GV- Kongress

mehr als 200 Teilnehmer

Was junge Leute heute bewegt, darüber referierten beim 42. Deutschen Kongress für Gemeinschaftsgastronomie interdisziplinäre Redner. Sie legten den Fokus auf veränderte Gästeansprüche. Als Keynote Speakerin trat die mehrfache Olympia- und Weltcupsiegerin im Biathlon, Kati Wilhelm, auf.

„In einer schnelllebigen Zeit ragt der Deutsche Kongress für Gemeinschaftsgastronomie im Rahmenproramm der Internorga als feste Größe heraus.“ Mit diesen Worten begrüßte Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, am 14. März 2016 die mehr als 200 Gäste im CCH. Dieser stand unter dem Leitthema „Wertewandel - was junge Leute (heute) bewegt“. Moderator Burkart Schmid, Chefredakteur gv-praxis, brachte es dabei gleich am Anfang auf den Punkt: „Es ist die Herausforderung unserer Tage, die junge Generation verstehen zu lernen und aufzuzeigen, wo man sie abholen kann.“ Seine Ausführungen zum Thema „Whats hot in 2016?“ begannen mit einem kurzen Film über die Berliner Markthalle IX. Danach wusste jeder im Saal, was angesagt ist: Gutes, ehrliches und unkompliziertes Essen zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis. Seinen Ausführungen zufolge ist in 2015 ein Ausgabeplus von 4,3 Prozent am Arbeitsplatz und von 6,0 Prozent in den Mensen zu verzeichnen, obwohl nur rund 2 Prozent mehr Gäste kamen. Klares Signal für die höhere Ausgabebereitschaft. „Wir verzeichnen eine Wanderung der Gäste vom Fine Dining sowie von der klassischen Gastronomie und den Imbissen hin zu Lieferdiensten und Fast Casual“, sagte Schmid. Lieferdienste sind aktuell ein Riesenthema. Wie der European Food Trends Report belegt, revolutioniert auch die Digitalisierung den Außer-Haus-Markt. Sie muss genau deshalb eine neue Kernkompetenz der Anbieter im Markt der Gemeinschaftsgastronomie werden.

„Zwischen Effizienz-Maximierern und Veganern“, bewegte sich Ingo Barlovic, Geschäftsführender Gesellschafter, iconkids & youth international research, München. Der Konsumexperte sprach über die Werte- und Lebenswelt der Generation Y sowie ihre Wirkung auf die GV-Branche. Unterhaltsam machte er klar, was junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren von Kantinen halten und welche Veränderungen sie für wichtig erachten. Ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen die Verbesserung des Geschmacks der Speisen und mehr Abwechslung. „Die junge Genreration ist durch sehr liberal denkende Eltern und das Internet geprägt, kaum noch durch Hierarchien. Sie leben im Jetzt nach dem Motto ‚Don’t look back!“, so Barlovic. Gesunde Ernährung gibt ihnen durchaus Orientierung auf ihrer Suche nach Effizienz und Balance.

Spannende Informationen erfuhren die Gäste beim Vortrag „Mensa now!“ von Jörg-Markus zur Oven. Der Referatsleiter Hochschulgastronomie beim Deutschen Studentenwerk, Berlin, demonstrierte anhand praktischer Beispiele, wie sich die Mensalandschaft verändert und wie die Campusgastronomie künftig sein soll: „Früher war sie nur ein Versorgungspunkt, heute und noch viel mehr in Zukunft sind Mensen auch Kommunikations-, Lern- und Kulturorte, die Markenbotschafter der Studentenwerke über die Öffnungszeiten hinaus genutzt werden“, erklärte zur Oven.

Über die Sehnsüchte der Verbraucher und wie sie die Gemeinschaftsgastronomie erfüllen kann, referierte Jörg Reuter, Geschäftsführer der grüneköpfe Strategieberatung, Berlin. Der Tenor seines Vortags: „Die Zukunft gehört guten Lebensmitteln - Essen ist die neue Popkultur!“ Die Zukunft gehört nach seinen Erfahrungen „guten Foodstories. Bäcker und Metzger werden die neuen Rockstars sein.“

Als Keynote Speakerin begeisterte Kati Wilhelm, mehrfache Olympia- und Weltcupsiegerin, ARD-Biathlonexpertin und Inhaberin des Lokals „Heimatlon“, am Ende des Kongresses noch einmal die Gäste. Ihr Thema: Entscheidungen treffen – Ziele erreichen - Strategien aus dem Spitzensport für die Geschäftswelt.



„Ich habe im Leistungssport viel Freude und große Erfolge erlebt, aber davor lag viel Arbeit. Mit dem Ziel vor Augen, immer eine der Besten zu sein, gehört zu jedem Erfolg eine Geschichte, geprägt von Höhen und Tiefen.“


Ein Höhepunkt des Kongresses war einmal mehr die Preisverleihung „Beste GV-Aktion des Jahres“. Burkart Schmid rief die Protagonisten der Winner-Konzepte 2015 zur Preisübergabe und zum Talk auf die Bühne. Für die Kategorie Eigenregie nahmen ihn Jana Bruscella, Eric Jean Nemson und Stefan K. Best von der LBS Baden Württemberg, Stuttgart, für die Aktion „Tierisch wenig los“ entgegen. Christian Hadrossek und Marc Matusch von der Genuss & Harmonie Gastronomie GmbH, Mannheim, eroberten die Trophäe in der Kategorie Fremdregie mit ihrer Aktion „Tatort Frische“. Die Kategorie Education hatte das Studentenwerk Thüringen für Aktion „Regionaler und gesunder Genuss aus Thüringen“ für sich entschieden. Als Laudatoren würdigten die Juroren Jürgen Benad, Hans-Jürgen Resas und Prof. Dr. Torsten Olderog die Preisträger.

Der nächste Kongress für Gemeinschaftsgastronomie findet wieder im Rahmen der Intenorga in Hamburg am 20. März 2017 statt.

www.internorga.com/kongresse
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