Ökologische Lebensmittel

Bio-Markt wächst deutlich

Bio-Milch ist ein Renner.
Imago Images / Cord
Bio-Milch ist ein Renner.

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln kletterte im vergangenen Jahr auf 11,97 Milliarden Euro, ein Plus von knapp 10 Prozent. Dies teilt der Bio-Spitzenverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mit. Bio punkte derzeit auf allen Vertriebswegen – ob im Discounter, Naturkostfachhandel oder im Supermarkt, so der BÖLW. Im Außer-Haus-Markt gibt es vor allem bei der Erfassung Nachholbedarf.

Die höchsten Umsatz-Zuwächse entfielen auf Bio-Eier (+14,1%), Bio-Mehl (+12,1%) und Bio-Milch (+10,1%). Fast jedes fünfte Ei, was heute im Einkaufkorb landet, ist bereits ein Bio-Ei. Als neue Umsatz-Treiber im Bio-Markt outen sich Milch- und Fleisch-Alternativen. Sie gewinnen in der Gunst der Verbraucher stetig. Verarbeiteten die Hersteller vor einigen Jahren vor allem Sojabohnen, so kommen jetzt Hafer, Mandeln, Reis, Hanf und Erbsen ins Spiel und sorgen für eine breite Rohstoff-Vielfalt. Der Bio-Anteil bei den verkauften Milch-Alternativen lag im vergangenen Jahr bei stattlichen 68 Prozent. Vor allem die verbesserte Verfügbarkeit von Hafer-, Soja- und Mandelmilch in Bio-Qualität sorgte dafür, dass die Kunden in den ersten drei Quartalen 2019 ein gutes Drittel mehr pflanzliche Drinks kauften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Bio-Anteil bei Fleisch-Alternativen lag laut BÖLW bei gut 40 Prozent.

Außer-Haus-Markt holt langsam auf

Bislang noch nicht erfasst wird der Verbrauch von Bio-Produkten im Außer-Haus-Markt. Hier hinkt die Statistik hinterher. Experten schätzen den Bio-Anteil in der Gemeinschaftsgastronomie auf lediglich rund 1 Prozent. Die regionalen Bio-Großhändler verzeichnen jedoch eine wachsende Nachfrage nach Öko-Produkten in Großküchen und Gastronomie. Treiber seien hier Schulen und Kitas sowie Cafés und Restaurants, in denen immer häufiger Bio-Gemüse und Co in den Töpfen landen.

Auch die bundesweit 19 Bio-Städte kurbeln den Absatz von Bio-Produkten mit ihren Vorgaben in den öffentlichen Küchen an. Kurzum: in Bio-Städten wie Hamburg, Bremen, München und Berlin wird der Bio-Einsatz in Kitas, Schulen, Betriebsrestaurants sowie Kliniken und Heimen in öffentlicher Trägerschaft forciert. Parallel lancieren Bundesländer wie Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen sogenannte Öko-Modell- bzw. Musterregionen, in denen ebenso der Einsatz von Bio im Außer-Haus-Markt angeschoben wird.

„Nachhaltig essen mit Bio-Produkten ist ein Zukunftstrend“, so der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. Die Außer-Haus-Verpflegung biete großes Potenzial für heimische Bio-Landwirtschaft und für eine gute Ernährung. Denn immer mehr Menschen essen auswärts – in der Kantine, im Supermarkt-Bistro, in Restaurants oder Mensen. Hier liege ein großes Potenzial für die Bio-Branche, von der alle profitieren könnten – die Landwirtschaft und der Verbraucher, so Felix Prinz zu Löwenstein.

Bio-Fläche knackt 10%-Marke

Im vergangenen Jahr haben im Schnitt täglich fünf Bauern ihren Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt, bilanziert der BÖLW. Insgesamt legte die Bio-Fläche in den letzten fünf Jahren um fast 50 Prozent zu. Deutschlandweit werden erstmals gut 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet. „Bundesweit jeder zehnte Hektar ist 'enkeltauglich'“, unterstreicht Peter Röhrig, Geschäftsführer des BÖLW – kann also nachhaltig auch für künftige Generationen bewirtschaftet werden. Exakt 12,6 Prozent der Betriebe in Deutschland wirtschaften ökologisch. Nicht so schön: In Deutschland musste seit 2005 im Schnitt jede Stunde ein Bauernhof seine Tore für immer schließen. Das Höfesterben setzt sich unentwegt fort. Positiv: Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Bio-Betriebe fast verdoppelt.

Über BÖLW
Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Bioland, Biokreis, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reformhaus und Verbund Ökohöfe.


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