Mintel Verbraucherstudie

Welches Brot ist gesund? Kräuter auf dem Vormarsch


Ein Viertel der 16- bis 24-Jährigen wünscht sich ein größeres Angebot von Brot- und Backwaren mit gesundheitsfördernden Gewürzen und Kräutern.
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Ein Viertel der 16- bis 24-Jährigen wünscht sich ein größeres Angebot von Brot- und Backwaren mit gesundheitsfördernden Gewürzen und Kräutern.

Vier von zehn Verbrauchern in Deutschland können nicht einschätzen, welche Brotsorten die Gesundheit fördern. Dies ergab eine aktuelle Umfrage des international aufgestellten Marktforschungsinstituts Mintel.

Das tägliche Brot ist in Deutschlands Esskultur fest verankert. Eine Mintel-Umfrage hat nun ergeben, dass 40 Prozent der deutschen Verbraucher darüber verunsichert sind, welche Brot- und Backwaren eigentlich gesund für sie sind. Allerdings finden es knapp zwei Drittel der Befragten wichtig zu wissen, woher die Zutaten stammen. Zwar würden 37 Prozent mehr für Bio-Brot- und -Backwaren ausgeben, aber gerade einmal 17 Prozent der Deutschen sind dazu bereit, mehr für glutenfreie Produkte in dieser Kategorie zu bezahlen*.
„Das Bäckerhandwerk in Deutschland wird immer noch als Handwerkskunst geschätzt, weshalb viele deutsche Verbraucher lieber Brot aus kleinen lokalen Bäckereien kaufen.“
Katya Witham, Global Food and Drink Analyst, Mintel
Über die Hälfte der Deutschen (53 %) bevorzugt laut Mintel frisches Brot von einer kleinen lokalen Bäckerei, trotz der starken Konkurrenz von Discountern und Supermarkt-SB-Bäckereien. Im Vergleich dazu kaufen 40 Prozent der Konsumenten verpacktes Brot vom Discounter.** Am meisten nachgefragt sind Produkte, die lokale Bauern unterstützen (42 %) und aus nahrhaften Mehlsorten wie Quinoa-Mehl (33 %) oder Sauerteig (32 %) bestehen.***
* Basis: Deutsche Internetnutzer 16+ Jahren, die im vorhergehenden Monat Brot gegessen haben, März 2019
** Basis: Deutsche Internetnutzer 16+ Jahren, die in den letzten sechs Monaten Brot und Backwaren kauften, März 2019
*** Die in diesem Text verwendeten Daten von Mintel GNPD beziehen sich auf verpacktes Brot und Backwaren im Lebensmitteleinzelhandel.
Seit Weißmehl und industriell verarbeitete Kohlenhydrate in der Kritik stehen, suchten Verbraucher Brot- und Backwaren, die gesund für sie sind, so die Studie. Da die Bio-Zertifizierung der EU eine gewisse Transparenz über die Inhaltsstoffe liefere, würden über ein Drittel der Deutschen mehr für Bio-Brot und -Backwaren zahlen. Viele Konsumenten interessierten sich für verschiedene Mehlsorten und natürliche Zutaten, die neue Geschmacksrichtungen und funktionelle Eigenschaften bieten. Laut der Mintel Global New Products Database (GNPD) machten Brote mit Kichererbsen- und Linsenmehl zwar noch einen kleinen Teil der Produkteinführungen in Deutschland aus, seien aber im Kommen.

Junge Konsumenten auf der Suche

Katya Witham, Global Food and Drink Analyst, Mintel, sieht hier Potenzial: "Generell können Hülsenfrüchte Brot- und Backwaren eine Reihe gesundheitlicher Vorteile verschaffen." Darüber hinaus böten sie als Grundbestandteil vieler ethnischer Küchen interessante Möglichkeiten für Produktinnovationen. Inspiration könne zum Beispiel aus Asien kommen, wo Brot auch aus schwarzen oder Mungobohnenmehl hergestellt werde. Vor allem die 16- bis 24-Jährigen zeigen laut der Studie interessante Präferenzen. 27 Prozent dieser Altersgruppe wünschten sich ein größeres Angebot von Brot- und Backwaren mit gesundheitsfördernden Gewürzen und Kräutern. Von Interesse seien aber auch Pflanzenproteine und eingebackenes Gemüse (je 23 %), sowie getreidefreie Mehle aus Mandel oder Kokosnuss (19 %).**

Kräuter auf dem Vormarsch

Laut GNPD sind Zwiebeln die populärste Gemüse-Zutat – knapp 8 Prozent der neu eingeführten Brote und Brotwaren enthielten 2018 das Wurzelgemüse. Kartoffelraspeln waren mit 6 Prozent bei den Neueinführungen dabei, Tomaten mit 4 Prozent. Seit 2013 tauchen vermehrt Kräuter auf: Rosmarin in 5 Prozent aller Neulancierungen in dieser Kategorie in 2018, Oregano (4,5 %) und Basilikum (3,7 %).

Kräuter und Gewürze sowie alternative Mehlsorten bieten viel Potenzial für innovative Produkte.
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Kräuter und Gewürze sowie alternative Mehlsorten bieten viel Potenzial für innovative Produkte.
Zunehmend gesundheitsbewusste Verbraucher wollen mit ihrer Ernährung Körper und Seele unterstützen. In westlichen Märkten wie Deutschland könnten Brot- und Backwarenproduzenten laut Mintel diesen Trend nutzen, indem sie funktionelle Kräuter, Gemüse und Gewürze weiter erforschen. Katya schätzt, dass Zutaten wie Basilikum, Minze, Kurkuma, Bockshornklee und Kreuzkümmel aufgrund ihrer positiven gesundheitlichen Eigenschaften in dieser Kategorie künftig öfter auftauchen könnten.

Mintel Global New Products Database (GNPD)
Mintel GNPD ist eine weltweit Datenbank für Produktneueinführungen. Mintel GNPD analysiert und kategorisiert neu eingeführte Produkte von A bis Z, von Inhaltsstoffen und innovativen Merkmalen über die Vermarktung bis hin zur Verpackung. Für diese Analyse werden pro Monat 33.000 neue Produkte aus den 62 weltgrößten Märkten vor Ort von lokalen Einkäufern beschafft.

Mintels Verbraucherumfragen basieren auf Stichprobenerhebungen von mindestens 1.000 Verbrauchern (16 Jahre und älter) in Deutschland. Die Umfragen wurden online mithilfe von Lightspeed GMI durchgeführt. Die Befragten wurden nach einem Stichprobenverfahren per Zufall ausgewählt. Die Umfragen sind repräsentativ für die Bevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Region. Mehrfachnennungen waren bei den Umfragen möglich.



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