Studie

So beeinflusst die Corona-Krise die Gastronomie

Von 'Hoch die Tassen' keine Spur. Die Umfrage der YourCareerGroup vermittelt ein pessimistisches Bild.
Imago Images / MiS
Von 'Hoch die Tassen' keine Spur. Die Umfrage der YourCareerGroup vermittelt ein pessimistisches Bild.

Welche Auswirkungen auf ihren Job und ihre Branche erwarten sich Angestellte und Unternehmensvertreter aus der Hotellerie, Gastronomie und Touristik von der andauernden Corona-Pandemie? Das ermittelte die Online-Stellenbörse YourCareerGroup in einer Umfrage unter 15.000 Personen aus verschiedenen Ländern.

Kurzarbeit, vorübergehende Betriebsschließungen und Einstellungsstopps sind die drei größten Folgen der weltweiten Corona-Krise für Angestellte und Unternehmensvertreter aus der Gastronomie, Hotellerie und Touristik. Das ergab die Umfrage der Online-Stellenbörse YourCareerGoals unter 15.000 Personen. Knapp 80 Prozent der Befragten gaben dabei an, aktuell von Kurzarbeit betroffen zu sein. Für 24 Prozent der Unternehmensvertreter ist dagegen das Thema vorübergehende Schließungen eine der einschneidensten Auswirkungen der Pandemie.
Bezüglich der Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb zeigt sich der Großteil der Umfragenteilnehmer pessimistisch. Rund ein Viertel der Unternehmensvertreter rechnet damit, dass es mehr als ein Jahr dauern wird, den eigenen Betrieb wieder auf ein Vor-Corona-Niveau zu heben. Knapp 24 Prozent rechnen mit enem Zeitraum von 6 Monaten bis zu einem Jahr. Vor allem Befragte aus Spanien und Frankreich, Ländern die von dem Coronavirus besonders hart getroffen wurden, erwarten das es länger dauern wird, bis sich die Branche wieder erholt hat.

Auf einer Wiedereröffnung der Betriebe stellt sich der Großteil der Umfrage-Teilnehmer (22%) zum Juni 2020 ein. Immerhin 18 Prozent der Befragten erwarten dagegen eine Eröffnung im Mai dieses Jahres. Allerdings macht sich in dieser Frage auch die große Unsicherheit vieler Gastronomen und Hoteliers bemerkbar. Denn knapp 17 Prozent der Befragten geben in der Umfrage an, zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht zu wissen, wann sie wieder aufmachen.

Großteil sieht wirtschaftliche Situation negativ

Diese Unsicherheit zeigt sich auch bei einer weiteren Frage nach der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Betriebe. Rund 42 Prozent der Befragten geben dabei an, dass ihr Betrieb aktuell bereits gefährdet ist. Kleiner Lichtblick: Immerhin 14 Prozent der Umfrage-Teilnehmer trauen sich zu, ihre Tätigkeit bis zum Ende des Jahres aufrechtzuerhalten.

Bezüglich der Maßnahmen, die nach der Wiedereröffnung ergriffen werden müssen, erhalten die Punkte Einhaltung von Hygieneregeln, Desinfektionsmittel bereitstellen, Aushändigung von Atemmasken an alle Angestellten sowie COVID-19 Tests für alle Angestellten die größte Zustimmung. Demgegenüber steht die Erwartung von rund 34 Prozent der Unternehmensvertreter, die für ihre Betriebe größere Investitionen in den Sanitärbedarf prophezeien. Übereinstimmend gaben Entscheider und Angestellte zudem an, dass zukünftig vermehrt in die Krisenfestigkeit investiert werden müsse. 

Über die Studie
Der Online-Stellenbörsen Betreiber YourCareerGroup, zu dem die Jobbörsen Hotelcareer, Gastrojobs, Touristikcareer und Turijobs gehören, hat im Zeitraum vom 04. Mai bis 11. Mai 2020 rund 15.000 Angestellte der Hotellerie, Gastronomie und Touristik in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Polen, Spanien, Portugal, Mexiko und vereinzelnd weiteren (nicht) europäischen Ländern zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeit im Gastgewerbe befragt. An der Befragung haben etwa 900 Geschäftsführer, 300 HR-Mitarbeiter, 12.900 Angestellte mit und ohne Personalverantwortung und 1050 Praktikanten / Trainees teilgenommen.



Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats