Hilferuf

Gastgeberkreis fordert zugesagte Hilfen ein

Der Gastgeberkreis schlägt Alarm.
imago images / Ralph Peters
Der Gastgeberkreis schlägt Alarm.

Deutsche Gastronomen schlagen Alarm: „Uns geht jetzt endgültig die Luft aus!“ Drei Viertel der Gastronomiebetriebe sind nach Angaben der Initiative „Gastgeberkreis“ akut gefährdet – schon jetzt haben viele Betriebe wegen fehlender Umsätze und mangelnder Hilfen die Türen für immer geschlossen.

Dem Gastgeberkreis gehören aktuell rund 40 Gastronomen und Gastrounternehmer an – darunter große Unternehmensgruppen wie die Block Gruppe, Hans im Glück, Nordsee, LeCrobag und L‘Osteria – die sich in größter Not befinden.

Für eine Perspektive fordert der Gastgeberkreis Planungssicherheit. Die Gastronomie darf nicht weiter weit über dem Niveau anderer Branchen belastet werden und braucht schnelle und unbürokratische Hilfe in Form von Entschädigungen zur Existenzsicherung. Die sofortige Auszahlung aller versprochenen Hilfen ist jetzt überlebenswichtig – eine nachträgliche Anpassung der Bedingungen und juristische Winkelzüge darf es nicht geben. Die beteiligten Unternehmen geben über 55.000 Arbeitnehmern Lohn und Brot und verzeichnen vor Corona einen Umsatz von über drei Milliarden Euro (2019). Insgesamt steht das deutsche Gastgewerbe für über zwei Millionen Arbeitsplätze und rund 93 Milliarden EUR Umsatz.

Die Forderungen des Gastgeberkreises
Die Gastronomie darf nicht weit über dem Niveau anderer Branchen belastet werden.

Jede Schließung muss Entschädigungen in Höhe der unverschuldeten Verluste nach sich ziehen.
  • Es geht um die normale Definition von Verlusten – ohne Kleingedrucktes.
  • Es geht nicht um die Entschädigung von entgangenen Gewinnen – sondern um die Sicherung der Existenz.

Die Gastronomie darf nicht am langen Arm verhungern.

Die Entschädigungen müssen so unbürokratisch und kurzfristig kommen, dass die Liquidität gesichert bleibt.
  • Steuerberater müssen in der Lage sein, beim Antrag zu unterstützen.
  • Verfahren müssen transparent sein und dürfen nicht dynamisch sein.
  • Örtliche Finanzämter müssen in die Hilfsleistungen eingebunden werden, um schnelle Hilfen zu gewährleisten.
  • Behörden und Finanzämter müssen verlässliche Auskünfte zu Verfahren und Vorgehensweisen geben.

Professionelles Wirtschaften braucht Planungssicherheit – auch in der Gastronomie

  • Gastronomie braucht Planungssicherheit und Perspektive. Wenn die Wirtschaft wieder hochfährt muss die Gastronomie direkt wieder geöffnet werden. Sie ist nach wie vor der sicherste Ort, um sich zu treffen.   
  • Die Gastronomie muss von den Vorleistungen aus dem letzten Sommer profitieren und bei der ersten Öffnungswelle dabei sein.
  • Die Gastronomie darf nicht weiter als unsicherer Ort stigmatisiert werden.

Die Firmenchefs sind enttäuscht von der Politik. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, erklärt L'Osteria-Chef Mirko Silz. „Nur ein Bruchteil der Novemberhilfen ist ausgezahlt, die bürokratischen Hürden sind hoch, zudem wurden nachträglich die Voraussetzungen für die Unterstützung geändert.“

Der Chef der Block-Gruppe, Stephan von Bülow, sagte: „Restaurants, Cafés, Caterer brauchen dringend die zugesagten staatlichen Hilfen, jede Woche Verzögerung richtet nachhaltigen Schaden in den Betrieben an – aber auch in der Lebensführung der betroffenen Betriebe.“

„Viele von uns haben nach dem ersten Lockdown in konkrete Hygienemaßnahmen investiert wie etwa Luftfilter“, erklärt Kent Hahne, Betreiber von The Ash und größter Franchisenehmer bei L’Osteria mit 1.500 Mitarbeitern. „Dass wir dann trotzdem unsere Betriebe in einem zweiten Lockdown schließen mussten, war schon ein harter Schlag. Von den Vorleistungen aus dem letzten Sommer müssen wir profitieren, wenn die Wirtschaft wieder hochfährt. Als sicherer Ort, an dem Menschen sich treffen, müssen wir bei der ersten Öffnungswelle dabei sein und brauchen hier eine entsprechende Planungssicherheit.“

„Es geht nicht nur um die wirtschaftliche Existenz der betroffenen Gastwirte, Kellner und Zulieferer, es geht auch um den Erhalt der gastronomischen Kultur. Was wird denn aus unseren Innenstädten, wenn ein Teil der Gastronomen nicht mehr da sind?“, so Clarissa Käfer von der Käfer AG. „Das Lieblingslokal oder Café um die Ecke sind jeweils auch wichtige Locations im Alltag eines jeden – irgendwann werden wir wieder ein normaleres Leben haben, dann braucht es die Gastronomie, um die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden wiederherzustellen. Wenn nicht allen zeitnah geholfen werden kann, dann heißt es: Endlich wieder ausgehen – aber wohin?“

Zusätzliche Informationen stehen unter diesem Link zum Download bereit.

 

 

 

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