Mitchells & Butlers Germany GmbH

Freizeit-Gastro-Player mit 2,2 Prozent Umsatzplus

Dem Frankfurter Alex im Shopping Center Skyline Plaza soll im Mai 2019 eine weitere Alex-Unit im Shopping Center MyZeil folgen.
Alex
Dem Frankfurter Alex im Shopping Center Skyline Plaza soll im Mai 2019 eine weitere Alex-Unit im Shopping Center MyZeil folgen.

113,2 Mio. Euro Brutto-Umsatz (Vj. 110,8 Mio. €) erwirtschaftete die Mitchells & Butlers Germany GmbH 2018, das entspricht einem Wachstum von 2,2 Prozent. Erzielt wurde das Ergebnis mit 40 Alex- und 3 Brasserie-Betrieben hierzulande; in Summe 43 Units im Segment Erlebnis- bzw. Freizeitgastronomie – ein Outlet weniger als 2017.

Bernd Riegger, der seit Übernahme der Alex-Kette durch den britischen Multi-Konzept-Player 1999 als Geschäftsführer für das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden verantwortlich ist, nennt „dieses Ergebnis sehr zufriedenstellend“. Zumal das Umsatzplus auf ein gutes Wachstum des Jahres 2017 aufgesattelt wurde.

Herausforderungen 2018

Doch seien diverse Faktoren zu berücksichtigen, die dazu führten, dass der Umsatzzuwachs rund zwei Mio. Euro hinter der Prognose lag, heißt es aus dem Unternehmen. Am stärksten wirkte sich die verzögerte Eröffnung eines wichtigen Umsatzbringers aus: des Piloten für das neue Steakhouse-Konzept „Miller & Carter“ in Frankfurt. Die Eröffnung verschob sich von Frühjahr 2018 auf Mai 2019. Auch in Köln lief es nicht wie geplant.

Durch veränderte behördliche Rahmenbedingungen am Kölner Friesenplatz rutschten sowohl der dortige Alex- als auch der All Bar One-Betrieb schon vor drei Jahren aus der Profitabilitätszone. Nach dem regulären Mietvertragsende und der Schließung belasteten außergewöhnlich hohe Kosten aus einem Konflikt mit dem Vermieter das Unternehmensergebnis.

Last but not least trübte der heiße Sommer des vergangenen Jahres das Ergebnis: Die negativen Auswirkungen der hohen Temperaturen auf das Tages- und Terrassengeschäft konnten durch das Abendgeschäft nicht gänzlich ausgeglichen werden. Zudem blieben die erhofften Mehrumsätze während der Fußball-WM durch das frühe Ausscheiden der deutschen Elf aus. Auch gestiegene Betriebskosten wirkten sich aus – etwa ein Plus an Personalkosten durch die kontinuierliche Erhöhung des Mindestlohns, oder die stark gestiegenen Kosten für Logistikunternehmen aufgrund gravierender Fahrerengpässe.

Erfolgsfaktoren 2018

Durch zahlreiche Optimierungsmaßnahmen 2018 erreichte Mitchells & Butlers Germany eine Gewinnmaximierung in den bestehenden Betrieben. Beispielsweise durch den Ausbau der ohnehin schon hohen Frühstückskompetenz in den Alex-Betrieben Anfang 2018: „Somit konnte die Fullservice-Marke ihre führende Position in Deutschlands Morgengeschäft – außerhalb der Hotellerie – mit deutlich über zwei Millionen verkauften Frühstücken pro Jahr trotz verschärfter Wettbewerbsbedingungen auf hohem Niveau stabilisieren“, heißt es.

Rund 30 Prozent trägt das Frühstücksgeschäft zum Umsatz bei – mittlerweile so viel wie das Abendgeschäft zwischen 18 und 22 Uhr. Dass die Konsolidierungsstrategie gegriffen habe, belege ein Umsatzplus von durchschnittlich rund vier Prozent auf 2,63 Mio. Euro pro Betrieb 2018, heißt es. Als Umsatz-Spitzenreiter gelten die beiden Flaggschiffe Alex Hamburg Alsterpavillon (Jahresumsatz brutto 15,5 Mio. Euro; +3%) und Alex Frankfurt Skyline Plaza (6,1 Mio. Euro; +22%).

Stichwort Mitarbeiter

Das Thema Arbeitskräfte-Beschaffung und -Bindung sowie die Aus- und Weiterbildung in der vor 16 Jahren gegründeten, eigenen Akademie besitzt bei Mitchells & Butlers einen hohen Stellenwert. Auch hier gibt es Neuerungen: So kommen im Vorjahr eingeführte, sehr erfolgreiche Online-Tools beim Recruitment genauso zum Einsatz wie flexible Arbeitszeitmodelle, die zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance beitragen.

Expansions-Maxime: Qualität vor Quantität

Bernd Riegger kommentiert: „Nur was wirkliche Profitabilität verspricht, wird umgesetzt. Wir sind in der vorteilhaften Situation, kein Franchise-Konzept anzubieten und müssen daher auch keinen Expansionswettlauf mitmachen.“

2019 soll nun das hochwertige Steakhouse-Format Miller & Carter aus dem britischen Mitchells & Butlers Konzern (rund 1.700 Pubs, Bars und Restaurants, 2,15 Mrd. Pfund Umsatz) in Frankfurt am Main nahe der Alten Oper eröffnen – die erste Unit in Deutschland. Wenn sich der Steakhouse-Pilot etabliert, stehe einer Multiplikation nichts im Wege, sagt Riegger.

Zwei weitere Alex-Betriebe sollen in der ersten Jahreshälfte 2019 an den Start gehen: das Alex Hamburg Überseebrücke (Mai 2019) und das Alex Frankfurt im Shopping Center MyZeil (Juni 2019). Durch die drei Neueröffnungen erhofft sich Mitchells & Butlers Germany für 2019 ein Umsatzplus im unteren zweistelligen Bereich.

Digitalisierungs-Offensive

Das Thema Digitalisierung sei innerhalb weniger Jahre für die Alex-Betriebe zu einem wichtigen Umsatztreiber geworden, so die Aussage. Rund 1,5 Mio. Euro allein im Jahr 2018 wurden in diesen Bereich investiert: „Sie haben sich, ebenso wie die eigens dafür gegründete neue Abteilung, gerechnet“, lässt die Mitchells & Butlers-Geschäftsführung verlauten.
So lasse sich seit Frühjahr 2018 das täglich wechselnde Mittagsangebot der 40 Alex-Units durch Amazons Sprachassistentin Alexa abrufen. 700 registrierte Gäste nutzen diesen innovativen Service bereits. Zudem wurde für Anfragen nach Öffnungszeiten oder Reservierungen vergangenen Jahr bei Alex ein Live-Chat eingeführt, bei dem Mitarbeiter aus dem Marketing in Wiesbaden die Fragen der Gäste (rund 2.500 Chats innerhalb von neun Monaten) beantworten.
Mitchells & Butlers Germany
• Gründung 1999 mit Übernahme der deujtschen Alex-Gruppe, 19 Units (davon 8 Franchise-Betriebe), erstes Alex eröffnete 1989 in Oldenburg
Units zum 31.12.2018: 40 ALEX, 3 Brasserien
• Bruttoumsatz 2018: 113,2 Mio. Euro (+ 2,2 %)
• Mitarbeiter: 2.038
seit 2004 im Top 100 Ranking des Gastro-Fachmagazins foodservice unter den drei größten Freizeitgastronomie-Unternehmen in Deutschland
eine von drei Marken mit der höchsten Gewinnmarge innerhalb des britischen Mutterkonzerns Mitchells & Butlers plc (gegründet 1898; 2018 (zum 29.9.) 2,15 Mrd. Britische Pfund Brutto-Umsatz mit rund 1.700 Gastro-Units, u.a. Marken wie All Bar One, Miller & Carter, Vintage Inn, Toby Carvery)




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