprecher Philipp Wachholz bei der Enthüllung des Big Vegan TS kurz vor dem Launch am 29. April 2019. Zwischen der deutschlandweiten Einführung  in diesem Frühjahr und dem Entschluss, ein veganes Produkt ins Portfolio aufnehmen zu wollen, standen Wachholz zufolge zahlreiche Tasting-Runden und Entscheidungen: Gemüse-Basis oder Fleischersatz-Produkt?
McDonald's Deutschland
McDonald's belegt im Top-100-Ranking der größten Gastroplayer in Deutschland (herausgegeben von dem Branchenmagazin foodservice) mit geschätzten 3,47 Milliarden Euro Platz 1. Insgesamt hat der Burgerriese knapp 1500 Filialen.

Letztendlich fiel die Entscheidung auf ein Patty auf Basis von Soja und Weizen, verfeinert mit Rote Bete und Karotte. Ein klassisches Fleischersatzprodukt also, das in Optik, Geschmack und Konsistenz nahe am Beef-Patty liegen soll. Produzent des veganen Bratlings ist Nestlé. Unter der Marke Garden Gourmet wird der Schweizer Lebensmittelkonzern das neue Produkt ab Herbst auch im LEH vertreiben. Gentechnikfreies zertifiziertes Soja wird in den USA eingekauft, produziert werden die Pattys in Tschechien. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Verkauf des Big Vegan TS in den McD-Restaurants liegt bei 3,79 Euro. Damit wird das Produkt etwa in der Preisklasse der Wraps liegen.
 

Vegan – auch für Fleischliebhaber

„Ob wir mit dem Big Vegan TS tatsächlich auch neue Kunden gewinnen und Veganer überzeugen, können wir nicht vorhersagen“, so Wachholz‘ nüchterne Einschätzung. Aber man habe nun immerhin eine Option. „Grundsätzlich sehen wir die Nachfrage nach fleischlosen Produkten ohnehin weit über die Nische der vegetarischen und veganen Esser hinauswachsen. Immer mehr Deutsche wollen immer öfter auch mal auf Fleisch verzichten.“ Auch diese Überlegung sei in die Produktentwicklung eingeflossen. „Die einen erwarten von fleischlosen Alternativen einen fleischnahen Geschmack, anderen ziehen Gemüse vor. Wir haben uns für den typischen McDonald’s-Geschmack entschieden“, so Wachholz. Das gelte ebenso für die Zutaten rund ums das Patty: Klassisches Sesam-Brötchen, Lollo-Bionda-Salat, Tomate, Salzgurke, rote Zwiebeln, Ketchup und Senf. „Alles, was wir ohnehin im Restaurant nutzen.“

Neben dem Ziel, einen geschmacklichen Hit zu landen, habe die Herausforderung für den Konzern darin bestanden, die operative Umsetzung in den 1.500 deutschen Restaurants zu planen, erklärt Produktentwicklerin Lisa Kleemann. Um eine Kollision zwischen Beef und Vegan auf den Grills zu umgehen, wird das vegane Patty nun in einer Fritteuse zubereitet werden.

Brancheninsider schätzen das Volumen für den Big Vegan TS zum Auftakt auf 15.000 Stück pro Tag, sprich: zehn Burger pro Restaurant. „Die Nachhaltigkeit der Nachfrage lässt sich erst nach Auslaufen der begleitenden Media-Kampagnen bewerten – etwa zwei bis drei Monate nach der Einführung“, meint Wachholz.
 
Beworben wird der vegane Burger auf unterschiedlichen Kanälen – Online, Out of Home, Social Media, Print und möglicherweise auch Kino – ab dem 26. April. Der Launch ist eingebettet in die Glaubwürdigkeitskampagne unter dem Titel „Ob du’s glaubst oder nicht“.  Die Einführung des ersten veganen Burgers will McDonald’s als Beweis anführen für seine Bemühungen, immer besser zu werden. Weitere „Beweise“ sollen im Laufe des Jahres folgen, kündigte Wachholz an. Mit dem veganen Burger übernimmt McDonald’s Deutschland als erster großer Ländermarkt eine Pionierrolle innerhalb des Konzerns. Allein die Finnen waren schneller, sie führten schon vor 1,5 Jahren einen McVegan auf Gemüse-Basis ein. In Schweden und in der Zentrale in Chicago gibt es mittlerweile auch vegane Burger als festes Menu Item (siehe Kasten). In Großbritannien  launchte McDonald’s zu Jahresbeginn einen vegetarischen Burger und McDonald’s Österreich hat eine eigene Veggie Plattform zur Bewerbung der fleischlosen Artikel eingerichtet.
Vegetarisch/vegane Neuheiten auf der ganzen Welt
Die Fast-Food-Kette glänzt mit Neueinführungen auf der ganzen Welt. Der Hauptsitz in Chicago bietet nun den ursprünglich indischen McAloo Tikki mit Samosa-Patty an. Nach dem erfolgreichen Launch des Burgers McVegan in Finnland und Schweden 2017 folgten zum Jahresanfang 2019 neue Alternativen. Auf dem Menü der skandinavischen Länder reiht sich nun ein schwedisches Happy Meal mit Falafel und ein finnischer Burger aus Sojabohnen-Patty und Salsa ein. Daneben wird seit März 2019 auch eine vegane Variante der Chicken Nuggets in einzelnen Filialen Norwegens angeboten. McDonald’s in Großbritannien bietet einen Wrap mit pflanzlichen Chicken Fingers an. Dieser wird allerdings als vegetarisch deklariert, da er im selben Toaster wie die milchhaltigen Hamburger-Brötchen vorbereitet wird. In Deutschland ist der vegane Burger Big Vegan TS mit Incredible Burger Patty ab dem 29. April 2019 verfügbar.
(Quelle: proveg)

Einen vegetarischen Burger hat McDonald’s Deutschland übrigens bereits vor einiger Zeit eingeführt. Der Big Vegan TS und die etwas kleinere Version für die Satelliten-Restaurants werden den Veggieburger TS nun ersetzen. Im Unterschied zum Big Vegan TS war der Veggieburger TS mit Quinoa-Patty allerdings nur Teil des Snack-Sortiments und nicht als Menü-Kombination erhältlich. Belegt mit Cheddar-Käse schied er für eine vegane Zielgruppe aus.

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