Schulverpflegung

Berlin beschließt kostenfreies Essen in Schulen


Rolf Hoppe, Sprecher des Verbandes der Berliner und Brandenburger Schulcaterer, begrüßt die Entscheidung.
Luna
Rolf Hoppe, Sprecher des Verbandes der Berliner und Brandenburger Schulcaterer, begrüßt die Entscheidung.

Die Entscheidung wurde mit Spannung erwartet: Gestern hat das Berliner Abgeordnetenhaus mit rot-rot-grüner Mehrheit ein kostenloses Schulessen für die Klassenstufen 1 bis 6 ab August 2019 im Nachtragshaushalt beschlossen. Ein historischer Tag, denn bislang gibt es in keinem anderen Bundesland noch in einer größeren Kommune das Schulessen für Grundschüler gratis.

Das Land Berlin stellt dafür künftig rund 40 Millionen Euro pro Jahr bereit. Ob diese Summe allerdings ausreichen wird, ist fraglich. Rolf Hoppe, Geschäftsführender Gesellschafter des Bio-Cateringunternehmens Luna in Berlin, geht davon aus, dass künftig deutlich mehr Schüler in die Mensa gehen werden, um ein warmes Essen zu erhalten. Mit 25.000 Essen täglich ist Luna der größte Schulverpfleger in Berlin. Rolf Hoppe, ebenso Sprecher des Verbands der Berliner und Brandenburger Schulcaterer, erläutert: „Die Zahl der Essen könnte sich sehr deutlich erhöhen. Schulen könnten Probleme mit nicht vorhandenen Räumen und nicht verfügbaren Zeitfenstern für die Essensausgabe bekommen. Kleinere Caterer haben eventuell nicht die Kapazitäten für größere Liefermengen.“ Denn derzeit machen immer noch Schüler einen Bogen um die Mensa, weil sich die Eltern das Essen nicht leisten können.

Eltern werden entlastet

Bislang mussten die Berliner für das Essen ihrer Zöglinge in Grundschulen 37 Euro im Monat bezahlen. Dies entspricht rund 70 Prozent der tatsächlichen Kosten. Die übrigen Kosten trägt bereits jetzt schon das Land Berlin. Eltern mit geringem Einkommen oder Sozialhilfe müssen lediglich 1 Euro pro Mahlzeit zahlen. Bereits seit fünf Jahren kostet ein Schulessen für Grundschüler stadtweit 3,25 Euro. Dieser Preis gilt noch bis zum 31. Juli 2020. Dann wird mit den Essensanbietern neu verhandelt.

Der Verband der Berliner und Brandenburger Schulcaterer begrüßt die Entscheidung ebenso wie der Landeselternausschuss. Einkommensschwache Familien würden künftig deutlich entlastet. Kritik kommt hingegen von der Opposition, von CDU und FDP. Was nichts koste, sei auch nichts wert und einkommensstarke Eltern sollten sehr wohl etwas für die Mahlzeit ihrer Kinder zahlen, lauten die Kritikpunkte.




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