Tafel Deutschland

Besser vernetzt noch mehr Lebensmittel retten


Ausgabe einer warmen Mahlzeit in den Räumen der Bergedorfer Tafel.
Dagmar Schwelle
Ausgabe einer warmen Mahlzeit in den Räumen der Bergedorfer Tafel.

Das Projekt "Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital" der Tafel Deutschland soll noch mehr Lebensmittel vor dem Müll retten und weiteren Bedürftigen zugute kommen als bisher. Als Förderer der digital erleichterten Organisation von Spenden steht neben etablierten Partnern das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dahinter.

Über drei Jahre läuft das Projekt, dessen Ziel die sogenannte "eco-Plattform" ist. Sie soll die Wege zwischen Spendern und Bedürftigen vereinfachen und beschleunigen. Zurzeit leben laut Tafel Deutschland rund 14 Mio. Menschen in Deutschland unter der Armutsgrenze. Die 60.000 ehrenamtlichen Tafel-Helfer geben jährlich etwa 264.000 Tonnen einwandfreie Lebensmittel an 1,5 Mio. Bedürftige weiter. "Gemeinsam mit den Partnern ist es unser Ziel, die Abgabe von Lebensmitteln in Zukunft zu optimieren und durch digitale Prozesse die Menge der geretteten Lebensmittel zu erhöhen", erläutert Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland, das Projekt. Man wolle in diesem Zuge auch neue Lebensmittelspender hinzugewinnen. Pilottafeln und -Märkte testen derzeit, wie die Schnittstelle der Lebensmittelabgabe von den Spendern an die Tafeln künftig digital funktionieren kann.

Jochen Brühl, Vorsitzender, Tafel Deutschland e.V.
Wolfgang Borrs
Jochen Brühl, Vorsitzender, Tafel Deutschland e.V.

BMEL mit im Boot

Die Vereinten Nationen verfolgen bis 2030 das Ziel, die Lebensmittelverschwendung weltweit um die Hälfte zu verringern. "Wir fordern, dass Deutschland auf allen Ebenen der Gesellschaft die Anstrengungen bündelt und zügig Maßnahmen ergreift, um das UN-Ziel zu erreichen. Mit unseren umfangreichen Erfahrungen aus über 25 Jahren Lebensmittelrettung wollen wir mit unserer Vorreiter-Rolle in die Gesellschaft hineinwirken und diesen Prozess mit dem Digitalisierungsprojekt positiv unterstützen", so Jochen Brühl. Das BMEL fördert das Digitalisierungsprojekt mit 1,5 Mio Euro im Rahmen einer nationalen Strategie gegen Lebensmittelverschwendung. Dazu Ernährungsministerin Julia Klöckner: "Hilfe, die direkt bei den Menschen ankommt, die sie benötigen – dafür stehen die Tafeln." Die Plattform sei ein entscheidender Schritt, um die Prozesse im Sinne der Verwendung produzierter Lebensmittel zu verbessern.

Etablierte Strukturen erweitern

Die Zusammenarbeit zwischen Handel und Tafeln ist seit 26 Jahren gewachsen. Deutschlandweit spenden fast alle Supermärkte, Discounter und Großmärkte Lebensmittel an die Tafeln und helfen, die Lebensmittelverschwendung weiter zu reduzieren. Als Partner unterstützen Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Mercedes-Benz, Metro, Netto Marken-Discount, Penny und Rewe das Projekt "Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital". Verbundpartner des Projektes sind die Tafel Deutschland, die Tafel-Akademie und als wissenschaftliche Begleitung das Leibniz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung ZEW-Mannheim.
Über Tafel Deutschland e.V.
940 gemeinnützige Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern ein und verteilen sie an 1,5 Mio. bedürftige Menschen in Deutschland. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Organisiert sind die Tafeln im Dachverband Tafel Deutschland e. V.



stats