Tafel Deutschland

Coronavirus-Gefahr zwingt zu Schließungen

Gespendete Lebensmittel werden von Mitarbeitern der Tafeln sortiert und an Bedürftige ausgegeben.
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Gespendete Lebensmittel werden von Mitarbeitern der Tafeln sortiert und an Bedürftige ausgegeben.

Vielerorts müssen Ausgabestellen der Tafeln Deutschland ihr Engagement einstellen. Da viele Ehrenamtliche zur Risikogruppe gehören, sei die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu hoch. Der Verein bittet Mitbürger und Politik um Unterstützung für Bedürftige.

Die Ausbreitung des Coronavirus führt bei den Tafeln in Deutschland zu immer mehr Schließungen im ganzen Land. Um die 1,6 Millionen bedürftigen Tafel-Nutzer weiter zu versorgen, ruft die Organisation zur Solidarität auf. Von der Politik erwarten die Tafeln finanzielle Unterstützung. Denn selbst wenn die Essensausgabe schließt, fallen Kosten wie Miete für Ausgabestellen und Lager oder die Versicherung für die Fahrzeuge weiter, betont Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland e. V.

In den Tafeln kommen viele Menschen in teils engen Räumen zusammen. Rund 90 Prozent der 60.000 Ehrenamtlichen sind als ältere Menschen besonders gefährdet. Etwa 30 Tafeln haben daher bereits ihre Lebensmittelausgabe vorübergehend eingestellt (Stand 13.03., 13:30 Uhr). Deshalb lautet Jochen Brühls Appel: "Ich möchte jüngere Menschen motivieren, kurzfristig die Lücke der Helfenden zu füllen und sich zu engagieren.Aus Sicherheitsgründen müssten anstelle der Ausgabe Lieferdienste eingerichtet oder ausgeweitet werden, Lebensmittel verpackt aber auch noch ausgegeben werden. Kreative Lösungen seien gefragt, um Sozialkontakte bei der Lebensmittelausgabe so weit wie möglich zu reduzieren.

Hamstern schwächt die Tafeln

Derzeit erhalten Tafeln weniger Lebensmittelspenden. Noch immer scheinen sich die Vorratskäufe der Menschen auszuwirken. Eine Ausnahme bildete hier das nordhessische Unternehmen Viessmann. Der Hersteller ganzheitlicher Energielösungen spendete die bereits für das eigene Catering zur Messe "Light & Buidling" georderten Lebensmittel der Tafel in Frankfurt am Main.
Die Absage der Messe in der Mainmetropole war zu spät erfolgt, um die Bestellung zu stornieren. Am Ende eine gute Lösung für alle. Tom Christofer Haase, Leiter Messen und Ausstellungen bei Viessmann, kündigte an, auch die Waren für den Auftritt auf der ebenfalls abgesagten Messe SHK Essen der dortigen Tafel zu spenden.

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