Nach Insolvenz

Asia-Kette coa verschwindet, Peter Pane übernimmt Standorte

Im Jahr 2018 war die Welt noch in Ordnung: coa kooperierte beim Liefergeschäft mit foodora. Heute gibt es beide nicht mehr.
Salome Roessler
Im Jahr 2018 war die Welt noch in Ordnung: coa kooperierte beim Liefergeschäft mit foodora. Heute gibt es beide nicht mehr.

Was ist eigentlich aus der Asia-Kette coa geworden? Im Oktober vergangenen Jahres wurde das Insolvenzverfahren in Eigenregie beantragt. Nun steht fest: coa wird wohl vom Markt verschwinden.

Die schick eingerichteten Läden genossen Kultstatus: Geschmackvolles Design traf  in den 17 Restaurants (12 Eigenregie, 2 Joint Ventures, 3 Franchise) auf landestypische Küche. Die Restaurants haben eine lange Geschichte – die Brüder Alexander und Constantin von Bienenstamm eröffneten ihr erstes Restaurant an der Schillerstraße in der Nähe der Frankfurter Börse im Jahr 2005.


Bis zum Jahr 2016 waren die beiden Brüder federführend auch im operativen Geschäft tätig. Seit 2015 wurde die Investoren-Gruppe Co-Investor mit Sitz in Frankfurt mit an Bord genommen. Nach und nach vollzog sich dann ein konzeptioneller und operativer Paradigmenwechsel. Viele Jahre war die Speisekarte unverwechselbar – doch das war nun Geschichte. Die Einzigartigkeit des Konzepts wurde verwässert. Dazu kam, dass die Flächen zunehmend zu groß wurden und damit die Kosten überhand nahmen.

Seit dem Anmelden der Insolvenz im Oktober 2019 prüften verschiedene Investoren die Übernahme aller Standorte, darunter eine rund 50 Units starke expandierende Italien-Food-Kette, aber auch ein  Konsortium um einen ehemaligen Top-Manager der Gemeinschaftsgastronomie sowie auch die Alteigentümer. Doch alle sprangen nach und nach ab – so kam es zur Veräußerung von Einzelstandorten.

Hier kommen Patrick Junge und seine Peter Pane Burgerkette ins Spiel. Fünf coa-Standorte prüften Junge und sein Team – für zwei entschieden sie sich letztendlich: Köln und Stuttgart. Stuttgart (190 Plätze) wird zum 1. Juli, Köln (260 Plätze) zum 1. August übernommen. Ab dann läuft das Re-Design auf Hochtouren. Natürlich kann man laut Patrick Junge eine ganze Reihe der technischen Gerätschaften nutzen und viele Zuleitungen liegen bereits in den Mietobjekten, aber selbstverständlich wird das Interieur komplett auf Peter Pane umgestellt.

Ein Drittel weniger Investionskosten

„Durch die Übernahme sparen wir pro Laden zirka 400.000 Euro an Investment. Normalerweise kostet eine Neueinrichtung rund 1,2 Mio. Euro“, sagt Junge. Aktuell baut er mit seinem Team gerade zwei ehemalige Maredo Standorte in Berlin um, die im Juli und August öffnen werden.

Junge hält an seinem straffen Expanionskurs fest. Zwischen acht und zehn Restaurants will er pro Jahr eröffnen – gerade hat in Bielefeld Nummer 37. die Grills angeworfen. Obwohl das Indoor-Geschäft schleppend anlief, ist Peter Pane bereits wieder bei rund 60 bis 70 Prozent des Vor-Coronaumsatzes.

Zusammen mit dem neu etablierten Lieferservice Peter bringt’s kam Junge in dieser Woche zu ersten Mal wieder auf 100 Prozent nach Plan. „Es hat mich erstaunt zu sehen, dass auch junge Menschen eine große Zurückhaltung bei Restaurantbesuchen zeigen“, erklärt der Manager. Was sein erfolgreiches Liefergeschäft angeht, so wird er dieses auf jeden Fall weiter beibehalten – geht aber davon aus, dass der Umsatz von jetzt 30 Prozent bei zunehmender Normalisierung auf 20 Prozent zurückgehen wird.

Was wird aus coa?

Und coa? Was wird aus den restlichen Restaurants der ehemals glanzvollen Asia-Kette? Man muss wohl leider davon ausgehen, dass alle Standorte bis auf die beiden in Frankfurter Einkaufszentren gelegenen, die Türen für immer schließen werden.  



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