Night of Light / Jutta Kirberg

Veranstalter sehen rot

Die Night of Light richtet sich an die breite Öffentlichkeit, um auf die dramatische Lage der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.
imago images / Rupert Oberhäuser
Die Night of Light richtet sich an die breite Öffentlichkeit, um auf die dramatische Lage der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.

Mit der bundesweiten Aktion "Night of Light" wirft die Veranstaltungsbranche heute ein Schlaglicht auf ihre finanzielle Notlage. Heute Abend werden allein in der Bundesrepublik über 7.000 Gebäude rot illuminiert. 20 weitere Nationen nehmen an der Aktion teil. Die Catering-Branche ist ein wichtiger Eckpfeiler der Protestaktion.

Rund 1 Mio. Menschen sind in Deutschland in der Veranstaltungsbranche beschäftigt. Jährlich generiert der Wirtschaftszweig einen Umsatz von 130 Mrd. Euro. 150 Berufsdisziplinen werden der Branche zugerechnet - darunter auch die Caterer. Seit Beginn der Ausbreitung des Corona-Virus liegt der Wirtschaftszweig brach. Eine gigantische Pleitewelle wird befürchtet.
Die heutige Protestaktion "Night of Light" soll nun die Politik auf den desolaten Zustand der Branche aufmerksam machen. Mehr als 7.000 Gebäude werden dazu allein in Deutschland heute Nacht rot illuminiert. Unter dem Hashtag #nightoflight2020 wird der Protest ins Internet getragen.

Jutta Kirberg unterstützt

Eine maßgebliche Unterstützerin der Aktion ist Jutta Kirberg, Gründerin und Geschäftsführerin Kirberg Catering. "Wir haben vor 38 Jahren gegründet und sind heute Arbeitgeber von 100 festangestellten Mitarbeitern und beschäftigen in Hochzeiten bis zu 400 Teilzeitkräfte und sind Ausbildungsbetrieb." Seit März fahre das Unternehmen nun keine Aufträge mehr ein, und bei jedem neuen Erlass kämen weitere Stornos dazu. "Das geht bis Ende des Jahres", so Jutta Kirberg.

Wenn Mitarbeiter fragen würden, wie und wann es weiter gehe, habe sie darauf keine Antwort. "Wir können keine Antworten geben, weil wir keine Perspektive haben. Das zerreißt uns das Herz." Da es keine Perspektiven gebe, können derzeit auch keine unternehmerischen Visionen entwickelt werden, sagt Jutta Kirberg. "Wir brauchen Lösungen!"

"Wir haben ein Berufsverbot"

Auch Event-Caterer Georg Broich beteiligt sich an der Aktion. Im Interview mit FOOD SERVICE sagt er: "Wir brauchen schnelle finanzielle Hilfen. Wir haben seit drei Monaten de facto ein Berufsverbot. Im Gegensatz zur klassischen Gastronomie stehen wir aber immer noch vor 3-4 Monaten, in denen wir kaum bis gar keinen Umsatz machen werden. Solche finanziellen Reserven hat niemand."

An der heutigen Aktion beteiligen sich 20 Nationen, ein bildstarker Protest wird erwartet. Die Forderung der Organisatoren um Tom Koperek (Vorstand der LK-AG Essen): "Ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell der Veranstaltungs-Wirtschaft zur Rettung unserer Branche, die echte Hilfe anstelle von Kredit-Programmen benötigt! Wir fordern einen Branchendialog mit der Politik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden!"


Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats