Subway/Albert Schweitzer Stiftung

Kampagne gegen Sandwich-Kette gestartet

Mit provokativen Plakaten wollen Tierschutzorganisationen Subway zum Einlenken bewegen.
Animal Equality
Mit provokativen Plakaten wollen Tierschutzorganisationen Subway zum Einlenken bewegen.

Mit einer Petition sowie Online-Aktionen unterstreichen 20 Tierschutzorganisationen aus 14 Ländern ihre Forderung an die Schnellrestaurant-Kette Subway, die Haltungsbedingungen der von ihr bezogenen Masthühner zu verbessern. Am 4. Dezember ist die Kampagne gestartet.

Das Tierwohlbündnis unter Federführung der Berliner Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt kritisiert, dass sich der Sandwich-Konzern gegen machbare Veränderungen in der Mast sträube. Zu Subway gehören weltweit mehr als 42.000 Restaurants. Die Kette behaupte, Wert auf Ethik, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu legen, genau das Gegenteil sei der Fall, kritisiert Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung.
Über Subway
Subway betreibt in Europa 5.350 Units und erwirtschaftet damit einen Netto-Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. Im Europa-Ranking der Top 99 Foodservice-Player der foodservice Europe & Middle East landet Subway auf Platz 17 in punkto Umsatz. Was die Zahl der Stores angeht, liegt die Sandwich-Kette auf Platz 2 direkt hinter McDonald’s.

Um die für die Hühner die qualvolle Mast artgerechter zu gestalten, haben sich insgesamt 30 Tierschutzorganisationen zusammengeschlossen und in der Europäischen Masthuhn-Initiative neue Mindeststandards aufgestellt. Rund 200 Unternehmen aus den USA und Europa haben sich bereits verpflichtet, die Kriterien zu erfüllen. Dazu zählen große Unternehmen wie Kentucky Fried Chicken, Nestlé und Apetito sowie Contract Caterer wie Sodexo, Compass Group, Wisag, Aramark oder etwa die Sander Gruppe und die Burger-Kette Peter Pane.

Für USA und Kanada zugestimmt

Subway zögere in Europa laut Albert Schweitzer Stiftung eine konkrete Stellungnahme zur Europäischen Masthuhn-Initiative seit zwei Jahren hinaus, obwohl der Konzern in den USA und Kanada bereits zugestimmt hätte, höhere Tierschutzstandards in der Hühnermast zu etablieren. Die gesetzlichen Mindeststandards würden nicht ausreichen, um die Tiere vor Schmerzen und Tortur zu schützen, so  Klosterhalfen. Subway müsse deshalb seiner Verantwortung gerecht werden und für mehr Tierschutz sorgen.

EU-Tierschutz gilt

Subway selbst äußert sich zu den Vorwürfen wie folgt: "Subway nimmt das Thema Tierschutz sehr ernst und wir verstehen, wie wichtig es für unsere Gäste ist. Wir fühlen uns im Rahmen der Partnerschaft mit Compassion in World Farming (CIWF) dazu verpflichtet, die besten Wege zu finden, wie wir den Tierschutz in unserer Lieferkette weiter stärken können. Alle Lieferanten und deren Produzenten müssen heute als absolutes Minimum die EU-Tierschutzgesetze zu 100 Prozent einhalten und die Grundsätze des weltweit anerkannten Farm Animal Welfare Council (FAWC) Five Freedoms unterstützen. Wir arbeiten derzeit aktiv mit CIWF an einer Machbarkeitsstudie, um die Auswirkungen des European Chicken Commitments zu verstehen, auch hinsichtlich der Auswirkung auf die Qualität und den Preis des Hühnerfleisches, das wir unseren Gästen anbieten können. Sobald uns diesbezügliche Ergebnisse vorliegen, werden wir geeignete Maßnahmen ergreifen und diese veröffentlichen."

Mehr Platz, mehr Licht

Zu den Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative gehören nicht nur mehr Platz, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und natürliches Licht in den Ställen. Sie fordert darüber hinaus eine stressfreiere sowie effizientere Betäubung vor der Schlachtung und – im Gegensatz zur "Initiative-Tierwohl" – die Umstellung auf weniger überzüchtete Rassen und Linien. Die Einhaltung der Standards wird durch unabhängige Kontrollen sichergestellt.
Über die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich gegen Massentierhaltung und für die vegane Lebensweise ein. Dafür wirkt sie auf wichtige Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik ein, um Tierschutzstandards zu erhöhen, den Verbrauch von Tierprodukten zu reduzieren und das pflanzliche Lebensmittelangebot zu verbessern.



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