Nach der Brandkatastrophe

Traube Tonbach wird wiedereröffnet

Am Morgen nach dem Brand wird das gesamte Ausmaß der Katastrophe sichtbar - das Gebäude der Traube Tonbach ist einsturzgefährdet.
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Am Morgen nach dem Brand wird das gesamte Ausmaß der Katastrophe sichtbar - das Gebäude der Traube Tonbach ist einsturzgefährdet.

In der Nacht zum Sonntag schrillten bei der Freiwilligen Feuerwehr in Baiersbronn um 3 Uhr in der Früh die Alarmglocken - das bekannte Sterne-Restaurant Traube Tonbach stand in Flammen. Nach dem 12-stündigen Löscheinsatz war klar: hier wird so schnell nicht mehr gekocht. Die Brandursache ist unklar. Nur soviel: Das Feuer startete wohl nicht in der Küche.

Das renommierte 5-Sterne-Hotel wird von der Familie Finkbeiner geführt. Bekannt ist es - auch international - vor allem für das hervorragende Restaurant Schwarzwaldstube, das nun ausgebrannt ist. Den Ruhm des Restaurants baute der Spitzenkoch Harald Wohlfahrt auf, im Sommer 2017 übernahm Torsten Michel die Regie in der Küche. Auch unter ihm erhielt das Restaurant Spitzenbewertungen -  drei Michelin-Sterne und 19,5 von 20 möglichen Punkten im Gault Millau.

Am Morgen nach dem Brand stand der Küchenchef Michel fassungslos vor der qualmenden Ruine. „Das Stammhaus war für mich wie ein zweites Zuhause – ich habe dort in den letzten 15 Jahren viele tolle Erlebnisse gehabt.“ Allerdings lebe die Schwarzwaldstube von den Menschen „und hier ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen.“

50 Mitarbeiter in der Küche

Seine engsten Mitarbeiter – knapp 50 der 310 Hotelbediensteten arbeiten in Küche und Service des Restaurantbetriebs – haben jetzt erst einmal Urlaub. „Wir werden niemanden entlassen“, versichert Inhaberin Renate Finkbeiner. Es gebe genügend Einsatzmöglichkeiten in anderen Betriebsteilen. Und auch aus der Branche gibt es solidarische Signale, Mitarbeiter vorübergehend zu beschäftigen.

Traube Tonbach, Baiersbronn: Brand im Sterne-Restaurant


Neustart ja, aber wie?

„Wir stehen als Familie jetzt zusammen und wollen das wieder aufbauen“, sagt der Juniorchef Matthias Finkbeiner. Ob es eine Rekonstruktion des alten Gebäudes geben wird oder einen kompletten Neubau, ist offen. „Wir hatten noch keine Krisensitzung“, sagt Renate Finkbeiner. Klar ist, dass von der alten Gebäudesubstanz des in den zurückliegenden Jahrhunderten vielfach umgebauten Stammhauses nach dem Abrücken der Feuerwehr nicht viel übrig bleiben wird.

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