NRW-Gesundheitsministerium

Kantine wegen Hygienemängel dicht gemacht

Verärgert: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.
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Verärgert: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Düsseldorf hat die Kantine des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums in der Landeshauptstadt aufgrund von Hygienemängeln vorübergehend geschlossen. Neben einer Maus wurden weitere Defizite  bei einer routinemäßigen Begehung entdeckt. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeigt sich über diesen Vorfall in seinem Haus zerknirscht.

"Auch wenn der Betreiber die Kantine als selbstständiger Unternehmer grundsätzlich eigenverantwortlich führt: Mich ärgert der Vorgang selbst am meisten", empört sich Laumann. Bei einer Routine-Kontrolle am 8. Juli hat das zuständige Amt im Wesentlichen drei Mängel angeführt: Die Warmwasserversorgung in der Küche war nicht mit der notwendigen Temperatur von über 60 Grad  gewährleistet. Zudem entdeckten die Prüfer einen rötlichen Belag in der Spülmaschine und konnten einen Schädlingsbefall in Form einer Maus feststellen.

Noch kein Termin für Wiedereröffnung

Die Kantine ist aktuell noch geschlossen, damit die vorgefundenen Missstände beseitigt werden, teilt die Pressestelle auf Anfrage von FOOD SERVICE mit. Das Ministerium befinde sich diesbezüglich weiter im Gespräch mit dem Kantinenbetreiber, damit in Zukunft zu 100 Prozent der Gesundheits- und Arbeitsschutz der Beschäftigten ohne Wenn und Aber sichergestellt ist. "Ein konkreter Termin zur Wiedereröffnung steht noch nicht fest", so die Pressestelle. Es werde aber bereits an der Beseitigung der Mängel gearbeitet.

Im Jahr 2016 hatte das damalige Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) den Auftrag für den Betrieb der Kantine an den aktuellen Betreiber vergeben. Dieser führt seitdem das Betriebsrestaurant als selbstständiger Unternehmer in eigener Verantwortung.


Für die Opposition war die Kantinenschließung ausgerechnet im Gesundheitsministerium aufgrund von Hygienemängeln ein gefundenes Fressen. Lisa-Kristin Kapteinat, Vizevorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, nannte den Vorfall mehr als peinlich und verlangte Aufklärung. In einem Fachausschuss solle der Minister doch bitte schön erklären, wie es zu einer solchen Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter des Landes kommen konnte und was Laumann unternommen habe, damit so etwas künftig nicht mehr passieren kann. 

Klare Worte von Laumann

Der Minister antwortete promt: Der Gesundheits- und Arbeitsschutz der Beschäftigten hätten für ihn oberste Priorität. Darum dürfe so etwas nicht passieren. Doch klar sei auch: "Wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler. Das Wichtigste ist, dass man aus ihnen lernt", so der CDU-Politiker. Man habe bereits das Gespräch mit dem Kantinenbetreiber gesucht, damit die Missstände bei der Wiedereröffnung und für die Zukunft abgestellt sind.


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