Nachhaltigkeit

Weniger Müll bei McDonald’s


McDonald's setzt mit markigen Sprüchen auf Plastikmüllvermeidung.
McD
McDonald's setzt mit markigen Sprüchen auf Plastikmüllvermeidung.

Zehn Tage lang ist die McDonald’s Filiale in der Mall of Berlin am Leipziger Platz ein Versuchslabor für mehr Nachhaltigkeit in der Systemgastronomie. Der „Better M Store“ will ein Modell-Restaurant für weniger Müll und Plastik sein.

Von heute bis zum 26.6. testet McDonald’s neue, umweltschonende Verpackungen in der Praxis. Die Gäste können unter anderem  Mehrwegbecher wählen, Papierstrohalme testen, den Salat in einem Pappkarton bekommen, statt in einer Plastikschale – und sie werden ermuntert, Feedback zu geben. Am besten gleich im Restaurant.

Ob und wie solche Veränderungen bei den Kunden ankommen, das hängt schließlich oft von Details ab: Ein McFlurry schmeckt mit Holzlöffel einfach anders als ein Plastiklöffel. Ein Papierstrohhalm mag bei einem Softdrink funktionieren, aber nicht bei einem Shake, den man langsamer trinkt. Da würde er bald aufweichen. Einen Cheeseburger bekommt man problemlos in wasserschonendem Graspapier verpackt, aber wird der deutlich größere Big Mac verknautscht aussehen, wenn er eingewickelt wird und nicht im Karton kommt?


Und dann ist da noch die operative Seite: McDonald’s-Restaurants haben in der Regel keine Spülmaschine. „Ein System mit Mehrwegbechern ist eine echte Herausforderung, denn sie sorgen für einen ganz neuen ganzen Ablauf“, sagt Heike Bierweiler, Director Supply Chain von McDonald’s Deutschland.  

Ein bisschen Erfahrung konnte McDonald‘s auf diesem Gebiet schon sammeln. Das Pfandbechersystem Recup hat man schon seit 2018 im Angebot. Aktuell gibt es die zwischen 500 und 1000 Mal verwendbaren Mehrwegbecher aus dem recyclebaren Kunststoff Polypropylen in 32 McCafé-Filialen.

Bleibt die Frage: Ist der Kunde bereit für die Änderungen? Als in Großbritannien Papierstrohalme eingeführt wurden, und die Plastikstrohalme aus dem Sortiment flogen, gab es prompt einen Shitstorm. Insofern will man im „Better M Store“ am Leipziger Platz auch eine Dialogplattform sein. Ein Befragungstool im Restaurant gibt dazu Gelegenheit. Die Aktion wird auf den Social Media Kanälen promotet. Die Erkenntnisse aus den zehn Tagen am Leipziger Platz sollen dann für den Nachhaltigkeitsfahrplan für die nächsten drei Jahre genutzt werden.



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