Re-Start / Coffee Fellows

"Hochlauf-Kurve" aus der Glaskugel

Coffee Fellows wird bis Ende Mai das gesamte Netz an Standorten wieder eröffnet haben.
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Coffee Fellows wird bis Ende Mai das gesamte Netz an Standorten wieder eröffnet haben.

Die Kaffeebar-Kette Coffee Fellows mit deutschlandweit aktuell 210 Standorten wird bis Ende Mai alle Stores wieder eröffnen. Gründer und Geschäftsführer Dr. Stefan Tewes spricht mit FOOD-SERVICE über die Herausforderungen, die der Re-Start mit sich bringt und über die „Hochlauf-Kurve“ aus der Glaskugel. 

„Wir werden im Lauf dieses Monats alle Standorte wieder öffnen. Wir können nur nicht abschätzen, wie sich die Hygienemaßnahmen auf unser Geschäft auswirken“, sagt Tewes. Die Überlegung, die Kaffeebars aufmachen oder  es zu lassen, stellte sich ihm zufolge überhaupt nicht. Denn fixe Kosten, wie Raumkosten, fallen weiter beziehungsweise wieder an. 

Das Unternehmen hatte sich „kostenseitig zurückgehalten“ in den vergangenen Wochen. „Wir haben mit unseren Vermietern gesprochen und versucht, zwischen 1,5 und 2 Monatsmieten reduziert zu bekommen. Meistens haben die Verhandlungen auch geklappt“, so Tewes. Die meisten Standorte hat Coffee Fellows selbst angemietet und verpachtet die Flächen an Partner. „Eine Stundung hat uns nicht interessiert,“ betont Tewes. Er wollte unbedingt vermeiden, dass die Betriebe nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen mit einem großen Minus hätten starten müssen. Weniger Ausgaben gab es auch in puncto Gehälter, da Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden. „Von den Banken haben wir eine Kreditlinienerweiterung bekommen und haben deshalb keine Insolvenzängste“, berichtet Tewes weiter.

Schwierige Anpassung der Kapazitäten

Alle Kräfte werden gebündelt, um die Gäste wieder zurückzugewinnen. Von Woche zu Woche laufen die Geschäfte bereits besser. „Wenn wir anfangs wenigstens die Hälfte an Umsatz generieren, ist das besser als nichts. Wir brauchen allerdings mittelfristig systemweit mindestens 80 Prozent der Umsätze, die wir vor Corona erzielt haben“, so Tewes. „Wir haben natürlich Angst, dass wir bei 50 Prozent hängen bleiben, also die Leute nicht mehr in die Stadt zum Einkaufen gehen oder lieber zu Hause bleiben, statt ins Restaurant oder Café zu kommen.“

Im Hinblick auf die Frage, wie lange der Gap zurück zum alten Umsatzniveau dauert, hat Tewes eine „Hochlauf-Kurve“ erstellt. Im Juni erwartet er 60 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit, Ende Dezember bis zu 85 Prozent. Der auf der Kurve basierende Business-Plan enthält neben den erwarteten Umsätzen auch alle möglichen Kosteneinsparungen. Die große Herausforderung besteht nun in der Kapazitätsanpassung – wie viel Personal, wie viel Ware ist nötig? 

Trotz allem: Neueröffnungen geplant

„Wir blicken alle gerade in die große Glaskugel“, so Tewes, vieles bliebe ungewiss. Fest steht seiner Meinung nach: „Was gerade passiert, ist eine ziemliche Tragödie. Unser Jahresergebnis wird katastrophal sein. Wir versuchen nun, den Schaden zu mindern.“

Das Unternehmen plante durchaus auch Neueröffnungen vor dem Start der Pandemie. Unterschrieben waren bereits jeweils fünf Shops bei Coffee Fellows und fünf bei Campus Suite, die bis Jahresende eröffnen werden. Eröffnungstermine wurden lediglich nach hinten geschoben. Seit 2019 gehört die Kette, die vor allem in Norddeutschland präsent ist, zu Coffee Fellows.  
Über Coffee Fellows
Das Unternehmen mit Münchener Ursprung zählte zu den Top 3 Kaffeebar-Ketten in Deutschland und berichtete für 2019 einen Umsatz von 88 Mio. Euro und damit ein Plus von rund 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Herbst hat Coffee Fellows Campus Suite übernommen. Die Marke umfasst rund 30 Standorte und ist vor allem in Norddeutschland präsent. Das Unternehmen verfolgt eine Zwei-Marken-Strategie, Campus Suite wird nicht umgebrandet. Zu Coffee Fellows gehören zusätzlich noch 20 Stores im Ausland.



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