NGG

"Richtiger Schritt gegen Ausbeutung"

Freddy Adjan
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Freddy Adjan

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßt den Beschluss der Bundesregierung zum Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie.

 „Dies wird ein historisches Gesetz, weil es erstmalig Werkverträge und Leiharbeit in dieser Branche untersagt“, so Freddy Adjan, stellvertretender NGG-Vorsitzender. Es sei richtig und notwendig, so Adjan, dass endlich, so wie es Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angekündigt habe, nicht nur bei einzelnen Unternehmen, sondern in der ganzen Branche „aufgeräumt“ werde. Die Fleischkonzerne müssen nun Verantwortung übernehmen und die Beschäftigten direkt im Unternehmen einstellen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die schamlose Ausbeutung von zumeist aus Osteuropa stammenden Menschen zu beenden und auch die bisher teilweise menschenunwürdigen Wohnbedingungen zu verbessern.“

Gesetz erst in Betrieben ab 50 Beschäftigte

Für die NGG nicht nachvollziehbar ist es, dass das Gesetz erst in Betrieben ab 50 Beschäftigte greifen soll und dass Werkverträge in der Branche bis Jahresende 2020, Leiharbeit aber noch drei Monate länger, bis Ende März 2021, erlaubt bleiben solle.

„Das Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit und die verschärften Kontrollen sind der erste wichtige Schritt“, so Adjan. „In einem zweiten Schritt brauchen wir bundesweite Tarifverträge, die nicht nur die extreme Ausbeutung unterbinden, sondern gute Löhne und Arbeitsbedingungen für die Tausende Beschäftigte in der Fleischbranche verbindlich regeln. Wir fordern die Unternehmer auf, mit uns einen Tarifvertrag für die gesamte Fleischindustrie zu verhandeln, der dann auch allgemeinverbindlich erklärt werden sollte, damit er für alle verpflichtend ist. Nur so könne die gnadenlose Konkurrenz in der Branche um die billigsten Arbeitsbedingungen und Löhne abgestellt werden, so der NGG-Vize.

„Die großen Fleischkonzerne, allen voran Tönnies, haben öffentlich angekündigt, sie wollen die ganze Branche verändern, ihr Image verbessern und die Löhne erhöhen. Das nehmen wir jetzt beim Wort: Wir sind bereit, gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne auszuhandeln und in einem Tarifvertrag abzusichern. Denn nur Tarifverträge sichern letztlich den Beschäftigten auch gute Arbeitsplätze“, ist sich Adjan sicher.

Zur Person

Freddy Adjan ist seit 1993 Mitglied der Gewerkschaft NGG und begann 1995 seine Ausbildung zum Gewerkschaftssekretär. Ab 1996 war der gelernte Hotelfachmann Gewerkschaftssekretär in der NGG-Region München. Im Jahr 2002 übernahm Adjan die Geschäftsführung der NGG-Region München. 2013 wählten ihn die Delegierten der 22. Ordentlichen NGG-Landesbezirkskonferenz zum neuen Landesbezirksvorsitzenden in Bayern. Auf dem 17. Ordentlichen Gewerkschaftstag wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden der NGG gewählt.


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