ProVeg-Studie

Starkes Wachstumspotenzial für pflanzliche Lebensmittel

Pflanzliche Fleischalternativen, wie hier von Beyond Meat, könnten der Lebensmittelindustrie in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum bereiten, prophezeit ProVeg.
Imago Images / ZUMA Press
Pflanzliche Fleischalternativen, wie hier von Beyond Meat, könnten der Lebensmittelindustrie in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum bereiten, prophezeit ProVeg.

Die Ernährungsorganisation ProVeg befragt für eine neue Ernährungsstudie Verbraucher nach ihren pflanzlichen Vorlieben. Ergebnis: Die Nachfrage nach veganen Alternativen für Käse, Fisch, Meeresfrüchte und Fertiggerichte steigt.

Aus der ProVeg-Studie ergab sich unter anderem eine Rangliste der am stärksten nachgefragten pflanzlichen Produkte bei den Verbrauchern, wobei sich die Antworten, je nach persönlicher Ernährungsweise, leicht unterschieden.
Pflanzliche Käsealternativen landeten dabei auf dem ersten Platz. Rein pflanzliche Fertiggerichte belegten den 2. Platz auf der Wunschliste der Flexitarier. Bei den befragten Vegetariern und Veganern schafften sie es auf Platz drei. Umgekehrt wählten Vegetarier und Veganer Backwaren und Schokolade auf Rang 2 ihrer Wunschprodukte. Platz drei bei den Flexitariern ging an Fleischprodukte, die wie das tierische Original schmecken. Insgesamt fragte ProVeg knapp 14 verschiedene Produktkategorien ab. 
Über die Studie
An der ProVeg-Ernährungsstudie nahmen insgesamt rund 6.200 Verbraucher aus neun europäischen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Östereich, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark und der Tschechischen Republik, teil. Befragt wurde explizit die Zielgruppe der besonderes informierten Verbraucher, die sich entweder überwiegend oder ausschließlich pflanzlich ernähren (Vegetarier und Veganer) und die Gruppe der Flexitarier. Die komplette Studie ist in englischer Sprache über die Website von ProVeg erhältlich.

"Sowohl veganer Käse wie auch Fertiggerichte auf rein pflanzlicher Basis bieten enorme Wachstumschancen", betont Verena Wiederkehr, Leiterin des Fachbereichs Lebensmittelindustrie und Handel bei ProVeg. Sie empfiehlt Lebensmittelherstellern, ihr Sortiment in diesen Kategorien auszubauen. Ein besonderes Augenmerk sollte – wie auch beim Käse – auf Geschmack, Textur und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis liegen. 

Wachstum im veganen Fleisch- und Fischsegment

Große Wachstumchancen sieht ProVeg zudem auch in den Segmenten Fleisch- und Fischalternativen, Meeresfrüchte und Ei-Ersatz. Für den Fleischalterantivenmarkt beruft sich die Ernährungsorganisation dabei auf eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens Markets and Markets, welches bis 2025 mit jährlichen Zuwachsraten von 15 Prozent und einem Volumen von dann rund 28 Mrd. US-Dollar rechnet. Zum Vergleich: Für das globale Fleischsegment prognostiziert die Unternehmensberatung Kearney im Vergleichszeitraum dagegen nur ein Wachstum von 3 Prozent pro Jahr.

Auch die ProVeg-Umfrage bestätigt die steigende Nachfrage der Verbraucher. Der Großteil der Befragten gibt an, bereits pflanzliche Fleischalternativen kosumiert zu haben. Besonders positiv werden dabei Geschmack, Textur und Komfort bewertet. Weniger gut dagegen der Nährwert und Preis der meisten Produkte. Einig sind sich Flexitarier, Vegetarier und Veganer auch dabei, dass es insgesamt zu wenig gute Alternativen gibt. 

Veganer Fischmarkt noch überschaubar

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für das Segment der pflanzlichen Fischalternativen. Über 80 Prozent der Flexitarier, Vegetarier und Veganer gaben an, dass es zum aktuellen Zeitpunkt kaum gute Produkte auf dem Markt gibt. Expertin Verena Wiederkehr von ProVeg bestätigt diese Einschätzung. 
„Der Markt für Fischalternativen befindet sich derzeit noch in den Kinderschuhen", lautet ihr Fazit. "Bisher agieren hier wenige Hersteller, der Wettbewerb ist gering. Die Bedeutung dieses Marktes ist jedoch angesichts leergefischter Meere und dem steigenden Bedarf durch eine stark wachsende Weltbevölkerung enorm."

Laut der ProVeg-Umfrage haben bisher nur 17 Prozent der Veganer und Vegetarier sowie 9 Prozent der Flexitarier pflanzliche Fischprodukte konsumiert. 
Bei Ei-Alternativen liegt die ermittelte Konsumrate sogar nur bei 11 Prozent. Auch hier klafft eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. "Es gibt sehr wenige Alternativen zu klassischen Eierspeisen wie Spiegel- und Rührei im Markt. Wenn man sich zudem noch näher anschaut, wie vielseitig Eier grundsätzlich eingesetzt werden, welche Funktionen sie bei verarbeiteten Lebensmitteln übernehmen und wie häufig sie konsumiert werden, dann wird deutlich, dass der Markt für Ei-Alternativen eine riesige Chance darstellt", so Verena Wiederkehr.







Sie möchten Aktuelles zum Thema "Plant-based" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Plant-based"-Dossier.
stats