Ranking Einkaufsstraßen

Diese Shoppingmeilen sind gut für die Gesundheit

Rund um den Marienplatz in München stimmt der Mix aus Gastronomie, Kultur und Freizeitangeboten.
IMAGO Wolfgang Maria Weber
Rund um den Marienplatz in München stimmt der Mix aus Gastronomie, Kultur und Freizeitangeboten.

Wie lassen sich gute Vorsätze am Jahresanfang für einen gesünderen Lebensstil in den Alltag integrieren? Das Unternehmen Floranutris hat die bekanntesten Einkaufsstraßen der 20 größten deutschen Städte analysiert und nach verschiedenen Kategorien bewertet. Im bundesweiten Ranking hat München die Nase vorn, Bremen und Bonn sind Schlusslichter.

Die Hauptgeschäftsstraßen großer Städte ziehen tagtäglich zahlreiche Menschen an, Einheimische wie Touristen. Ihr Vorteil: Auf nur wenigen Kilometern decken sie alles ab, was das Herz begehrt: Cafés und Restaurants, Einkaufszentren, Sehenswürdigkeiten und Grünflächen, selbst Corona-Teststationen und Fitness-Studios zählen dazu.

Floranutris hat die Hauptgeschäftsstraßen der 20 größten deutschen Städte miteinander verglichen. Dazu wurde die Anzahl der Fast Food-Läden, Cafés, Sonnenstudios, Banken/ Geldautomaten, Casinos, Bars/Clubs, Apotheken, Corona Test-Stationen, Museum/Sehenswürdigkeiten, Arztpraxen, Fitnessstudios, Bioläden und Grünflächen dieser Straßen ermittelt und nach den folgenden Kategorien bewertet: 1. Anregung der gesunden Lebensweise, 2. Förderung der sozialen Interaktion, 3. Förderung des mentalen Wohlbefindens und 4. Zugang zu Gesundheitsservices und Beratung.

Doch inwieweit beeinflusst das Angebot der Flaniermeilen den Lebensstil der Gäste? Laut Untersuchungsbericht von Floranutris, Anbieter von veganen Snacks und Nahrungsergänzungsmitteln, kann die Kaufingerstraße in München als Vorbild für Einkaufsstraßen in Deutschland gelten. Wer auf der Sögestraße in Bremen, auf der Remigiusstraße in Bonn oder der Bahnhofstraße in Hannover flaniert, wird demnach weniger glücklich. 

Städte mit viel Auswahl

Ob eine Haupteinkaufsstraße einen gesundheitsfördernden Lebensstil anregt, lässt sich an der Art der Geschäfte und Lokalitäten bemessen. Städte mit einer Vielzahl an Museen und kulturellen Highlights, Arztpraxen, Apotheken und Grünflächen stufte Floranutris in diesem Sinne als positiv ein. Alle in die Untersuchung einbezogenen Malls wurden nach diesen Kategorien bewertet: Anregung der gesunden Lebensweise, Förderung der sozialen Interaktion sowie des mentalen Wohlbefindens sowie Zugang zu Gesundheitsservices und Beratung. Haupteinkaufsstraßen mit einem weniger ausgewogenen Mix wurden als "ungesund" eingestuft.

Ein großes Gesamtangebot finden Besucher demnach auf der Kaufingerstraße und rund um den Marienplatz in München. Das Areal punktet mit zehn Museen, 21 Medizinern sowie vier Apotheken und erhielt die Note "Sehr gut", zumal die Shoppingmeile ringsum mit einer Vielzahl an Cafés und Bars aufwartet, die gleichzeitig die soziale Kommunikation anregen.

Beliebte Anlaufpunkte

Platz zwei im Ranking belegt Berlin: Die Tauentzienstraße und der Kurfürstendamm können anhand der Zahl "gesunder" Einrichtungen mit der Flaniermeile in München durchaus konkurrieren. Allerdings wertet die Untersuchung allein den Umstand, dass hier neben 15 Cafés auch 16 Fast-Food-Läden präsent sind, als weniger förderlich, ohne die Konzepte genauer zu differenzieren. Schließlich sind die einzelnen Gastro-Systeme sehr unterschiedlich aufgestellt.

"Der Ruf nach ressourcenschonender Ernährung, Achtsamkeit und einem bewussten Lebensstil in der Bevölkerung wird zunehmend lauter. Doch leider stimmt dieses Bedürfnis mit der Realität in den urbanen Zentren nicht immer überein. Wenn einen der kleine Hunger beim Shopping packt, gibt es oft  kaum Möglichkeiten für einen gesunden Snack zwischendurch", kommentiert Jasper Caven, Gründer und CEO von Floranutris, das Ergebnis.
„Das Bedürfnis nach einem bewussten Lebensstil stimmt mit der Realität in den urbanen Zentren nicht immer überein.“
Jasper Caven, Gründer und CEO, Floranutris, Berlin

Ebenfalls im grünen Bereich liegt demnach die ein Kilometer lange Königsallee in Düsseldorf. Auf der Flaniermeile kann nach Herzenslust geshoppt werden, auch in zwei Bioläden.

Luft nach oben

Weniger bis keine Auswahl an entsprechenden Räumlichkeiten bekommen Spaziergänger auf der Sögestraße in Bremen, der Remigiusstraße in Bonn und der Bahnhofstraße in Hannover geboten. Die drei Städte bilden das Schlusslicht des Hauptstraßen-Rankings. Neben Shopping und Fastfood-Restaurants gibt es kaum Anlaufmöglichkeiten, die einen gesunden Lebensstil und soziale Interaktion begünstigen.

Die Untersuchung will Menschen, insbesondere in den Innenstädten, für einen modernen Lifestyle sensibilisieren. "Städte müssen Möglichkeiten haben, den Wohnraum zukunftsorientiert gestalten zu können, um sie an die Bedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen anzupassen”, führt Jasper Caven fort.

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