Stw. Mecklenburg-Vorpommern

Sorgen über Mensa-Finanzierung überschatten Jubiläum

Nach der Wende wurden in Ostdeutschland neue Studierendenwerke gegründet. Zum 30-jährigen Bestehen schalten sie eine Jubiläums-Webseite frei.
IMAGO / Roland Hartig
Nach der Wende wurden in Ostdeutschland neue Studierendenwerke gegründet. Zum 30-jährigen Bestehen schalten sie eine Jubiläums-Webseite frei.

Die Studierendenwerke in Mecklenburg-Vorpommern feiern ihr 30-jähriges Bestehen. Doch die durch Corona verschärft prekäre Finanzsituation überschattet das Jubiläum: "Wenn die von uns beantragten finanziellen Mittel nicht aufgestockt werden, werden wir einzelne Mensen schließen und notwendige Beratungsangebote streichen müssen", mahnt Kai Hörig, Geschäftsführer, Studierendenwerk Rostock-Wismar.

Seit 30 Jahren sind die Studierendenwerke in Mecklenburg-Vorpommern Partner der Studierenden und Hochschulen – gegründet gemeinsam mit den anderen Studenten- und Studierendenwerken in Ostdeutschland im Jahr 1991 nach der Wende. Das diesjährige Jubiläum wird digital mit einer eigenen Webseite und unter dem Hashtag #30JahreSTWost gefeiert

In den sozialen Medien werden Grußbotschaften wie etwa von Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, publiziert. Für die Studierendenwerke in diesem Bundesland spielt im Jahr 2021 neben dem Jubiläum auch die anstehende Landtagswahl eine große Rolle, da die Landesregierung unter anderem über die Finanzausstattung der Studenten- und Studierendenwerke entscheidet.

Appell an die Politik

Nach 30 Jahren sozialer Dienstleistung für die Studierenden des Landes, ist längst nicht alles eitel Sonnenschein: "Als Anstalten des öffentlichen Rechts sind wir in Teilen von der Finanzierung durch das Land abhängig. Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder angezeigt, dass die uns zugewiesenen Mittel – trotz Sparmaßnahmen, Preiserhöhungen und Anhebung der Semesterbeiträge – nicht mehr ausreichen", mahnt Dr. Cornelia Wolf-Körnert, Geschäftsführerin des Studierendenwerks Greifswald.

Man wisse, dass die Landeskassen durch die Corona-Pandemie stark belastet seien. "Aber wenn zur nächsten Legislaturperiode die Zuschüsse für die Studierendenwerke nicht deutlich angehoben werden, können wir unserem gesetzlichen Auftrag nicht mehr nachkommen", so Wolf-Körnert. 

Kai Hörig, Geschäftsführer des Studierendenwerks Rostock-Wismar ergänzt: "Um das zu verdeutlichen: Wenn die von uns beantragten finanziellen Mittel nicht aufgestockt werden, werden wir einzelne Mensen schließen und notwendige Beratungsangebote streichen müssen. Dabei hat gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig unsere Angebote für den Studienerfolg sind. Seit 30 Jahren unterstützen wir die Studierenden und halten ihnen im Studium den Rücken frei. Um das weiter tun zu können, brauchen wir jetzt eine stärkere Unterstützung des Landes." Gleichzeitig weist Peter, Heiß, Geschäftsführer des Studentenwerks Potsdam auf die Relevanz der Zusammenarbeit der ostdeutschen Studierendenwerke hin: "Der Verbund der ostdeutschen Studenten- und Studierendenwerke war und ist keine offiziell ausgegründete Institution. Vielmehr unterstützten sich die einzelnen Studentenwerke seit der Gründungsphase Anfang der 90er-Jahre. Man lernte voneinander und miteinander. Dieses Motto hat bis heute Gültigkeit."

Zum 30-Jährigen startet am 30. Juni die neue Webseite: www.stw-ost.de

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