Lieferdienst-Übernahme

Lieferheld und Foodora werden Lieferando

Jörg Gerbig, Lieferando-Gründer und Takeaway.com-COO.
Takeaway.com
Jörg Gerbig, Lieferando-Gründer und Takeaway.com-COO.

Das Foodora-Rosa auf deutschen Straßen wird in naher Zukunft Lieferando-Orange. Nach der Übernahme der Deutschlandsparte von Delivery Hero setzt die Lieferando-Mutter Takeaway.com auf eine Marke. Das bestätigt Takeaway.com-COO Jörg Gerbig gegenüber FOOD SERVICE.

"Wir wollen mit der Übernahme der Delivery-Hero-Marken unsere Position im deutschen Markt stärken und weiter auszubauen", sagt Gerbig. "Insbesondere freuen wir uns, dafür die früheren Delivery-Hero-Mitarbeiter an Bord zu haben." 

Fahrer-Netzwerk ausgeweitet

Denn Dank der Übernahme des Lieferdienstes Foodora weitet Lieferando sein Netzwerk in Städten aus, in denen es mit eigenen Fahrern unterwegs ist. Bislang war Lieferando mit etwa 1.000 eigenen Fahrern in 13 Städten vertreten, Foodora dagegen mit rund 3.000 Fahrern in 34. Dieses Netzwerk wird nun zusammengelegt.

Was jedoch verschwinden wird, sind die Marken Pizza.de, Lieferheld und Foodora des früheren Mitbewerbers Delivery Hero. "Wir halten eine Ein-Marken-Strategie für effektiver", sagt Gerbig. Danach werden die Online-Plattformen auf die von Lieferando umgestellt, die Fahrer von Foodora bekommen neue Rucksäcke, Uniformen und Fahrräder mit Lieferando-Branding zur Verfügung gestellt. Laut Gerbig peilt man an, die Umstellung in etwa einem halben Jahr abzuschließen.

In diesen Städten fahren die Lieferdienste selbst aus (Stand: Oktober 2018).
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In diesen Städten fahren die Lieferdienste selbst aus (Stand: Oktober 2018).

Für Restaurants zunächst keine Änderungen

Für die Partner-Restaurants soll sich zunächst nichts ändern, sagt Gerbig. Wer allerdings bislang bei mehreren Diensten gelistet ist, soll von der Vereinheitlichung profitieren, da nicht mehr mehrere Partnerportale benutzt werden müssen. Zudem rechnet Gerbig mit einer insgesamt höheren Orderfrequenz, wenn dank der Fusion auf Lieferando eine höhere Vielfalt an Restaurants angeboten werden kann.

Wie sich die Fusion auf die Ausgaben im Marketing auswirken werden, wollte Gerbig zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Bislang versuchten sowohl Delivery Hero als auch Takeaway.com in Deutschland mit hohen Werbeausgaben die Marktführerschaft zu erreichen. Der Aufwand dürfte finanziell nun niedriger liegen. "Zunächst wollen wir aber mal den Kauf in trockene Tücher bringen", sagt Gerbig. Dazu muss Anfang Januar noch die Generalversammlung von Takeaway.com dem Kauf zustimmen. Einen Abschluss erwarten beide Unternehmen im ersten Halbjahr 2019.

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