Serie Hitzewelle (Teil 2)

Die einen jubeln, die anderen leiden

So leer war es in der Location Fischauktionshalle von Jens Stacklies höchstens vor den Öffnungszeiten.
Stacklies Catering & Events
So leer war es in der Location Fischauktionshalle von Jens Stacklies höchstens vor den Öffnungszeiten.

Die Hitzewelle der vergangenen Monate und das frühe WM-Aus der Nationalmannschaft haben den deutschen Gastronomen sowohl sonnige als auch schattige Momente beschert. Im zweiten Teil unserer Serie berichtet der Hamburger Gastronom Jens Stacklies über seinen ganz persönlichen Sommerwahnsinn. Weniger gut lief das Geschäft dagegen für Vapiano und den Lieferservice Lieferheld.

Schätzungsweise 15 bis 18 Prozent mehr Umsatz habe er in den drei vergangenen Monaten in seinen vier Restaurants in der Hansestadt gemacht, schätz Jens Stacklies von Stacklies Catering & Events. Auch die Gästezahlen seien durchschnittlich um rund 10 bis 15 Prozent höher gewesen als im vergangenen Jahr. "Das war mit Sicherheit einer der umsatzstärksten Sommer, die ich als Gastronom bisher erlebt habe", bilanzierte er im Gespräch mit FOOD SERVICE. "Auch bei den Events und Caterings konnten wir ein Umsatzplus verbuchen."

Mit verlängerten Öffnungszeiten in der Küche und leichten Speisen wie Bowls, Salaten und Sushi, stellte Jens Stacklies sich und seine Mitarbeiter auf die geänderten Ansprüche der Gäste während der heißen Sommermonate ein. "Der Großteil unserer Gäste kam erst ab 21 Uhr zu uns und wollte dann selbstverständlich noch etwas essen. Deswegen haben wir die Küchenzeiten bis 23 Uhr ausgeweitet", erklärte der Gastronom. Spezielle Getränkeangebote, wie etwa die Flasche Weißwein oder Rosé plus eine Flasche Wasser für 20 Euro, trafen ebenfalls den Nerv der Hamburger Gäste.

Schwaches zweites Quartal bei Vapiano

Weniger positiv fiel das Fazit bei Vapiano aus. Die schwachen Halbjahreszahlen, die das Unternehmen in der vergangenen Woche verkündete, wurden unter anderem auch auf die Hitzewelle und die Fußballweltmeisterschaft 2018 zurückgeführt. Weder der inzwischen angebotene Lieferservice, noch die Pizza in Deutschlandfarben, konnten den Gästerückgang im zweiten Quartal des Jahres verhindern. Am Ende stand ein Minus von 0,8 Prozent auf bestehender Fläche auf dem Papier.

Weniger Bestellungen für Lieferservices

Auch die Online-Bestellplattform Lieferheld fand in einer Analyse ihrer Bestellzahlen während der Fußballweltmeisterschaft heraus, dass das frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft offensichtlich auch den Appetit der Deutschen gedämpft hatte. Verzeichnete das Unternehmen zum Finale 2014 (Argentinien-Deutschland) eine um 35 Prozent erhöhte Bestellquote im Vergleich zum gleichen Tag im Vorjahr, waren es beim diesjährigen WM-Finale (Frankreich-Kroatien) nur neun Prozent mehr Bestellungen. Das Unternehmen sprach in diesem Zusammenhang von einer 'Konsum-Grätsche', mit der die deutsche Mannschaft durch ihr schwaches Abschneiden auch die Gastronomie von den Beinen geholt hätte.

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