Re-Start / Luzifer

„Brauchen Mehrwertsteuer-Senkung auch für Getränke“

Die Saisoneinnahmen müssen auch die Wintermonate kompensieren.
Luzifer GmbH
Die Saisoneinnahmen müssen auch die Wintermonate kompensieren.

Die fünf Luzifer-Betriebe in Eckernförde, Kiel, Schleswig, Travemünde und auf Sylt haben alle Saisonbetrieb. Sprich: Die kommenden Monate sind enorm wichtig für den Jahresumsatz. Viel Spielraum gibt es da nicht, sagt Geschäftsführer Reiner Wegner. 

„Eigentlich müssten wir jetzt mit 120 Prozent Umsatz starten, um einen Teil der verlorenen Umsätze wieder aufzufangen“, erklärt Luzifer-Chef Reiner Wegner. „Denn was wir im Sommer on-top erwirtschaften – unsere Kalkulation sieht in der Saison bei doppeltem Personal auch doppelt so hohe Umsätze wie zwischen Dezember und März vor – brauchen wir, um die Wintermonate kompensieren zu können. Und von der aktuellen Saison sind bereits jetzt acht Wochen dahin. Das holen wir nicht wieder auf!“

Das komplette Luzifer-Team „vom Wirt bis zum Spüler“ wurde mit Beginn des Lockdowns in Kurzarbeit geschickt. Ab dem 18. Mai sollen sie sukzessive wieder zurückgeholt werden. „Wir werden vorsichtig eröffnen. Die ersten Ergebnisse von Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern, die von Umsätzen unter 10 Prozent berichten, sind nicht gerade euphorisierend. Wir hoffen, dass wir in Schleswig-Holstein besser abschneiden werden.“

Klar, dass zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter alle Auflagen umgesetzt werden. Erstmals muss dann voraussichtlich auch auf Buffets – ein wichtiges Konzeptelement am Wochenende – verzichtet werden. Darüber hinaus soll aber alles beim Alten bleiben. Sprich: keine veränderten Öffnungszeiten oder abgespeckten Speisekarten: „Wir wollen den Gästen nicht noch mehr Zwänge und Veränderungen auferlegen.“ 

Diese seien ohnehin schon verunsichert genug, meint der Luzifer-Geschäftsführer. Aber auch auf Gastronomen-Seite gibt es Unsicherheit, zum Beispiel im Hinblick auf eventuelle Auflagenverstöße. Wegner: „Inwieweit werden wir in die Haftung genommen, falls doch etwas schiefläuft? Gerade in der Startphase, wenn alles für alle noch neu ist, kann das durchaus vorkommen. Was erwartet uns dann?“ 

Inwieweit kann sich das Gastgewerbe auf die Unterstützung der Politik verlassen? Auch diese Frage stellt sich Wegner. „Was wir bräuchten, wäre die Aussicht auf zwei Jahre Mehrwertsteuersenkung – und zwar auf Food und Getränke! Dann hätten wir vielleicht eine Chance, unsere Verluste wieder aufzuholen.“ Und solch eine Perspektive, ist der Unternehmer überzeugt, wäre für alle Beteiligten Motivation und Antrieb, weiter durchzuhalten.

Wegner spricht von einem Dominoeffekt: „Wir haben in den letzten Wochen großes Verständnis und Solidarität sowohl bei unseren Mitarbeitern als auch bei unseren Geschäftspartnern, den Zulieferern, Vermietern etc. gespürt. Auch ihnen würde der Ausblick, dass unsere Betriebe zwei Jahre lang 12 Prozent mehr Brutto-Rendite erhalten, Zuversicht geben, dass es weitergehen kann. Das wäre eine wichtige Botschaft!“

 

1989 gestartet zählt das Luzifer Konzept heute 5 Units (Eckernförde, Kiel, Schleswig, Travemünde, Sylt) in Top-Lagen am Wasser, die zu Urlaub vom Alltag einladen. Die Betriebe zählen im Schnitt je 150 Indoor-und Outdoorplätze und bewirtschaften an Spitzentagen bis zu 3.000-3.500 Gäste.  Mit dem Ganztagekonzept, eigener Kaffeerösterei (Luzifer Eckernförde), erworbener ASGAARD-Bierbrauerei (Luzifer Schleswig), einer Bäckerei / Konditorei (Luzifer Kiel), sowie jährlich bis zu 350 Veranstaltungen im Rahmen der eigenen Eventagenturen Festmoker und Cateringkultur, wird ein breites Publikum angesprochen.

 

 

 



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