GV-Report (III) – Schulcatering

Bedrohte Existenzen

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Re-Start für die Gemeinschaftsgastronomie? Leider nicht in allen Teilmärkten. Während Unternehmen langsam die neue Normalität wieder proben, ist für Schulverpfleger die Lage prekär und bedrohlich. gv-praxis gibt Einblicke. Die Bandbreite der Stimmungen: von "Endlich geht es wieder los" bis "Achtung, Existenzgefahr!", Teil III beleuchtet den Schulcatering-Markt.

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Am 9. März werden in Nordrhein-Westfalen die ersten beiden Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Vier Tage später beschließen die Bundesländer die Schließung von Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien. Für die Schul-Caterer begann damit der Shutdown und ein existenzbedrohender Stillstand, der bald auch andere Cateringunternehmen und Verpflegungs-Dienstleister treffen sollte. Die Folge: die Eruption eines 80 Milliarden Euro großen Außer-Haus-Marktes.

Sorgenkind Schulcatering

Kein Unterricht, keine Schüler, keine Mahlzeiten. Die Gastro-Umsätze im Bildungsbereich sind durch Corona um gut 80 Prozent eingebrochen.
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Kein Unterricht, keine Schüler, keine Mahlzeiten. Die Gastro-Umsätze im Bildungsbereich sind durch Corona um gut 80 Prozent eingebrochen.
Die Situation ist erdrückend. Obwohl der Schulbetrieb langsam wieder anrollt, stehen viele Schulcaterer vor dem Aus. "Die vorhandenen Hilfsprogramme helfen den kleinen und mittelständischen Unternehmen leider nur sehr bedingt oder wurden bereits in den vergangenen zwei Monaten aufgebraucht", schildert der Verband Deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSK) die Situation der rund 120 Schulversorger des Landes Brandenburg. Auch das Kurzarbeitergeld helfe nur teilweise, da etwa die Kosten für Urlaubsansprüche und Feiertage von den Unternehmen zu tragen sind – trotz fehlender Einnahmen. Nahezu alle Caterer würden deshalb die Entlassung eines Teils ihrer Mitarbeiter planen – und zwar noch vor Beginn der Sommerferien!

In einem Brandbrief wandte sich der Verband an den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Der Brief gleicht einem verzweifelten Hilferuf, in dem nicht weniger als ein Nothilfeprogramm für die Unternehmen des östlichen Bundeslandes gefordert wird. So schnell wie möglich.

In Brandenburg sind durch die Corona-Krise bei den Essensanbietern akut 2.200 Arbeitsplätze gefährdet. Normalerweise produzieren die dortigen Schulcaterer rund 125.000 Portionen täglich. Davon ist man trotz Hochfahren des Schulbetriebes weit entfernt. Konkret heißt es in dem Schreiben: "Die Hoffnung auf zeitweise Besserung durch die teilweise Öffnung der Schulen seit dem 4. Mai 2020 hat sich nicht ansatzweise erfüllt. Der überwiegende Teil der Schulen hat kein oder bietet nur sehr begrenzt Mittagessen an." Die Gründe dafür seien vielfältig:

  • Mensen fallen weg, da sie zu Unterrichtsräumen umfunktioniert wurden

  • Der Unterricht findet derzeit nur noch bis 11 Uhr statt

  • Mittagspausen werden schulorganisatorisch gestrichenDie Ausgabezeiten verdreifachen sich aufgrund der Hygienebestimmungen bei gleichzeitig gesunkenen Portionszahlen von 0 bis 20 Prozent der ursprünglichen Portionen

Besonders in Brandenburg sei die Lage der Schulverpfleger dramatisch, weil die Verträge direkt mit den Eltern gemacht werden, erklärt Rolf Hoppe, Vorsitzender des VDSK. Sollte Deutschland irgendwann wieder zum Regelbetrieb in Schulen zurückkehren, fehlt es womöglich an regional ausgerichteten Essensanbietern. VDSK-Vorsitzender Rolf Hoppe und Chef des Berliner Cateringunternehmens Luna hofft, dass man nach den Sommerferien wieder zwei Drittel der ursprünglichen Essenszahlen erreicht. Bislang allerdings nur ein frommer Wunsch.

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