Nach Deutschland-Aus

Wie Deliveroo Betroffene entschädigt


Deliveroo verlässt Deutschland.
Deliveroo
Deliveroo verlässt Deutschland.

Am Ende ging es ganz schnell: Trotz voriger Ankündigungen, im deutschen Markt weiter Fuß zu fassen, entschied sich Deliveroo nun doch, Deutschland bereits am 16. August zu verlassen. Auf Nachfrage von FOOD SERVICE verrät das Unternehmen, wie die Kompensation für die Betroffenen aussieht.

Restaurantpartner

Für viele betroffene Gastronomen dürften die Einkünfte aus dem Liefergeschäft eine Rolle in der Umsatzkalkulation gespielt haben – trotz Gebühren von rund 25 bis 30 Prozent. Ein Wechsel zum nun einizig verbleibenden überregionalen Lieferservice mit eigenen Fahrern, Lieferando, bedeutet zumindest zeitlichen Aufwand. Deliveroo kommt den Restaurants wie folgt entgegen: "Restaurants erhalten ihren durchschnittlichen Außenumsatz der letzten vier Wochen abzüglich der Kosten und Provisionen, die an Deliveroo gezahlt worden wären", teilt das Unternehmen mit.

Ob Restaurants die mit Deliveroo für das Liefergeschäft entwickelten "virtuellen Marken" weiter nutzen dürfen, kommentierte das Unternehmen zunächst nicht. Der damalige Geschäftsführer Marcus Ross wollte diese Konzepte eigentlich weiter ausbauen, wie er im  Interview mit foodservice  noch Ende Juni verriet.

Mitarbeiter

 
Man gehe über das gesetzliche Minimum hinaus, teilt ein Deliveroo-Sprecher mit. Jeder Mitarbeiter erhält eine fristgerechte Kündigung. Darüber hinaus habe man beschlossen, den Mitarbeitern eine Kulanzleistung anzubieten, die entweder die Höhe von zwei Wochen Lohn (für diejenigen, die bis zu einem Jahr im Unternehmen waren) oder einen Monatslohn für jedes Jahres der Beschäftigung (für diejenigen, die länger als ein Jahr im Unternehmen waren) beträgt. Eine genaue Angabe über die Zahl der betroffenen Mitarbeiter.

Fahrer

Die Fahrer von Deliveroo arbeiteten in Deutschland auf selbständiger Basis, beim Konkurrenten Lieferando dagegen sind alle Fahrer sozialversicherungspflichtig beschäfigt – wenn auch häufig in Mini- oder Midi-Jobs. Trotzdem bietet Deliveroo seinen Fahrern eine Kulanzzahlung von einem durchschnittlichen Monatslohn nach folgenden Regeln an:
  • Eine Kulanzzahlung in Höhe von 10 Tagen Lohn, basierend auf dem Durchschnittsverdienst der letzten 12 Wochen. Diese wird jedem Fahrer bis zum 16. August ausgezahlt.
  • Eine weitere Kulanzzahlung in Höhe von 2 Wochen Lohn, basierend auf dem durchschnittlichen Wochenverdienst der letzten 12 Wochen.
  • Auszahlung aller offenen Lohnansprüche der Fahrer, inklusive des Lohns aus der Woche des 12. August.
  • Bezüglich der Kulanzzahlungen garantiert Deliveroo, dass alle Fahrer mindestens 50 Euro erhalten.


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