Tafel Deutschland

25 Jahre gegen Verschwendung und Armut

Ehrenamtliche Helfer der Tafel beim Sortieren der Lebensmittelspenden.
Tafel Deutschland e.V./Dagmar Schwelle
Ehrenamtliche Helfer der Tafel beim Sortieren der Lebensmittelspenden.

1993 wurde in Berlin die erste Tafel gegründet. Seit 25 Jahren also engagiert sich die gemeinnützige Organisation gegen Lebensmittelverschwendung und Armut. Der Leitgedanke hat sich inzwischen geändert, und zum Jubiläum gab es mahnende Worte Richtung Politik.

„Nach 25 Jahren hat sich das Selbstverständnis der Tafeln gewandelt. Der Leitgedanke zielt nicht mehr darauf ab, sich selbst abzuschaffen. Es ist vielmehr Aufgabe von Gesellschaft und Politik, Lebensmittelverschwendung und Armut abzuschaffen. Solange dies nicht geschehen ist, wird es Tafeln weiterhin geben. Die Auflösung der Tafeln in Deutschland wäre vor dem Hintergrund immer größer werdender sozialer Probleme wie Alters- und Kinderarmut, Zuwanderung, Ausgrenzung und Landflucht unverantwortlich“, sagte Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland.

Die Tafeln in Zahlen

Mittlerweile geben 60.000 Tafel-Engagierte in über 940 Tafeln gespendete Lebensmittel an 1,5 Mio. bedürftige Menschen weiter. Die Tafel-Aktiven leisten pro Jahr insgesamt 24 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Jährlich verteilen die Tafeln Lebensmittel in Höhe von 264.000 Tonnen. Der größte Anteil davon ist Obst und Gemüse (41%). Über 82% der Tafeln arbeiten mit regelmäßigen Spendern wie Supermärkten, Händlern, Bäckereien oder Fleischereien zusammen.

Forderung: MHD bei lang haltbaren Produkten abschaffen

Damit leisten die Tafeln einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelrettung. Gleichzeitig fordert Tafel Deutschland weitere Schritte zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung wie die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums bei lang haltbaren Produkten und die Einführung des Faches Lebensmittelkunde in Schulen. 

Weitere politische Forderungen der Tafel Deutschland sind die Bekämpfung der Armut seitens der Politik durch bessere Bildung sowie bessere Bedingungen und Anreize für ein Ehrenamt.

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