Studierendenwerk Darmstadt

Wegbereiter für bio-regional

Robert von Klitzing vom Projektteam Öko-Modellregion Süd (2.v.l.) mit den Vertretern des Studierendenwerks Darmstadt: (v.l.) Volker Rettig, Leiter Abteilung Hochschulgastronomie, Geschäftsführerin Ulrike Laux und Nachhaltigkeitsmanager Georg Richarz.
Stw. Darmstadt/Hendrik Hamelau
Robert von Klitzing vom Projektteam Öko-Modellregion Süd (2.v.l.) mit den Vertretern des Studierendenwerks Darmstadt: (v.l.) Volker Rettig, Leiter Abteilung Hochschulgastronomie, Geschäftsführerin Ulrike Laux und Nachhaltigkeitsmanager Georg Richarz.

Bio, regional und innovativ sind zentrale Ziele der Hochschulgastronomen in Darmstadt für ihren Lebensmitteleinkauf. Das hessische Studierendenwerk ist Partner der Ökolandbau Modellregion Süd in Hessen und realisiert über 20 Prozent Bio-Lebensmittel in Mensen und Cafeterien.

Seit Mitte Januar gehört ein Insekten-Burger aus Buffalo-Würmern zum Mensa-Speiseplan und erhält viel positives Feedback über die Mensa-App des Studierendenwerks Darmstadt. Auch dessen Nachhaltigkeitsstrategie kommt bei den Studierenden gut an. Dies bestätigt eine Befragung mit über 4.000 Mitwirkenden. Viele befürworten mehr nachhaltige Produkte im Angebot.

Einfluss als Großabnehmer

Das Studierendenwerk Darmstadt nahm am 2. Plenum der hessischen Ökolandbau Modellregion Süd teil, wo der Leiter der Hochschulgastronomie Volker Rettig Ziele und Beitrag des Studierendenwerkes erläuterte. Elementar für die Entwicklung der regionalen biologischen Landwirtschaft seien Partnerschaften mit Großabnehmern wie Hochschulen, darin ist er sich mit den Projektverantwortlichen einig. Pro Tag gehen in den von Rettig betreuten vier Mensen gut 10.000 Menüs über die Theken. Pro Jahr also 1,9 Millionen Essen. Rund 2.300 Tonnen Lebensmittel werden dafür benötigt. Derzeit erreiche man in etwa einen Bioanteil von 23 Prozent. 2016 lag dieser noch bei mageren 3 Prozent. Die Herausforderung bleibe jedoch, gute Bioprodukte regional einzukaufen. Oft reichten dazu schlicht die Produktionsmengen nicht.

Der Plan zusammen mit dem Projekt Modellregion sei es nun, als Großabnehmer das Risiko für Landwirte bei einer Umstellung auf ökologischen Anbau zu minimieren. So liefert zum Beispiel die Nieder-Ramstädter-Diakonie aus Mühltahl die jährlich benötigten 100.000 Kilo Kartoffeln in Bio-Qualität. 35 Tonnen Frischfleisch und 30 Tonnen Wurst und Aufschnitt kommen aus Fränkisch-Crumbach, die Backwaren der Bistros stammen aus der hauseigenen Bäckerei.

Bio-Nose-to-Tail im Mai

Nun will das Studierendenwerk Darmstadt ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung verwirklichen: Ein Schlachter aus dem Odenwald wird für eine zweiwöchige Aktion vom 4. bis 13. Mai das Fleisch von zwei Biorindern exklusiv an die Darmstädter Hochschulgastronomen liefern. Zerlegt werden sie im biozertifizierten Schlachthof Brensbach. Neben der Bio-Aufzucht verfolgt man eine Nose-to-Tail-Philosopie: Es soll möglichst alles von den Tieren verwendet und zu rund 5.600 Portionen Gulasch, Eintopf oder Braten verarbeitet werden. Für die Projektkoordinatoren der Ökolandbau Modellregion Süd, Alexandra Hilzinger und Robert von Klitzing, steht bei der Kooperation mit dem Studierendenwerk die Verzahnung von Bio-Erzeugern und Verarbeitern im Vordergrund. Sie möchten die regionale Wertschöpfungskette nachhaltig stärken. Hinzu komme der hochwertige Wissensimpuls in verschiedene Zielgruppen, um die Wertschätzung für Lebensmittel zu steigern. Begleitend zur Aktion finden Workshops und Informationsevents statt.
Über das Studierendenwerk Darmstadt
Über 40.000 Studenten sind in den Darmstädter Hochschulen und Universitäten eingeschrieben. Die Hochschulgastronomen betreiben 15 Mensen, Bistros und Cafés und verzeichneten 2018 einen Jahresumsatz von rund 8,8 Mio. Euro (+1,1 % gg. Vj.). Im aktuellen Mensa-Ranking belegen die Darmstädter Platz 20 von 57.



Sie möchten Aktuelles zum Thema "Fleisch" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Fleisch"-Dossier.
stats