Slow Food Deutschland

Lippische Palme in "Arche des Geschmacks" aufgenommen

Die Grünkohlsorte Lippische Palme blickt auf eine fast 400-jährige Tradition zurück.
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Die Grünkohlsorte Lippische Palme blickt auf eine fast 400-jährige Tradition zurück.

Grünkohl hat sich in den letzten Jahren zu einem Trendgemüse gemausert. Ältere Gemüsesorten, wie die Lippische Palme, profitieren jedoch häufig nicht von der gesteigerten Aufmerksamkeit. Mit der Aufnahme in ihr Artenerhaltungsprogramm "Arche des Geschmacks" will Slow Food die ostwestfälische Grünkohlsorte vor dem Vergessen bewahren.

Im Rahmen des "Freilichtgenusses", einer Veranstaltung im LWL-Freilichtmuseum Detmold am 1. und 2. September 2018, bietet die regionale Slow Food-Gruppe Südlicher Teutoburger Wald die Lippische Palme zur Verkostung an. Wer auf den Geschmack kommt, erhält gleich die passenden Pflanzensamen im Museumsshop.

Traditionsreiches Nahrungsmittel

Die Lippische Palme, auch als Lippischer Braunkohl bekannt, ist eine Grünkohlvariante aus der Region Ostwestfalen-Lippe. Schon um 1626 tauchte sie in einem Wappen des Grafen Otto zur Lippe auf. Mit einer Größe von bis zu 1,60 Meter überragt sie herkömmliche Grünkohlpflanzen. Ihre Größe macht sie allerdings  für den gewerblichen Grünkohlanbau ungeeignet, da sie von Erntemaschinen nicht erfasst werden kann. Dies führte in den vergangenen Jahrzehnten zu einem stetigen Rückgang der Art.

Rettungsprogramm für regionale Arten

Um das regionale Gemüse vor dem Aussterben zu bewahren, hat die Initiative Slow Food Deutschland e.V. die Lippische Palme nun in ihr Artenschutzprogramm "Arche des Geschmacks" aufgenommen. Weltweit schützt das Programm rund 4.800 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden. Zu den wichtigsten Aufgaben der Arche gehören das Sammeln, Beschreiben, Katalogisieren und Bekanntmachen der einzelnen "Passagiere". In Deutschland ist das Projekt seit 1996 aktiv und hat aktuell 71 verschiedene Arten in sein Programm aufgenommen.





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