Petition

Helfen mit Unterschriften

Eine Petition gestartet hat die Initiative Gastronomie & Hotellerie Deutschland.
Initiative Gastronomie & Hotellerie Deutschland
Eine Petition gestartet hat die Initiative Gastronomie & Hotellerie Deutschland.

Die in Hamburg anlässlich der Corona-Krise gegründete Initiative Gastronomie & Hotellerie Deutschland fordert die Bundesregierung zum Dialog heraus. Mit Hilfe einer Petition sollen 150.000 Unterschriften gesammelt werden. Der Titel lautet "Covid-19: Finanzielle Soforthilfe für Gastronomien und Hotels!".

Innerhalb weniger Wochen haben bereits fast 84.000 Menschen die Petition unterzeichnet. "Wir sind sehr glücklich über die Menge an Zuspruch, die wir direkt erhalten haben", sagt Patrick Rüther, Hamburger Gastronom und Mit-Initiator der Unterschriftensammlung.

Viele Gastronomen und Hoteliers hätten keine Mittel mehr zur Verfügung, um die Existenz aufrechtzuerhalten und fühlten sich im Stich gelassen. Gleichzeitig könne man den Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und Lieferanten nicht mehr nachkommen.

Deshalb fordert die Initiative Klarheit und echte finanzielle Soforthilfe. Ansonsten gebe es für die Branche keine Zukunft. Bereits umgesetzte Maßnahmen würden zwar helfen, aber die Unternehmen nicht retten. Viele Beschlüsse würden die Probleme nur aufschieben. 

In einem gemeinsamen Video machen beteiligte Gastronomen wie Koral Elci, Geschäftsführer bei Kitchen Guerilla, Anne Behm, Inhaberin von Klippkroog und Johannes Riffelmacher, Salt&Silver-Inhaber auf ihre Lage aufmerksam. 

Dass niemand Geld geschenkt haben möchte, wird in der Petition betont: "Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen." Rüther erklärt: "Wir sehen das gerade als Extremsituation und wollen uns als Verfasser der Petition nicht zurücklehnen. Wir sind bereit zu helfen." Mit der Aktion Kochen für Helden verteilt ein Verbund an Gastronomen in Hamburg 2.000 Essen am Tag kostenlos an Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Kassierer oder Obdachlose. "Es gibt deutlich mehr Anfragen, als wir leisten können", so Rüther und sagt: "Wir machen das, obwohl wir selbst gerade kein Einkommen haben. Aber die Aktion gibt uns Hoffnung und wir können helfen." 
 
„Sind wir systemrelevant? Sollen wir den Betrieb aufrechterhalten, um eine Grundversorgung sicherzustellen? Wir sind bereit. Sollen wir einen Lieferdienst für Risikogruppen hochziehen? Wir sind bereit. Sollen wir einfache To-Go-Mahlzeiten für die Menschen in unseren Vierteln zur Verfügung stellen? Wir sind bereit.“
Initiative Gastronomie & Hotellerie Deutschland

 
Die Anliegen der Initiative werden laufend weiter präzisiert und an neue Gegebenheiten angepasst. "Täglich ändern sich die Rahmenbedingungen. Es ist schwierig, stets den aktuellen Stand abzubilden", erklärt Rüther.  

Punkte aus dem Forderungskatalog
  • Sofortige und 100-prozentige Kostenübernahme aller Bruttogehälter (Vollzeit und Teilzeit) – denn ohne Trinkgeld reichen 60 Prozent Kurzarbeitergeld nicht aus
  • Fortzahlungen ausgefallener Arbeitsstunden für unsere Minijobber*innen und studentischen Aushilfen
  • Steuernachlässe anstelle von Stundungen und Aufschiebungen
  • Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 01.03.2021
  • Rechtlicher Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen aufgrund von Dauerschuldverhältnissen (Miet-, Leasing- und Kreditverträge)


Wünschenswerterweise verbessert sich mit der Petition und allen zugehörigen Aktionen das Standing der Gastronomie und der Stellenwert in der politischen Wahrnehmung. "Wir sehen uns als systemrelevant und arbeiten unter speziellen Bedingungen, die in der Politik meist nicht berücksichtigt werden", so Rüther. 



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