Takeaway.com Jahresbericht 2019

Höchstwert an Bestellungen, hoher Verlust

Die Fahrer von Takeaway.com sind in immer mehr Städten unterwegs.
Takeaway.com
Die Fahrer von Takeaway.com sind in immer mehr Städten unterwegs.

Erstmals seit Börsengang ein positives bereinigtes EBITDA, 70 Prozent mehr Bestellungen, fast verdoppelte Umsätze – dagegen stehen ein zehn Mal höherer Verlust als im Vorjahr. Der Jahresbericht 2019 der Lieferando-Mutter Takeaway.com bezeugt zugleich rasantes Wachstum und damit einhergehende Wachstumsschmerzen. 2020 dagegen soll ganz im Zeichen des Just Eat Takeaway.com-Zusammenschluss stehen.

"Das erste Mal seit unserem Gang an die Börse weisen wir seit dem 3. Quartal 2019 ein positives EBITDA aus und erfüllen damir eines unserer Mittelfrist-Ziele. Seit 2016 haben wir unsere Revenues fast vervierfacht", kommentierte Jitse Groen, CEO Just Eat Takeaway.com, den Jahresbericht.

Dass das Unternehmen trotzdem einen Verlust von 115,5 Mio. Euro (2018: -14,0 Mio. €) ausweisen musste, führt das Unternehmen auf Kosten zurück, die durch die Integration der früheren Delivery-Hero-Marken in Deutschland sowie die Vorbereitung des Mergers mit Just Eat entstanden.


2019 wurde zudem der deutsche Markt mit der Takeaway.com-Marke Lieferando der größte für den Konzern. Mit 69,5 Mio. Bestellungen lag der Wert fast doppelt so hoch wie im Takeaway.com-Heimatmarkt Niederlande (38,0 Mio.). Auch beim vermittelten Brutto-Umsatz von über 3 Mrd. Euro und den Unternehmens-Revenues von 425 Mio. Euro – bei denen die Kommissionen für die vermittelten Bestellungen rund 90 Prozent ausmachen – steuerte der deutsche Markt knapp die Hälfte bei.

Takeaway.com 2019 Kennzahlen (Auswahl)

Quelle: Takeaway.com Jahresbericht
  Kennzahl20192018+/- in %
  Restaurants53.02743.76321%
  Bestellungen (in Mio.)159,293,970%
  Bestellungen D (in Mio.)69,532,6113%
  Durchschnittsbon pro Order (€)19,1019,020%
  Vermittelter Brutto-Umsatz (in Mio. €)3.041,51.786,770%
  Vermittelter Brutto-Umsatz D (in Mio. €)1.451,8665,5118%
  Brutto Revenues (v.a. Kommissionen, in Mio. €)426,8240,078%
  Brutto Revenues D (v.a. Kommissionen, in Mio. €)210,986,0145%
  Marketingausgaben (in Mio. €)-153,8-127,820%
  Marketingausgaben D (in Mio. €)-84,7-73,915%
  Bereinigtes EBITDA (in Mio. €)12,3-11,3209%
  Bereinigtes EBITDA D (in Mio. €)5,2-36,7114%
  Jahresverlust (in Mio. €)-115,5-14,0725%

Kommission für Gastronomen steigt

Die durchschnittliche Kommissionsrate, die Lieferando 2019 von Gastronomen erhob, lag in Deutschland bei 12,5 Prozent und stieg gegenüber 2018 um 1,2 Prozentpunkte. Den Anstieg begründet Takeaway.com mit einer Anhebung der Standard-Rate sowie einem höheren Anteil der Auslieferung mit eigenen Fahrern (Scoober), bei der eine deutlich höhere Kommission – bis rund 30 Prozent – für Gastronomen fällig wird. Der Anteil der Scoober- an den Gesamt-Bestellungen stieg von 2,6 Prozent in 2018 auf 5,5 Prozent. 

Die Auslieferung mit eigenen Fahrern an den Gesamtbestellungen steigerte sich unternehmensweit in ähnlichem Umfang: Von einem Anteil von 3,0 Prozent in 2018 auf 5,4 Prozent. Takeaway.com baute sowohl die Anzahl der Scoober-Städte (von 38 auf 91) sowie der Scoober-Fahrer (auf etwa 9.000, 2.990 Vollzeitäquivalent) aus. In Vollzeitstellen umgerechnet (FTE) machen die Fahrer damit mehr als die Hälfte der insgesamt 5.423 Angestellten (FTE) aus. Gleichzeitig ist die Lieferung mit eigenen Fahreren kostenintensiv: 73,9 Mio Euro veranschlagt Lieferando dafür.

Über Takeaway.com
  • Heimatmarkt Niederlande
  • Länder mit Marktführerschaft (eigene Angaben) Niederlande, Deutschland, Belgien, Polen, Österreich, Israel, Bulgarien
  • Weitere Ländermärkte Schweiz, Rumänien, Portugal, Luxemburg
  • Bestellungen 2019: Niederlande 38,0 Mio. (+16 % zu Vj.), Deutschland 69,5 Mio. (+113 %); insgesamt 159,2 Mio. (+70 %)

2020: Jahr des Mergers

Einen detaillierten Ausblick für das aktuelle Jahr 2020 gebe man nicht, heißt es im Jahresbericht. Die Bergündung: Das Jahr stehe ganz im Zeichen des Zusammenschluss von Takeaway.com und Just Eat, dieser werde einen großen Teil der Zeit und Ressourcen aufbrauchen. Im Januar hatten die Aktionäre den Weg für den Aktientausch freigemacht. Unter anderem prüft die britische Wettbewerbsbehörde CMA momentan den Merger. Bis zum Abschluss der Untersuchungen müssen beide Unternehmen separat weiter betrieben werden.
„Wir sind begeistert von den Möglichkeiten, die uns der Zusammenschluss bietet und freuen uns auf 2020.“
Jitse Groen, CEO Just Eat Takeaway.com



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