Serie vorbildlich ausbilden (II)

Benefits und Transparenz in der Traube Tonbach

Ausbildungsplätze in der Traube Tonbach sind begehrt.
Traube Tonbach
Ausbildungsplätze in der Traube Tonbach sind begehrt.

Nachwuchskräfte zu gewinnen wird für die Branche immer anspruchsvoller. In unserer Serie zeigen wir drei Beispiele, wie man auch in Zeiten von Fachkräftemangel vorbildlich agiert. Diesmal: Die Traube Tonbach.

Dieser Text ist Teil unseres Specials "Nur Mut! - Ideen für das Geschäft von morgen".

Insgesamt bildet das Traditionshotel Traube Tonbach zurzeit rund 80 junge Menschen in vier Berufen aus, neben Köchen und Konditoren auch Restaurant- und Hotelfachleute. Das heißt, ein Viertel der gut 320 Mitarbeiter sind Auszubildende.

"Die Marke Traube Tonbach ist noch immer ein Magnet, die Gastronomie der größte Arbeitgeber in der Region Baiersbronn", berichtet der leitende Küchendirektor Jürgen Reidt. "Trotzdem müssen wir uns heute mehr anstrengen als früher, um talentierte Nachwuchskräfte zu rekrutieren." Das sei einerseits der demografischen Entwicklung geschuldet, denkt Reidt. Andererseits schöpften andere Branchen mit attraktiveren Rahmenbedingungen – von Entlohnung bis Betriebskindergarten – immer mehr Talente ab.
Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn
  • Küchendirektor Jürgen Reidt
  • Betriebsstätten 4
  • Auszubildende 80 in 4 Berufen (Köche, Konditoren, Hotel- und Restaurantfachleute)
  • Benefits u.a. übertarifliche Vergütung, Betriebsrente, Teilnahme an Kochwettbewerben, Zusatzqualifikationen (z.B. berufsbegleitendes Studium) 

Transparenz für alle Beteiligten

Welche Benefits Bewerber bei der Traube Tonbach erwarten dürfen, erfahren sie bereits schwarz auf weiß in der Stellenausschreibung: übertarifliche Vergütung, Hilfe bei der Wohnungssuche, ein Schulungsprogramm, eine Betriebsrente. Die elektronische Zeiterfassung ist 2016 dazugekommen. Via Chip loggen sich alle Mitarbeiter ein und aus, außerdem können sie damit jederzeit aufgelaufene Überstunden, Urlaubs- und Krankheitstage abrufen. Totale Transparenz – für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, Ausbilder und Auszubildende.

Einerseits erleichtere es das System, alles im Blick zu behalten, auch gegenüber dem Zoll, so der Küchendirektor. Andererseits wachse der Rechtfertigungsdruck und sei es nur, weil jemand vergessen hat, sich ein- oder auszu"stempeln". Die Lehrlinge haben einen Achtstundentag, alle anderen arbeiten neun Stunden.

Gesamtes Team hilft mit

Drei Viertel der angehenden Köche sind mittlerweile Abiturienten. Dank Reifezeugnis können sie die Ausbildung um die Zusatzqualifikation "Service- und Küchenmanagement" aufstocken. Bei den Prüfungen gut oder sehr gut abzuschneiden, so Reidt, sei schon fast Standard. Nicht nur, weil der Ehrgeiz groß ist, sondern auch, weil sich das gesamte Team viel Mühe gibt, den Nachwuchs zu fördern und zu unterstützen. Unter anderem durch regelmäßige Schulungen, die Teilnahme an Koch-Wettbewerben und intensives Vorbereiten auf die Abschlussprüfung.

"Eine bestmögliche Ausbildung bieten zu können, ist der Inhaberfamilie Finkbeiner ein großes Anliegen und regelmäßig Thema in unseren Meetings." Getreu dem Motto "Wer aufhört, ständig besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein" sind die wichtigsten Leitfragen: Ist unser Ausbildungskompass noch zeitgemäß? Was können wir verbessern? Wo ansetzen?

Dieser Text ist Teil unseres Specials "Nur Mut! - Ideen für das Geschäft von morgen", das bei uns als kostenfreies E-Paper erhältlich ist.

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