Restaurant-Öffnungen

Dehoga fordert einheitliche Regelung

Dehoga-Präsident Guido Zöllick fordert trotz Öffungsperspektive schnellstmöglichst einen Rettungsfonds für Gastronomie und Hotellerie.
Dehoga / Svea Pietschmann
Dehoga-Präsident Guido Zöllick fordert trotz Öffungsperspektive schnellstmöglichst einen Rettungsfonds für Gastronomie und Hotellerie.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) zeigt sich in einer Mitteilung erleichtert über die von der Politik nun beschlossenen Öffnungstermine für Restaurants und Hotels. Dennoch benötige die Branche schnellstmöglich einen Rettungsfonds, zu groß seien die Umsatzausfälle.

„Wir begrüßen, dass es endlich konkrete Öffnungsperspektiven für das Gastgewerbe in den einzelnen Bundesländern gibt“, sagt Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes. Die Corona-Krise habe das Gastgewerbe besonders schwer getroffen. "Die meisten Betriebe befinden sich in der achten Woche der Schließung bei Null-Umsätzen und weiterlaufenden hohen Fixkosten. Die Lage ist dramatisch", so Zöllick.

Ohne Finanzhilfen geht es nicht

Es sei deshalb richtig und gut, dass die Ministerpräsidenten in einer Balance zwischen Verantwortung für die Gesundheit der Menschen, aber auch in der Verantwortung für die Wirtschaft jetzt handeln würden. Zugleich fordere die Branche weitere staatliche Unterstützung ein. Zöllick: "Ein Rettungsfonds muss schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden – mit direkten Finanzhilfen für alle Betriebe unserer Branche." Nur mit dieser Unterstützung hätten viele Betriebe eine Überlebenschance.

Die nächsten Wochen werden laut Dehoga eine große Herausforderung sein. Es gelte, die Abstandsgebote und noch strengeren Hygienevorschriften einzuhalten. All das werde mit Mehrkosten verbunden sein. "Zudem ist auch Fakt, dass aufgrund der Abstandsregelungen nur 30 bis 50 Prozent des Vorjahresumsatzes erzielt werden können", ergänzt Zöllick. Es werde noch eine Zeit dauern, bis kostendeckende Umsätze erzielt werden könnten.

Einheitliche Regelungen gefordert

Jetzt käme es auf eine praxistaugliche Gestaltung der jeweiligen Rechtsverordnungen an. "Für Gäste wie Unternehmer wäre es einfacher, wenn sich die Länder auf maximal einheitliche Regelungen bei Kontaktbeschränkungen, Schutzmaßnahmen und branchenspezifischen Vorgaben verständigen könnten", so Zöllick.


Viele Betriebe hätten bereits Sicherheitskonzepte zur Vermeidung von Infektionsrisiken erstellt. Auch die Berufsgenossenschaft habe einen Leitfaden zum branchenübergreifenden SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandard vorgelegt. Der Dehga unterstützt die Betriebe mit Checklisten und Best-Practice-Beispielen zu Abstandsgeboten und noch einmal deutlich erhöhten Hygienestandards. „Die Gesundheit der Gäste und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, so Zöllick.

Laut den Beschlüssen der Bund-Länder-Telefonkonferenz dürfen Gastronomiebetriebe bundesweit kontrolliert und unter Auflagen öffnen. Wie bekannt wurde, streben die Wirtschaftsminister der Länder dafür einen Korridor vom 9. bis 22. Mai an. Für touristische Beherbergungen wurde eine Öffnung bis Ende Mai angekündigt.

Zöllick hofft nun auf einen guten Start in die touristische Sommersaison. "Wir sind und bleiben zuversichtlich, für unsere Gäste auch in diesen herausfordernden Zeiten trotz der hohen Auflagen gute Gastgeber sein zu können." Voraussetzung dafür sei auch, dass alle mitziehen. Das heißt, dass auch die Gäste Verständnis für die neuen Spielregeln aufbringen.




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