Studentenwerk Ost-Niedersachsen

Über 50 Jahre sozialer Einsatz

Koch Peter Schönen überprüft, ob die überbackene Hähnchenbrust gar ist.
Studentenwerk OstNiedersachsen
Koch Peter Schönen überprüft, ob die überbackene Hähnchenbrust gar ist.

Mensa-Team im wohltätigen Einsatz. Ein festes Engagement, das in Corona-Pandemie-Zeiten nicht nur aufrechterhalten, sondern besonders wichtig wird, ist die über 50-jährige Zusammenarbeit von Paritätischem Braunschweig und dem Studentenwerk Ost-Niedersachsen. Auch die dortige Tafel profitiert von der aktiven Mensa.

Derzeit werden täglich rund 100 Mittagessen für Essen auf Rädern in der Mensa 2 des Studentenwerks Ost-Niedersachsen produziert. Der Paritätische Dienst sorgt mit dem Studentenwerk als professionellem Partner dafür, dass ältere und hilfsbedürftige Menschen in Braunschweig täglich, an sieben Tagen in der Woche, 364 Tage im Jahr, mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. 

Engagiert für Bedürftige

"Wir könnten die Kapazitäten problemlos aufstocken und Essen auf Rädern für viele Menschen in Braunschweig bereitstellen, die jetzt nicht mehr rausgehen sollten beziehungsweise sich nicht mehr raustrauen", sagt Studentenwerks-Geschäftsführer Sönke Nimz. "Wir arbeiten auch im Normalbetrieb mit sehr hohen hygienischen Anforderungen. Diese haben wir noch einmal verschärft." Gemeinsam mit Marianne Loschke, Einsatzleiterin Paritätische Dienste – Essen auf Rädern, versichert er: "Wir tun alles dafür, die Menschen zuverlässig mit hochwertigem Essen zu versorgen."
Logistisch seien höhere Essenszahlen leicht zu bewerkstelligen. Viele Studenten jobben in der Gastronomie, im Einzelhandel, in Freizeiteinrichtungen und an den Unis und verdienen sich über Nebenjobs einen wichtigen Teil ihres Unterhalts. Die meisten dieser Jobs sind von heute auf morgen weggefallen und es ist nicht klar für wie lange. Sie könnten bei der Auslieferung der höheren Zahlen an Essen-auf-Rädern-Menüs aushelfen. So wäre allen Beteiligten geholfen: Studentenwerk mit Mitarbeitern, Gästen daheim und den Studenten.

Historischer Rückblick

1965 wurde das Essen auf Rädern noch im VW-Bulli abgeholt.
Paritätischer Dienst Braunschweig
1965 wurde das Essen auf Rädern noch im VW-Bulli abgeholt.
Der Paritätische Braunschweig und das Studentenwerk Ost-Niedersachsen arbeiten bereits seit der Gründung von "Essen auf Rädern" 1963 zusammen. Gründungsvater Karl Heinz Loschke hatte die Not vieler Braunschweiger erkannt und den Verein "DPWV-Aktion Essen auf Rädern e.V." gegründet. Damit war der Braunschweiger Mahlzeitendienst einer der ersten Bringdienste von warmem Essen in Niedersachsen und Deutschland. Die Idee stammt ursprünglich aus England.

"Täglich wurde das Essen in der Braunschweiger Mensa gekocht, in 'Henkelmänner' umgefüllt und in VW-Bullis zu den älteren Menschen gebracht", berichtet Marianne Loschke, die Schwiegertochter des Gründers. Der Mahlzeitendienst als moderner Service ist heute eingebettet in eine vielfältige ambulante Versorgungskette, die die Paritätischen Dienste für ältere und hilfsbedürftige Menschen vorhalten. Gemeinwohlorientiert leistet der Verein seinen Beitrag, um die notwendige Daseinsvorsorge für die betroffenen Menschen sicherzustellen.

Ausweich-Station für die Tafel

Zudem bietet das Studentenwerk in seiner ohnehin aktiven Mensa 2 der Braunschweiger Tafel die Möglichkeit, ihre vorübergehend eingestellten Aktivitäten wieder aufzunehmen. Die Kapazitäten des eigenen Domizils in der Goslarschen Straße waren für den aktuellen Bedarf zu klein. Nun setzen die rund 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter ihre Ausgabe an der Adresse der Braunschweiger TU Mensa 2 in der Beethovenstraße fort. Die Tafel Braunschweig unterstützt rund 50 soziale Einrichtungen mit gesponserten Lebensmitteln. Etwa 5.000 Personen in 1.500 Haushalten profitieren von diesem Engagement.
Über das Studentenwerk Ost-Niedersachsen
8,8 Millionen Euro Umsatz hat das Studentenwerk 2018 mit seinen 25 gastronomischen Einrichtungen generiert. Ein Plus von + 1,1 Prozent, obwohl die Zahl der Studierenden um 2,8 Prozent auf knapp 61.000 zurückgegangen war. Positiv ausgewirkt hat sich dabei wohl ein um 3,9 Prozent gestiegener Pro-Kopf-Umsatz (144,89 €).



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