Zusammenschluss Takeaway.com / Just Eat

Lieferplattformen: Mega-Player entsteht

Takeaway.com und Just Eat sollen ein Unternehmen werden.
Takeaway.com/Just Eat
Takeaway.com und Just Eat sollen ein Unternehmen werden.

Die Aktionäre der Lieferplattformen Takeaway.com und Just Eat stimmen für die Vereinigung der beiden Unternehmen. Damit entsteht eine der größten Delivery-Companies weltweit: Just Eat Takeaway.com.

Am Ende doch eine klare Sache: 80,4 Prozent der Just Eat-Aktionäre stimmten für den Zusammenschluss der beiden Unternehmen zur neuen Gesellschaft mit dem Namen Just Eat Takeaway.com, teilten die beiden Unternehmen mit. Bereits am 9. Januar hatten die Aktionäre von Takeaway.com in einer außerordentlichen Versammlung zugestimmt. 

Jitse Groen, der designierte CEO des neuen Unternehmens, sagte: "Ich möchte allen Beteiligten, insbesondere aber den Just Eat Mitarbeitern für ihre Geduld in einer wohl unsicheren Zeit danken. Just Eat Takeaway.com ist eine Traumkombination und ich freue mich sehr darauf, das Unternehmen noch viele Jahre zu führen."

Just Eat wurde bei dem Gebot von Takeaway.com mit umgerechnet rund 7,2 Milliarden Euro bewertet. Das niederländische Unternehmen selbst ist an der Börse derzeit rund 5,4 Milliarden Euro  wert. Der Konzern hatte 2019 das Deutschland-Geschäft von Delivery Hero mit Marken wie Foodora, Lieferheld oder Pizza.de für 930 Millionen Euro übernommen. Die neue Gesellschaft wird eine der weltgrößten Liefer-Plattformen: 2018 vermittelten die beiden Anbieter in allen Märkten gemeinsam 360 Mio. Bestellungen in Höhe von 7,3 Mrd. Euro, so heißt es in Mitteilungen der Unternehmen. Die beiden Lieferspezialisten könnten sich erfolgreich ergänzen, da sie sich bislang in wichtigen Ländermärkten keine Konkurrenz machen. Nur in der Schweiz sind beide vertreten. Laut den Aktienkursen am 10. Januar, 15.30 Uhr hätte das neue Unternehmen einen rechnerischen Börsenwert von 12,4 Mrd. Euro (Takeaway.com 5,4 Mrd. €, Just Eat 7,00 Mrd. €). 

Merger läuft seit Mitte 2019

Bereits im Juli 2019 hatten beide Unternehmen ihre Bereitschaft verkündet, sich durch eine Aktienumwandlung zu einem Unternehmen zusammenschließen zu wollen. Zwischenzeitlich gab es einen Mitbieter: Der niederländische Internetkonzern Prosus, der zum südafrikanischen Medienkonzern Naspers gehört, hatte den Just Eat-Aktionären mehrere Bar-Angebote gemacht, zuletzt im Dezember 2019 von 8,00 Britischen Pfund (GBP) pro Just Eat-Aktie. Das Just Eat-Board hatte seinen jeweiligen Aktionären mehrfach empfohlen, das Angebot von Prosus nicht anzunehmen und stattdessen für den Takeaway.com-Zusammenschluss zu stimmen.  

Schließlich erhöhte Takeaway.com am 19. Dezember 2019 sein ursprüngliches Angebot. Dieses sieht vor, dass die Shareholder von Just Eat für jede Just Eat Aktie 0,12111 neuer Takeaway.com-Aktien bekämen. Der Aktientausch entspräche nun einem Gegenwert von 9,16 Britischen Pfund (GBP) pro Aktie, basierend auf dem Kurs der Takeaway.com-Aktie von 88,90 Euro am 18. Dezember. Das vorige Angebot entsprach 7,31 GBP.
Durch das neue Angabot steigt der Einfluss der bisherigen Just Eat-Aktionäre. Nach dem Merger haben diese einen Anteil von 57,50 Prozent des neu geschaffenen Unternehmens, beim vorherigen Angebot wäre die Quote 52,12 Prozent gewesen. Für die Annahme des Angebots genügte eine einfache Mehrheit der Just Eat Aktionäre.
Personalien bei Just Eat Takeaway.com
Im Falle der Fusion stehen schon erste Personalien fest. Diese wurden bereits im ersten Angebot Mitte 2019 verkündet. Der momentane Just Eat-Aufsichtsratsvorsitzende Mike Evans soll diesen Posten auch im fusionierten Unternehmen einnehmen, der aktuelle Takeaway.com-Aufsichtsratsvorsitzende Adriaan Nühm würde Vize-Vorsitzender.

Takeaway.com-CEO Jitse Groen soll diesen Posten im Gesamtunternehmen übernehmen. Just Eat-CFO Paul Harrison übernähme den Plänen nach diesen Posten für das fusionierte Unternehmen, der momentane Takeaway.com-CFO Brent Wissink teilte sich mit Lieferando-Gründer und Takeaway.com-COO Jörg Gerbig die Stelle des Chief Operating Officers (COO). Der gemeinsame Firmen-Sitz soll Amsterdam sein, wichtige Teile des operativen Geschäfts sollen aber weiter in Großbritannien geführt werden.



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